Iran — Fortschreibung Stand 24.Juni 2012

Die Gespräche mit dem Iran bleiben bish­er ohne greif­bare Fortschritte, und damit ist auch klar, dass das von der EU und den USA erk­lärte Öl-Embar­go wie geplant am 1. Juli in Kraft tritt. Der Iran hat sich offen­bar auch darauf eingestellt. So wer­den seit dem 18. Juni keine offiziellen Infor­ma­tio­nen zu Beladun­gen von Tankern mehr her­aus­gegeben. Zur Ent­las­tung der zahlre­ichen vor der iranis­chen Küste als Zwis­chen­lager für Rohöl genutzten Tanker will die Iran­ian Oil Ter­mi­nals Com­pa­ny (IOTC) ihre Lagerka­paz­itäten an Land erweit­ern, vor allem auch (gegen Luftan­griffe geschützte) unterirdis­che Tanks bauen. Iranis­che Gesellschaften haben der­weil ein Kon­sor­tium gegrün­det, das die von europäis­chen Ver­sicherungs­ge­sellschaften ver­weigerte Deck­ung iranis­ch­er Rohöl­trans­porte gewährleis­ten soll. Deck­ung sollen auch aus­ländis­che Tanker in iranis­chen Gewässern erhal­ten.

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EISENHOWER (Foto: US Navy)

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Nach der britis­chen Lloyds sowie der franzö­sis­chen und nor­wegis­chen Ver­i­tas hat nun auch der deutsche Ger­man­is­che Lloyd die Zer­ti­fizierung iranis­ch­er Schiffe nach Umwelt- und Sicher­heits­stan­dards eingestellt. Schiffe ohne solche Zer­ti­fikate haben erhe­bliche Prob­leme, Ein­lauf­genehmi­gun­gen für Häfen im Aus­land zu erhal­ten.

In den Vere­inigten Ara­bis­chen Emi­rat­en hat am 21. Juni die neue Hab­shan-Fujairah Pipeline ihren Betrieb aufgenom­men. Sie umge­ht land­seit­ig die Straße von Hor­muz und bietet damit eine Alter­na­tive, falls der Iran in Antwort auf die inter­na­tionalen Sank­tio­nen eine Sper­rung der Meerenge erk­lärt.

Die mil­itärische Lage im und um den Per­sis­chen Golf ist unverän­dert ruhig und bleibt über­wiegend von Rou­ti­ne­op­er­a­tio­nen gekennze­ich­net. In der Region operieren weit­er­hin zwei Car­ri­er Strike Groups der US Navy. Während die ABRAHAM LINCOLN offen­bar noch immer im Per­sis­chen Golf ste­ht, unter­stützt die ENTERPRISE mit ihren Kampf­flugzeu­gen aus dem Ara­bis­chen Meer her­aus die Oper­a­tion „Endur­ing Free­dom“ in Afghanistan.

Am 20. Juni hat sich in Nor­folk (Vir­ginia) die EISENHOWER Car­ri­er Strike Group auf den Weg zu einem neun­monati­gen Ein­satz in Mit­telmeer und Mit­telost gemacht. Zum Ver­band gehören neben dem Flugzeugträger EISENHOWER noch der Kreuzer HUE CITY sowie die Zer­stör­er WINSTON S. CHURCHILL, JASON DUNHAM und FARRAGUT. Wahrschein­lich gehören zum Ver­band wie üblich auch Ver­sorgungss­chiffe und (min­destens) ein U‑Boot. Auch diese Ver­legung ist kein „Surge Deploy­ment“ in kurzfristiger Reak­tion auf eine aktuelle Lageen­twick­lung, son­dern seit mehr als einem Jahr geplant. Wahrschein­lich soll die EISENHOWER die ABRAHAM LINCOLN ablösen, die noch „im Som­mer“ in New­port News eine mehrjährige Werftliegezeit begin­nen soll. Die EISENHOWER Car­ri­er Strike Group dürfte etwa Mitte Juli im Ara­bis­chen Meer ein­tr­e­f­fen.

Das zur Kom­man­do­plat­tform und zum Führungss­chiff für Minen­ab­wehr umge­baute Dock­lan­dungss­chiff PONCE der US Navy hat auf dem Weg in den Per­sis­chen Golf am 22. Juni den Suezkanal passiert.

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