USA — Der Prototyp eines kleinen Stealth-Bootes sorgt in Fachmedien für Interesse

Nach­dem die US Navy die bis­lang gel­tenden Bes­tim­mungen zur Geheimhal­tung lock­erte, stellte Her­steller Juli­et Marine Sys­tems (Portsmouth, New Hamp­shire) die futur­is­tisch anmu­tende GHOST der Öffentlichkeit vor.

Marineforum - GHOST (Foto: Juliet Marine Systems)
GHOST (Foto: Juli­et Marine Sys­tems)

Das kleine Fahrzeug nutzt als offen­bar weltweit erstes Boot „Super-Kav­i­ta­tion“. Als qua­si Kom­bi­na­tion eines Über­wasser­fahrzeuges und Luft­fahrzeuges „fliegt“ es in ein­er im Wass­er kün­stlich erzeugten Gas­blase. In diesem Umfeld ist der Wasser­wider­stand gegenüber herkömm­lichen Booten auf nur noch 0,1 Prozent reduziert. Dies bedeutet nicht nur sehr hohe Geschwindigkeit­en (der nach dem gle­ichen Prinzip entwick­elte rus­sis­che Tor­pe­do Shk­val soll 200 kn erre­ichen) bei extrem niedrigem Kraft­stof­fver­brauch, son­dern erlaubt in Verbindung mit einem entsprechen­den Design auch aus­geprägte Stealth-Eigen­schaften.

Laut Her­steller sei GHOST „von Radar und anderen Sen­soren nicht zu orten“ und könne „völ­lig unent­deckt in inter­na­tionalen Gewässern operieren“. Die Tech­nik sei für beman­nte wie unbe­man­nte Über­wass­er- und Unter­wasser­fahrzeuge anwend­bar. Eine Serien­vari­ante des kleinen Pro­to­typs kön­nte vor allem bei Sicherungsauf­gaben (Fleet Force Pro­tec­tion) und als Ver­bringungsmit­tel für Kampf­schwim­mer (Fast Inser­tion Craft) um Ein­satz kom­men, aber auch der Bau größer­er Ver­sio­nen sei prob­lem­los möglich. Die GHOST-Tech­nolo­gie sei skalier­bar, und man spreche auch schon mit einem „großen inter­na­tionalen Rüs­tungskonz­ern“ über ein etwa 50m langes Fahrzeug, das dann glob­al ver­leg­bar sei und von Tor­pe­dos bis zu Flugkör­pern jede Art von Bewaffnung tra­gen könne.

In sein­er Presseerk­lärung, die über weite Streck­en einem „mark­tschreierischen“ Wer­be­prospekt gle­icht, spricht der Her­steller sog­ar von ein­er guten „Alter­na­tive zum Lit­toral Com­bat Ship“. Derzeit ist aber völ­lig offen, ob die US Navy über­haupt die kleine GHOST bestellt. Die Fir­ma hat den Pro­to­typen zwar in Absprache mit der US Navy, aber auf eigene Kosten als Demon­stra­tions­mod­ell entwick­elt.

In Koop­er­a­tion mit “Marine­Fo­rum — Zeitschrift für mar­itime Fra­gen

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