USA – USV – Unbemannte Überwasserfahrzeuge – Unmanned Surface Vehicle


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Dieser Artikel wird mit freundlicher Genehmigung der „MarineForum – Zeitschrift für maritime Fragen“ veröffentlicht.

Marineforum

Unbemannte Überwasserfahrzeuge

Fahrplan der US-Navy im Gesamtspektrum der Seekriegsführung
von Sidney E. Dean

Die US-Marine legte 2007 den »Navy Unmanned Surface Vehicle (USV) Master_Plan« für die Entwicklung und Einführung unbemannter Überwasserfahrzeuge im Rahmen des Gesamtspektrums der Seekriegsführung vor.

Der Einsatz unbemannter Systeme hat im Pentagon hohe Priorität. Hierfür werden sechs Gründe angeführt:

  • Unbemannte Systeme haben häufig mehr Ausdauer für lange Einsätze; Einsätze von mehr als 24 Stunden sind vor allem auf Bereichen wie Überwachung, Aufklärung, oder Minensuche nicht selten;

  • Sie können bedenkenlos in potenziell ABC-verseuchten Gebieten eingesetzt werden;

  • Sie reduzieren die Gefahr für Menschen (etwa bei der Minenräumung);

  • Sie können meistens durch 1 bis 2 Besatzungsmitglieder des Mutterschiffs geführt werden und sollen zunehmend auch zumindest zeitweise autonom agieren; dies setzt Personal für andere Aufgaben frei (besonders wichtig, da die neuen Schiffsklassen kleinere Besatzungen als bisherige Kriegsschiffe führen sollen) und reduziert die Lebenszykluskosten;

  • Sie sind Kräftemultiplikatoren – ein Kriegsschiff kann durch den Einsatz von USV ein größeres Gebiet überwachen oder durchsuchen. Durch Entsenden von USV können Gefahren oder Ziele bereits im Vorfeld der Schiffssensorenreichweite früh erfasst und eingeordnet werden.

  • Bestimmte Aufgaben (etwa Minenaufklärung) können den unbemannten Systemen überlassen werden, während das Kriegsschiff andere Einsätze bewältigt.

Insgesamt sollen USV dazu beitragen die drei größten Gefahrenherde zu neutralisieren, denen die Navy während der kommenden Jahrzehnte nach eigener Einschätzung unter und über Wasser gegenüberstehen wird:

  • leise fahrende, in Littoralgewässern schwer zu ortende dieselelektrische Unterseeboote;

  • Minenfelder in Littoralgewässern, Meeresengen und Brandungszonen;

  • asymmetrische Bedrohungen durch Feindboote, inklusive sprengstoffbeladener Boote, die durch Terroristen eingesetzt werden.

Marineforum - Spartan Scout (Foto: US-Navy) Die maximal 12 Meter langen unbemannten Fahrzeuge werden nur begrenzt hochseefähig sein und sind vor allem für den Einsatz in Littoralgewässern und in Küstennähe konzipiert. Sie werden an Bord von Kriegsschiffen geführt und als Auxiliarsystem eingesetzt.

Grundsätzlich sollen in Zukunft alle Kriegsschiffe imstande sein, unbemannte Systeme zu führen. Die Littoral Combat Ship (LCS) Klasse ist die erste Schiffsklasse, die ausdrücklich für den Einsatz solcher Systeme konzipiert ist. LCS Schiffe sollen vor jedem Einsatz mit aufgabenspezifisch-vorbereiteten Einsatzmodulen (bestehend aus spezialisierten Sensoren, Waffen, unbemannten und bemannten Hubschrauber und Booten usw.) konfiguriert werden. Unbemannte Überwasserfahrzeuge gehören zu jeder Konfiguration, ob für Minenjagd, ASW oder Bekämpfung von Überwasserzielen. »LCS setzt als erstes Kriegsschiff unbemannte Systeme als primäre Kampfmittel ein«, erklärte Ken Montgomery vom LCS-Entwicklungsbüro.