USA — Globale Klimaerwärmung

Dass die glob­ale Kli­maer­wär­mung ein dur­chaus reales Phänomen ist, wird nun schon seit eini­gen Jahren fast über­all als Tat­sache akzep­tiert.

Unmit­tel­bar damit ver­bun­den sind natür­lich auch Fol­gen für die Polarge­bi­ete. Früher bis auf einige wenige Wochen im Jahr durch Eis unpassier­bare Seege­bi­ete wer­den zunehmend befahrbar und damit auch als Oper­a­tions- und Ein­satzge­bi­ete von Mari­nen und Küstenwachen deut­lich rel­e­van­ter als bish­er. In Regio­nen, die früher bis auf wenige Wochen im Jahr eigentlich nur U‑Booten vor­be­hal­ten waren, wer­den kün­ftig ver­mehrt auch Über­wassere­in­heit­en üben und operieren; nicht zulet­zt auch um nationale Ansprüche auf Min­er­alien und Energier­es­sourcen zu unter­stre­ichen, deren Aus­beu­tung nun zunehmend möglich wird. Auch Seev­erkehr­swege durch die Ark­tis dürften als Alter­na­tive zu lan­gen Umwe­gen z.B. durch den Pana­makanal zunehmend attrak­tiv wer­den – und damit neue Anforderun­gen an den von den Anrain­er­staat­en zu leis­ten­den SAR-Dienst stellen.

Marineforum - VLADIMIR IGNATYUK (Foto: Murmansk Shipping Company)
VLADIMIR IGNATYUK (Foto: Mur­man­sk Ship­ping Com­pa­ny)

Auf den west­lich und nördlich von Alas­ka ver­laufend­en Seev­erkehr­swe­gen ist vor allem die US Coast Guard gefordert. Nach­dem frühere US-Regierun­gen den Kli­mawan­del schlichtweg geleugnet hat­ten, war ihr allerd­ings eine langfristig auf ver­mehrte ark­tis­che Oper­a­tio­nen zie­lende Pla­nung ver­wehrt. Noch Ende 2010 beklagte der schei­dende USCG Chef, Admi­ral Thad Allen, dass noch kein­er­lei nationale Poli­tik bezüglich der Ark­tis definiert sei. Wash­ing­ton ignoriere die Tat­sache, dass „weniger Eis“ nicht das gle­iche sei wie „eis­frei“, dass ger­ade schon bei Eis­rück­gang ver­mehrt Schiffe die Pas­sage ver­suchen wür­den, und damit der Bedarf an Eis­brech­ern zunächst sog­ar zunehmen werde. Die USCG fordere seit Jahren den Bau neuer Eis­brech­er, aber zumin­d­est im Bud­get 2011 seien dafür noch kein­er­lei Mit­tel aus­gewiesen.

In der Kon­se­quenz musste die USCG sich 2009 sehr kurzfristig dazu durchrin­gen, ihre bei­den mehr als 30 Jahre alte Eis­brech­er POLAR STAR und POLAR SEA doch noch ein­mal zu über­holen und zu mod­ernisieren. Die POLAR STAR war 2006 sog­ar schon in den Reser­ves­ta­tus ver­set­zt wor­den und sollte eigentlich über­haupt nicht mehr in den aktiv­en Dienst zurück kehren. Die Arbeit­en bei der Todd Pacif­ic Ship­yards sollen Ende 2013 abgeschlossen sein; danach sollen bei­de Schiffe noch ein­mal zehn Jahre für die US Coast Guard zur See fahren.

Ein Medi­en­bericht der ver­gan­genen Woche macht deut­lich, dass es bis zur Rück­kehr der bei­den Eis­brech­er tat­säch­lich eine Fähigkeit­slücke gibt. Um die jährliche Ver­sorgung der US-Sta­tion im antark­tis­chen McMur­do Sund zu ermöglichen, muss ein Eis­brech­er dem Ver­sorgungss­chiff den Weg durch das Pack­eis bah­nen — und die US Coast Guard kann derzeit keinen für diese frühere Rou­tineauf­gabe abstellen. Ihr einziger ein­satzk­lar­er Eis­brech­er HEALY ist im SAR-Dienst vor Alas­ka unabkömm­lich. In ein­er Zwis­chen­lö­sung musste die für die US-Sta­tion zuständi­ge Nation­al Sci­ence Foun­da­tion nun den Eis­brech­er VLADIMIR IGNATYUK der rus­sis­chen Mur­man­sk Ship­ping Com­pa­ny unter Ver­trag nehmen. Die Char­ter gilt zunächst für ein Jahr, bzw. den im Dezem­ber begin­nen­den antark­tis­chen Som­mer, der regelmäßig zur Ver­sorgung der Sta­tio­nen im Süd­po­large­bi­et genutzt wird. Der Ver­trag enthält allerd­ings auch schon Optio­nen für die kom­menden Jahre, wobei als sich­er gilt, dass der rus­sis­che Eis­brech­er zumin­d­est bis zum antark­tis­chen Som­mer 2013/14 in US-Auf­trag fahren wird. Danach möchte man dann erst ein­mal wieder die alte POLAR STAR nutzen.

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