USA – »AMERICA« CLASS – Größtes amphibisches Kriegsschiff der Welt


Flagge USA

Dieser Artikel wird mit freundlicher Genehmigung der „MarineForum – Zeitschrift für maritime Fragen“ veröffentlicht.

Marineforum

»AMERICA« CLASS
»AMERICA« CLASS

Die US-Navy stellt im Jahr 2013 das Typschiff der neuen AMERICA-Klasse in Dienst. Diese neue amphibische Trägerklasse löst die 1973 eingeführte TARAWA-Klasse ab, die bis 2015 vollständig ausgemustert wird. Die vier geplanten Einheiten der AMERICA-Klasse werden parallel zu den acht amphibischen Trägern der WASP-Klasse (Einführung 1989) bei der Flotte dienen, weisen aber wesentliche Neuerungen sowohl bezüglich des Entwurfs wie bezüglich der Ausstattung auf.

Mit 45.000 Tonnen Verdrängung wird das Typschiff USS AMERICA (LHA 6) circa 4.000 Tonnen schwerer als die WASP-Klasse, die bisher als größte amphibische Kriegsschiffklasse der Welt galt. Mit 257,3 Meter Länge und 32,3 Metern Breite fällt die AMERICA- Klasse auch um einige Meter länger aus als die WASP-Klasse.

Das wirklich Besondere an der neuen amphibischen Schiffsklasse ist allerdings die vollständige Ausrichtung auf den Flugbetrieb. Anders als bei der TARAWA-Klasse oder der WASP-Klasse gibt es kein Flutdeck. Zwar kann das Schiff – zusätzlich zur 1.059-köpfigen Navy Besatzung – immer noch ein Kontingent von 1.871 Marineinfanteristen einschließlich einer 1.200 köpfigen Infanteriekampfgruppe an Bord nehmen; die Landungstruppen des US-Marine Corps (USMC) werden aber per Helikopter und Osprey anstatt durch LCAC Luftkissenfahrzeuge und Landungsboote an den Strand – oder weiter ins Inland – gebracht.

Begründet wird diese Veränderung durch die geplante Erweiterung des typischen Flugkontingents eines Einsatzverbandes des Marine Corps (Marine Expeditionary Unit – MEU) einschließlich der Einführung neuer Flugzeugtypen, die nur in begrenztem Umfang auf der WASP-Klasse untergebracht und versorgt werden können.

Flugzeugzentrische Ausrichtung

F-35 (Foto: Lockheed-Martin)
F-35
Foto: Lockheed-Martin

V-22 Osprey (Foto: US Navy)
V-22 Osprey
Foto: US Navy

Die Zusammensetzung der USMC-Flugstaffel auf einem amphibischen Träger variiert mit den jeweiligen Einsatzvorgaben. Als Standardzusammensetzung für routinemäßige Fahrten gilt allerdings gegenwärtig: zwölf CH-46 Sea Knight und vier CH-53E Sea Stallion Transporthubschrauber; drei UH-1N Huey Mehrzweckhubschrauber; vier AH-1W Super Cobra Jagdhubschrauber und sechs AV-8B Harrier Jagdbomber. Diese Standardzusammensetzung soll ein ausgewogenes Fähigkeitsspektrum gewährleisten, sodass eine auf See befindliche MEU imstande ist, auf Krisen unterschiedlicher Art angemessen zu reagieren.

Das Flugzeuginventar des Marine Corps ändert sich aber, vor allem durch Einführung des Transportflugzeuges MV-22 Osprey sowie (ab 2012) des STOVL Jagdbombers F-35B. Als künftiger Maßstab eines Standardverbandes gilt: zwölfMV-22 Osprey-Schwenkrotorflugzeuge; acht AH- 1Z Kampfhubschrauber; zehn F-35B Jagdbomber; vier CH-53K und vier UH-1Y Hubschrauber. Hinzu kommen vier MH-60 Helikopter der Navy für ASW und Minenjagd. Das neue Flugkontingent wird nicht nur größer, sondern auch leistungsfähiger. Die F-35B und die MV-22 sind schneller und haben mehr Reichweite als die AV-8B oder die CH-46. Die F-35B ist zudem für feindliche Radarsysteme weitgehend unsichtbar und somit bestens geeignet, feindliche Flugabwehr- und Antischiffsraketenstellungen auszuschalten sowie allgemeine Luftunterstützung für die Landungstruppen zu bieten. Auch die Verdoppelung der Anzahl der mitgeführten Kampfhubschrauber erhöht die Fähigkeit zur Bekämpfung von Bodenzielen.

Sowohl das Schwenkrotorflugzeug MV-22 als auch der neue Jagdbomber F-35B brauchen allerdings mehr Raum im Hangardeck und in der Wartungsbucht als die Flugzeuge, die sie ablösen. Durch Wegfall des Flutdecks wurde erheblicher Nutzraum im Schiffsinneren geschaffen. Ein Teil der Wartungseinrichtungen wurde vom Hangardeck in diesen neuen Raum verlegt. Einerseits wurde so der Nutzraum des Hangardecks vergrößert; andererseits sind die im ehemaligen Flutdeck eingerichteten Flugzeugwartungsanlagen größer und besser ausgelegt als auf früheren amphibischen Trägern.

Es gibt auch mehr Lagerraum für Ersatzteile, Munition und Treibstoff. In Zahlen: Das Hangardeck der AMERICA- Klasse hat 2.900 m2 Fläche (TARAWA-Klasse: 1.750m2;WASP-Klasse 1.960 m2). Für Ausrüstung und Munition stehen 4.300 Kubikmeter Lagerraum zur Verfügung (TARAWA- Klasse: 3.300 Kubikmeter; WASP-Klasse: 3.000 Kubikmeter). Rund 5 Millionen Liter Flugbenzin lassen sich mitführen (TARAWA-Klasse: 1,3 Millionen Liter; WASP-Klasse: 2,3 Millionen Liter).