Libyen — Nur Maritimes Stand 02.09.2011

Nun haben die libyschen Rebellen auch offiziell eine eigene Marine, deren Ein­heit­en sich aus Schif­f­en und Booten rekru­tieren, deren Besatzun­gen entwed­er schon zu Beginn der Revolte überge­laufen waren, oder die in von den Rebellen eroberten Häfen lagen und sich nicht mehr abset­zen kon­nten. Zunächst blieben diese Ein­heit­en, darunter eine FK-Korvette NANUCHKA und die Fre­gat­te AL HANI der KONI-Klasse vornehm­lich in ostlibyschen Häfen wie Beng­hazi. Nach der Eroberung von Tripo­lis ver­legten die Rebellen nun das „Flag­gschiff“ ihrer „Marine des Freien Libyen“ von Beng­hazi nach Tripo­lis. Am 31. August lief die Fre­gat­te AL HANI – gesichert vom britis­chen Zer­stör­er LIVERPOOL – dort ein.

Marineforum - LA HANI auf dem Weg  nach Tripolis (Foto: Royal Navy)
LA HANI auf dem Weg nach Tripo­lis (Foto: Roy­al Navy)

Nach dem weit­ge­hen­den Zusam­men­bruch des Wider­standes der pro-Gaddafi Kräfte bere­it­et auch die Evakuierung von Frem­dar­beit­ern aus der Haupt­stadt keine großen Prob­leme mehr. Nach­dem eine erste Gruppe nach Beng­hazi gebracht wor­den war, steuerte am 28. August ein weit­eres von der Inter­na­tion­al Orga­ni­za­tion for Migra­tion (OIM) gechar­tertes Schiff mit Lebens­mit­teln und medi­zinis­ch­er Aus­rüs­tung Tripo­lis an; es soll nach Ent­ladung 1.200 Men­schen an Bord nehmen und nach Beng­hazi brin­gen.

Obwohl der Bürg­erkrieg noch nicht been­det ist, kündigt sich allmäh­lich eine Nor­mal­isierung des See­han­dels an. In Rus­s­land, das den libyschen Über­gangsrat noch nicht anerkan­nt hat, nahm am 27. August im Schwarzmeer­hafen Novorossiysk ein Tanker 30.000 ts Kraft­stoff an Bord und machte sich auf den Weg nach Beng­hazi. Am 31. August wollte das Schiff dort ein­tr­e­f­fen. Am 30. August kündigte die welt­größte Con­tain­er-Reed­erei Maer­sk die Wieder­auf­nahme von Fahrten nach Libyen an. Ab dem 8. Sep­tem­ber soll zunächst Beng­hazi ange­laufen wer­den; die Möglichkeit­en zur Be- und Ent­ladung auch in anderen libyschen Häfen wer­den noch geprüft. Den Schw­er­punkt der Fracht erwartet man zunächst bei human­itären Hil­f­s­gütern sowie zum Wieder­auf­bau des Lan­des benötigtem Mate­r­i­al. Der libysche Über­gangsrat will Mitte Sep­tem­ber die Pro­duk­tion in zwei Ölfeldern in Ostlibyen wieder aufnehmen. Ende des Monats sollen dann auch die Ölex­porte über den Hafen von Tobruk wieder anlaufen.

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Team GlobDef

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