Vietnam — Übernahme von zwei weiteren Neubauten der SVETLYAK-Klasse

Nur wenige Wochen nach Indi­en­st­stel­lung ihrer zweit­en GEPARD-Fre­gat­te hat die viet­name­sis­che Marine in Rus­s­land zwei weit­ere Neubaut­en über­nom­men.

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Viet­name­sis­che SVETLYAK (Foto: chinadefense.com)
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Viet­name­sis­che MOLNIYA (Foto: chinadefense.com)

Bei den bei­den bei Almaz in St. Peters­burg hergestell­ten Ein­heit­en han­delt es sich um das dritte und vierte Wach­boot der SVETLYAK-Klasse. Bei­de waren im Juni 2009 bestellt wor­den, nach­dem die viet­name­sis­che Marine mit zwei ersten einige Jahre zuvor geliefer­ten Booten dieses Typs offen­bar gute Erfahrun­gen gemacht hat­te. Sie basieren auf dem Design von in größeren Stück­zahlen (26 +) auch für den rus­sis­chen See­gren­zschutz gebaut­en 400-ts Wach­booten. Ihre Haupt­be­waffnung beste­ht aus Rohrwaf­fen (ein 76-mm Geschütz auf dem Vorschiff, dazu zwei 30-mm Kanonen): Sie kön­nen aber auch U‑Jagdtorpedos schießen und führen zur Selb­stvertei­di­gung im Näch­st­bere­ich Flu­gab­wehr-FK SA-N‑5 mit. Die bei­den nun von Almaz übergebe­nen Boote wer­den in den kom­menden Tagen in St. Peters­burg an Bord eines Spezial­trans­ports­chiffes ver­laden und dann die Reise nach Südostasien antreten. Noch zwei weit­ere für Viet­nam bes­timmte SVETLYAK sind in Rus­s­land Bau, diese aber im fer­nöstlichen Wladi­wos­tok. Sie sollen eben­falls noch vor Jahre­sende geliefert werden. 

Auch die rus­sis­che Vym­pel Werft in Rybin­sk bleibt in der Erneuerung der viet­name­sis­chen Flotte engagiert. 2004 hat­te die viet­name­sis­che Marine zur Ergänzung von vier in den 1990-er Jahren aus Rus­s­land geliefer­ten FK-Korvet­ten TARANTUL‑I bei Vym­pel zunächst vier FK-Korvet­ten MOLNIYA (TARANTUL‑5) bestellt. Die etwa 550 ts großen Korvet­ten sind mit mod­ern­sten rus­sis­chen Sys­te­men aus­gerüstet (Haupt­be­waffnung 16 Seeziel-FK SS-N-25). 

Unmit­tel­bar nach Liefer­ung der vier Boote wurde ein Ver­trag über weit­ere sechs Ein­heit­en geschlossen, die allerd­ings unter einem Tech­nolo­gi­etrans­fer­abkom­men und mit rus­sis­ch­er Werf­tun­ter­stützung (Mate­ri­al­pakete) in Viet­nam gebaut wer­den. Vier dieser Boote sind derzeit im Bau, zwei von ihnen auch schon zu Wass­er. Alle sechs sollen bis 2016 in Dienst gestellt sein. Danach gibt es eine Option für den Bau von noch ein­mal vier MOLNIYA

Sowohl der derzeit­ige Flot­tenbe­stand als auch Bau und Liefer­ung von GEPARD, MOLNIYA und SVETLYAK sowie die 2009 erfol­gte Bestel­lung von U‑Booten der KILO-II-Klasse zeigen eine bish­erige Fokussierung der viet­name­sis­chen Marine auf den rus­sis­chen Export­markt. Fast all ihre Ein­heit­en stam­men aus der ehe­ma­li­gen Sow­je­tu­nion bzw. dem heuti­gen Rus­s­land, und sie sind auch weitest­ge­hend mit rus­sis­chen Waf­fen und Sys­te­men aus­gerüstet. Dies kön­nte sich nun ändern. Nach einem über­raschen­den Besuch des viet­name­sis­chen Min­is­ter­präsi­den­ten Nguyen Tan Dung bei der nieder­ländis­chen Damen Schelde in Vlissin­gen bericht­en Medi­en von „fort­geschrit­te­nen Ver­hand­lun­gen“ über einen Erwerb von vier Korvet­ten vom Typ SIGMA. Zwei der Schiffe sollen dem­nach in Vlissin­gen gebaut wer­den, die anderen bei­den dann unter einem Tech­nolo­gi­etrans­fer­abkom­men in Vietnam. 

Damen Schelde bietet Korvet­ten der SIG­MA-Fam­i­lie in unter­schiedlichen Größen und mit unter­schiedlich­er Ausstat­tung an. Welch­er Typ das Inter­esse der Viet­name­sen gefun­den haben kön­nte, ist derzeit noch unbekan­nt. Angesichts der von der nieder­ländis­chen Werft für die indone­sis­che Marine gebaut­en vier Schiffe der DIPONE­GORO-Klasse (91m, 1.700 ts) ist vielle­icht ein ähn­lich­er Typ zu ver­muten; allerd­ings hat die Marine Marokkos ger­ade eine größere 105‑m (2.100 ts) Vari­ante der SIG­MA-Fam­i­lie in Dienst gestellt. 

Auf jeden Fall wer­den ggf. für Viet­nam zu bauende SIGMA in einem kleinen Hangar jew­eils einen Hub­schrauber dauer­haft an Bord nehmen kön­nen und damit die Fähigkeit­en zur effek­tiv­en Überwachung der Wirtschaft­szo­nen (in mit Chi­na umstrit­te­nen Gebi­eten) deut­lich erweit­ern. Die zwei rus­sis­chen GEPARD erlauben mit einem Land­edeck zwar auch Hub­schraubere­in­sätze, ver­fü­gen allerd­ings nur über einen kleinen „Unter­stellplatz“, in den ein Hub­schrauber mit gefal­teten Rotoren zum Schutz vor See und Wet­ter halb hinein gezo­gen wer­den kann. 

In Koop­er­a­tion mit “Marine­Fo­rum — Zeitschrift für mar­itime Fra­gen

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