Australien — Beschaffung von MH-60R Seahawk Romeo

Auf der Suche nach neuen Marine­hub­schraubern hat sich das aus­tralis­che Vertei­di­gungsmin­is­teri­um nun endgültig für ein amerikanis­ches Mod­ell entschieden. 

Im Vertei­di­gungsweißbuch von 2009 fand sich die Forderung nach 24 neuen „Naval Com­bat Heli­copters“. Sie sollen bei der aus­tralis­chen Marine 16 alte Hub­schrauber S‑70B‑2 Sea­hawk erset­zen und auch die nach dem Ausstieg aus der Beschaf­fung von SH-2G Super Sea­sprite ent­standene Lücke füllen. Acht Hub­schrauber sollen als Bor­d­hub­schrauber auf Fre­gat­ten mit­ge­führt wer­den.

Marineforum - MH-60R (Foto: US Navy)
MH-60R
Bildquelle: US Navy

Schon im Novem­ber 2009 sahen aus­tralis­che Medi­en Hub­schrauber vom Typ MH-60R Sea­hawk Romeo des US-Her­stellers Siko­rsky als Favoriten für Pro­jekt AIR 9000 (Phase 8). Im offiziellen Auss­chrei­bungsver­fahren stand dieses Mod­ell zunächst noch in Konkur­renz zum Hub­schrauber NH90 NFH der NATO Heli­copter Indus­tries. Eine Vorentschei­dung deutete sich allerd­ings schon im Juli 2010 an, als die aus­tralis­che Regierung beim US Kongress einen „möglichen Kauf von 24 MH-60R“ beantragte. Nicht uner­wartet wur­den nun am 16. Juni diese Hub­schrauber offiziell bestellt. Die ersten zwei Maschi­nen sollen Mitte 2014 in Aus­tralien ein­tr­e­f­fen, der Rest dann zügig in 2015 fol­gen. Der Gesam­tum­fang der Bestel­lung wird mit etwa 2.2 Mrd. Euro angegeben. 

MH-60R (auch als Knighthawk beze­ich­net) ist der mod­ern­ste Mehrzweck­hub­schrauber der US Navy. Seine Entwick­lung begann in den 1990er Jahren, wobei man zuerst plante, vorhan­dene Hub­schrauber Sea­hawk auf den neuen tech­nol­o­gis­chen Stand umzurüsten, sich dann aber doch für kom­plett neu gebaute Maschi­nen entsch­ied. Ein erstes Vorse­rien­mod­ell flog 2002; 2006 begann die Serien­fer­ti­gung, wobei die US Navy die Beschaf­fung von fast 300 dieser Hub­schrauber plant. Sie sind als Bor­d­hub­schrauber für die Kamp­fauf­gaben „U‑Jagd“ und „Anti-Sur­face War­fare“ opti­miert und mit Tauch­sonar, Seer­aumüberwachungsradar und FLIR aus­gerüstet; zur Bewaffnung gehören U‑Jagdtorpedos und Seeziel-FK Hell­fire. Auch die für Aus­tralien bes­timmten Maschi­nen sollen mit Hell­fire bestückt wer­den und so die Ein­satzrolle wahrnehmen, für die ursprünglich SH-2G Super Sea Sprite vorge­se­hen waren. 

In Koop­er­a­tion mit “Marine­Fo­rum — Zeitschrift für mar­itime Fra­gen

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