Update Piraterie — Stand 04.02.2012

Auch in dieser Woche blieben soma­lis­che Pirat­en ohne Erfolg, wen­ngle­ich unverän­dert mehrere Grup­pen in See unter­wegs sind und immer wieder auch Kape­run­gen ver­suchen. So wurde am 28. Jan­u­ar von einem Frachter mit­ten im Ara­bis­chen Meer beobachtet, wie eine Dhau ein mit fünf bewaffneten Män­nern bewaffnetes Skiff aus­set­zte, das sich dann näherte – den mut­maßlichen Angriff aber wieder abbrach (möglicher­weise nach Maß­nah­men eines eingeschifften, bewaffneten Sicher­heit­steams). Iranis­chen Medi­en zufolge soll die iranis­che Marine am 31. Jan­u­ar im Ostaus­gang des Golfs von Aden den Angriff auf einen Tanker vere­it­elt haben. „Mas­sives Feuer“ habe die Skiffs in die Flucht geschla­gen. Andere Quellen erwäh­nen den Vor­fall nicht.

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FORT VICTORIA (Foto: Michael Nitz)

Piraten­grup­pen sollen im Ara­bis­chen Meer, etwa 420 sm nordöstlich der Sey­chellen, sowie weit­er östlich, nur 100 sm von indis­chen Inseln ent­fer­nt auf Beute warten. Weit­ere Grup­pen wur­den am 31. Jan­u­ar in Camps an der soma­lis­chen Küste bei offen­bar Vor­bere­itun­gen zum Aus­laufen beobachtet.

Der britis­che Ver­sorg­er FORT VICTORIA hat am 31. Jan­u­ar 14 mut­maßliche Pirat­en den Behör­den der Sey­chellen zur Strafver­fol­gung über­stellt. Die Män­ner waren zwei Wochen zuvor bei der Befreiung ein­er von ihnen gekaperten und anschließend als Mut­ter­schiff genutzten Dhau festgenom­men genom­men wor­den.

Auch das dänis­che Mehrzweckschiff ABSALON kon­nte zumin­d­est vier von 25 nach Befreiung ein­er iranis­chen Dhau seit dem 6. Jan­u­ar an Bord in Gewahrsam gehal­te­nen mut­maßlichen Pirat­en auf den Sey­chellen „los wer­den“. Am 18. Jan­u­ar hat­ten die dor­ti­gen Behör­den eine Über­nahme noch abgelehnt, da die Pirat­en „außer­halb des in einem Abkom­men definierten Gebi­etes“ fest­ge­set­zt wor­den seien. Für die restlichen an Bord der ABSALON gebliebe­nen 21 mut­maßlichen Pirat­en wird weit­er­hin ein „Abnehmer“ gesucht.

Aktuelle Entwick­lun­gen bei Ein­satzkräften

Schon seit dem 21. Jan­u­ar ist der 18. Anti-Pira­terie-Ver­band der iranis­chen Marine im Ein­satz. Im Gegen­satz zu früheren Ein­satz­grup­pen war das Aus­laufen der Fre­gat­te NAGHDI (Typ US PF-103) und des Ver­sorg­er KHARG dies­mal nicht zum Medi­enereig­nis gestal­tet wor­den. Nach etwas mehr als ein­er Woche Ein­satz im Golf von Aden ver­legten die bei­den Schiffe ins Rote Meer, wo sie am 4. Feb­ru­ar in Dschid­da (Sau­di Ara­bi­en) zu einem geplanten Hafenbe­such ein­liefen.

Aus Nor­folk (USA) ist am 30. Jan­u­ar der Zer­stör­er ARLEIGH BURKE zum „Anti-Pira­terie Ein­satz im Zuständigkeits­bere­ich der 5. US Flotte“ aus­ge­laufen.

Das türkische Par­la­ment hat am 25. Jan­u­ar den Ein­satz der türkischen Marine zur Bekämp­fung der Pira­terie am Horn von Afri­ka um ein weit­eres Jahr ver­längert. Die türkische Marine ist derzeit mit der Fre­gat­te GIRESUN im NATO-Ver­band SNMG‑2 vor der soma­lis­chen Küste einge­set­zt. Daneben sind weit­ere Ein­heit­en regelmäßig auch in den multi­na­tionalen Ein­satzver­band CTF-151 inte­gri­ert.

Allmäh­lich set­zt sich bei den meis­ten in rein nationalem Auf­trag am Horn von Afri­ka operieren­den Mari­nen die Ein­sicht durch, dass Koor­di­na­tion von Aktiv­itäten die Effek­tiv­ität deut­lich erhöhen und zugle­ich Ressourcen scho­nen kann. Vor diesem Hin­ter­grund bilden sich denn auch unver­mutete „Zweck­ge­mein­schaften“. Am 2. Feb­ru­ar melde­ten Medi­en, Indi­en, Chi­na und Japan hät­ten damit begonnen, die Ein­sätze ihrer Kriegss­chiffe zur Kon­voisicherung im Golf von Aden zu „koor­dinieren“. Ver­stärk­te Zusam­me­nar­beit gibt es auch zwis­chen den Ein­satzver­bän­den von EU, NATO und CTF-151 mit der Rus­sis­chen Marine. Am 2. Feb­ru­ar führten der rus­sis­che Zer­stör­er ADMIRAL TRIBUTS und der Tanker PECHENGA eine kurze Übung mit dem NATO-Ein­satzver­band SNMG‑1 und dem US-Zer­stör­er HALSEY (Führungss­chiff der CTF-151) durch. Geübt wurde u.a. die gegen­seit­ige Ver­sorgung in See.

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