Indien — Billigung des leichten Kampfflugzeuges Tejas

Der indis­che Rüs­tungsrat (Defence Acqui­si­tion Coun­cil — DAC) hat eine begren­zte Serien­pro­duk­tion ein­er Marinevari­ante des leicht­en Kampf­flugzeuges Tejas gebil­ligt.

Marineforum -
Tejas (Foto: HAL)

Zunächst sollen neun Maschi­nen gebaut wer­den. Tejas war als Light Com­bat Air­craft (LCA) von der indis­chen Hin­dus­tan Aero­nau­tics Lim­it­ed (HAL) kom­plett eigen­ständig und daher sehr lang­wierig (offizieller Pro­gramm­start schon 1983; Erst­flug 2001) zunächst nur für die indis­che Luft­waffe entwick­elt wor­den. Schon 2003 hat­te die Regierung aber auch eine Marinevari­ante bewil­ligt. Die Marine-Tejas sollen ver­al­tete trägergestützte Kampf­flugzeuge Sea Har­ri­er erset­zen und vor allem vom derzeit in Eige­nen­twick­lung gebaut­en neuen Flugzeugträger VIKRANT operieren. Das „weitweit einzige trägergestützte leichte Kampf­flugzeug“ (O‑Ton Indi­en) soll ein bre­ites Spek­trum von Ein­sat­zop­tio­nen abdeck­en. Als Bewaffnung wer­den neben Seeziel-FK, Bomben und Bor­d­kanone auch neuar­tige Flugkör­p­er großer Reich­weite (BVR — Beyond Visu­al Range) genan­nt. Als so genan­ntes STO­BAR-Flugzeug startet Tejas über eine Bugrampe (STO — Short Take-off) und wird bei der Lan­dung in ein­er Fan­gan­lage (BAR — Bar­ri­er Arrest­ed Recov­ery) abge­bremst.

Die Luft­waf­fen­vari­ante von Tejas soll mit etwas Verzögerung Anfang 2013 den Dienst bei der Truppe antreten (etwa 140 Flugzeuge sind wohl auch schon bestellt); die Marin­ev­er­sion dann spätestens 2015 offiziell einge­führt wer­den. Dahin­ter ste­ht natür­lich die Absicht, die Flugzeuge par­al­lel zur Fer­tig­stel­lung des Flugzeugträgereigen­baus VIKRANT (geplant in 2014) ver­füg­bar zu machen. Allerd­ings gibt es dur­chaus noch Prob­leme. Zwar soll ja nun die begren­zte Serien­fer­ti­gung anlaufen, aber das derzeit in Tejas einge­baute Trieb­w­erk (Gen­er­al Elec­tric GE F404) soll ange­blich die von der Marine für einen Start mit voller Waf­fen­zu­ladung über die Bugrampe geforderte Leis­tung nicht liefern. Offen­bar über­legt man einen Wech­sel zu leis­tungsstärk­eren Trieb­w­erken GE F414. Endgülti­gen Auf­schluss soll aber erst etwa ein­jähriger prak­tis­ch­er Flug­be­trieb mit den nun bewil­ligten Vorse­rien­flugzeu­gen geben. Danach „in etwa drei bis vier Jahren“ soll dann die endgültige oper­a­tive Freiga­be erfol­gen und die volle Serien­fer­ti­gung anlaufen. Unklar ist, ob eine mögliche Umrüs­tung auf ein anderes Trieb­w­erk hier zu Verzögerun­gen führen kön­nte.

Tejas ste­ht übri­gens nicht in Konkur­renz zu den in Rus­s­land bestell­ten Trägerkampf­flugzeu­gen Mig-29 Fulcrum‑D.

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