Italien/Albanien

Am 25. Feb­ru­ar endete nach zwölf Jahren die per­ma­nente Präsenz der ital­ienis­chen Marine in Alban­ien.

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Bildquelle: ital. Marine 

Nach dem Ende der kom­mu­nis­tis­chen Dik­tatur sah sich die kleine alban­is­che Marine mit erhe­blichen Prob­le­men kon­fron­tiert. Ihre Schiffe und Boote – meist sow­jetis­chen oder chi­ne­sis­chen Ursprungs – waren entwed­er hoff­nungs­los ver­al­tet oder nicht mehr ein­satzbere­it. Viele noch fahrfähige Ein­heit­en hat­ten die Flucht ange­treten, über­wiegend über die Adria nach Italien. 

Schnell wurde klar, dass ein Wieder­auf­bau aus eigen­er Kraft nicht zuschaf­fen war. Man suchte nach aus­ländis­chen Part­nern, und hier bot sich (neben u.a. der USA, der Türkei und den Nieder­lan­den) vor allem Ital­ien an. Das NATO-Land an der gegenüber­liegen­den Adri­aküste war von den poli­tis­chen Umwälzun­gen in Alban­ien am unmit­tel­bar betrof­fen. Es war Ziel zahlre­ich­er ille­galer Ein­wan­der­er und bevorzugter „Part­ner“ beim Schmuggel über die Adria. In Ital­ien erkan­nte man schnell, dass das beste Mit­tel bei­dem die Grund­lage zu entziehen eine aktive Beteili­gung am Auf­bau neuer Sicher­heitsstruk­turen in Alban­ien war. Man bot an, beim Auf­bau von Hafen­in­fra­struk­tur und der Aus­bil­dung von Mari­nesol­dat­en zu helfen, ältere Ein­heit­en kosten­los instand zu set­zen und gebrauchte Boote zu über­lassen, und das Ange­bot wurde gern angenom­men. Schon 1998 kon­nten 12 ehe­ma­lige, nach Ital­ien geflüchtete Ein­heit­en grundüber­holt über die Adria nach Alban­ien zurück kehren. 

Investi­tio­nen in die Infra­struk­tur und Aus­bil­dung­shil­fe konzen­tri­erten sich auf die Hafen­stadt Dur­res, und hier erhielt die ital­ienis­che Marine im Gegen­zug Sta­tion­ierungsrechte. 1997 wurde hier die 28. Grup­po Navale (Com­Grup­Nav 28) aufgestellt. Sie bildete Per­son­al aus, half beim Aus­bau der Hafe­nan­la­gen und dem 2002 begonnenen Umbau der alban­is­chen Marine zu ein­er schlagkräfti­gen Küstenwache, unter­stützte bei der Verteilung human­itär­er Hil­f­s­güter für Alban­ian und beteiligte sich aktiv an ein­er koor­dinierten Überwachung der Küstengewäss­er zur Eindäm­mung von ille­galer Migra­tion und Schmuggel. 

Nach zwölf Jahren wurde diese Gruppe nun wieder aufgelöst. Zur Zer­e­monie an Bord des ital­ienis­chen Dock­lan­dungss­chiffes im Hafen von Dur­res waren Ital­iens Marinebe­fehlshaber Admi­ral Pao­lo la Rosa sowie Alban­iens Vertei­di­gungsmin­is­ter und Gen­er­al­stab­schef per­sön­lich angereist. Die inten­siv­en Kon­tak­te zwis­chen der ital­ienis­chen und alban­is­chen Marine wer­den mit Auflö­sung der Grup­po Navale 28 natür­lich nicht been­det. Lediglich die Anwe­sen­heit der Ital­iener in Dur­res ist nicht mehr erforderlich. 

In Koop­er­a­tion mit “Marine­Fo­rum — Zeitschrift für mar­itime Fra­gen

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Team GlobDef

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