Vietnam — Zwei Fregatten der GEPARD-Klasse in Dienst

Etwa fünf Jahre nach­dem Fachme­di­en über ihre Bestel­lung in Rus­s­land berichtet hat­ten, sind die zwei Fre­gat­ten der GEPARD-Klasse bei der viet­name­sis­chen Marine in Dienst.

Das Design der GEPARD war schon in den 1980-er Jahren in Zelen­odol­sk (an der Wol­ga, im bin­nen­ländis­chen rus­sis­chen Tatarstan) entwick­elt wor­den. Die Werft wollte mit dem 1.900-ts Schiff an Exporter­folge der früher eben­falls dort gebaut­en KONI-Klasse anknüpfen. In der zusam­men­brechen­den Sow­je­tu­nion zer­schlu­gen sich die Hof­fun­gen jedoch. Von mehreren von der rus­sis­chen Marine bestell­ten Schif­f­en wur­den nur zwei fer­tig gestellt.

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Nach dem viet­name­sis­chen Auf­trag bildete der halbfer­tige und seit 1999 in ein­er Halle liegende Rumpfes eines drit­ten Schiffes offen­bar die Basis für die erste südostasi­atis­che GEPARD. Sie wurde nach Fer­tig­stel­lung im Juli 2010 übergeben und nach Über­führung nach Südostasien im März dieses Jahres als DINH TIEN HOANG in Dienst gestellt.

Das zweite Schiff, nun ein kom­plet­ter Neubau, fol­gte nur fünf Monate später. Die NGO QUYEN hat­te nach Ver­legung auf bin­nen­ländis­chen Wasser­we­gen nach St. Peters­burg in den let­zten Monat­en Abnahme- und Erprobungs­fahrten durchge­führt, um dann Ende Mai die Ost­see als Deck­ladung des Spezial­trans­ports­chiffes EIDE TRANSPORTER zu ver­lassen. Sie traf am 5. August in Cam Ranh ein und wurde dort nach Ent­ladung und tech­nis­ch­er Vor­bere­itung am 22. August in Dienst gestellt.

Mit den Fre­gat­ten der GEPARD-Klasse erhält die viet­name­sis­che Marine für ihre Ver­hält­nisse sehr mod­erne, mit Seeziel-FK (SS-N-25) bewaffnete Kampf­schiffe, die vor allem auch länger dauernde Hochseep­a­trouillen in den ter­ri­to­r­i­al mit Chi­na umstrit­te­nen Wirtschaft­szo­nen u.a. um die Para­cel Inseln im Süd­chi­ne­sis­chen Meer ermöglichen. Die bish­er einzi­gen anderen größeren Kampfein­heit­en, zwei ex-sow­jetis­che Fre­gat­ten der PETYA-Klasse (Bau­jahr 1966), sind nicht nur hoff­nungs­los ver­al­tet, son­dern erre­ichen auch zunehmend das Ende ihrer Nutzbarkeit.

Ob den bei­den nun aus Rus­s­land geliefer­ten GEPARD noch weit­ere Schiffe fol­gen wer­den, ist derzeit unklar. Ange­blich gibt es eine Option auf den Bau von noch ein­mal zwei solchen Fre­gat­ten, dies­mal aber mit rus­sis­ch­er Werfthil­fe und Mate­ri­al­paketen auf ein­er viet­name­sis­chen Werft.

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