USACVN 77 GEORGE H.W. BUSH — Letzter Flugzeugträger der NIMITZ-KLASSE

Schiff der Superla­tive

Die USS GEORGE H.W. BUSH ist nach der USS RONALD REAGAN der zweite Flugzeugträger, der nach einem (zur Zeit der Schiff­s­taufe) noch leben­den ehe­ma­li­gen US-Präsi­den­ten benan­nt wurde. CVN 77 ist gle­ichzeit­ig, nach der USS FORRESTAL, der zweite US-Flugzeugträger, der zu Ehren eines ehe­ma­li­gen Marine­fliegers benan­nt wird.

Wie die übri­gen Ein­heit­en dieser Klasse ist die USS GEORGEH.W.BUSH ein Schiff der Superla­tive. Von der Wasser­lin­ie ragt das Schiff zwanzig Stock­w­erke in die Höhe; die Meer­wasser­entsalzungsan­lage pro­duziert täglich 1,8 Mil­lio­nen Liter Frischwass­er; 3.000 Kilo­me­ter Kabel durchziehen das Schiff. An der Ver­drän­gung gemessen sind NIMITZ Träger mit rund 90.000 Ton­nen die weltweit größten Kriegss­chiffe, die je gebaut wur­den.

Das Schiff wurde aus rund ein­er Mil­liarde Einzel­teile gefer­tigt. Beim Bau wur­den rund 43.000 metrische Ton­nen Stahl (inklu­sive 25.000 8x3 Meter große Stahlplat­ten) und 45.000 Ton­nen Alu­mini­um ver­wen­det. Im Rah­men des mod­u­laren Kon­struk­tionsver­fahrens wur­den 161 größere Einzelele­mente des Schiffs fer­tig gestellt und nach dem »Lego­prinzip« zusam­menge­fügt. Die 700 Ton­nen schwere Insel ist hier­bei das größte Einzelele­ment.

Mit 6,26 Mil­liar­den Dol­lar Baukosten ist die USS GEORGE H.W. BUSH am Ende fast zwei Mil­liar­den Dol­lar teuer­er als die durch­schnit­tliche Ein­heit der NIMITZ-Klasse.

Grafik: Northrop Grumman
Grafik: Northrop Grum­man

CVN-77 wurde im Jan­u­ar 2001 bei Northrop Grum­man New­port News Ship­build­ing (New­port News, Vir­ginia) in Auf­trag gegeben. Die Kiel­le­gung erfol­gte im Sep­tem­ber 2003.Getauft wurde der Träger am 7.Oktober 2006. Die Aus­liefer­ung des Schiffes ver­lief mit Ver­spä­tung. Ursprünglich sollte die BUSH im Novem­ber 2008 übergeben wer­den. Liefer­verzögerun­gen bei wichti­gen Kom­po­nen­ten sowie ein Eng­pass an Fachar­beit­ern bei der Her­steller­fir­ma ver­hin­derten die Ein­hal­tung des ursprünglichen Ter­mins. Um den vorge­se­henen Über­ga­beter­min im Jan­u­ar 2009 einzuhal­ten, wurde das Schiff formell im unfer­ti­gen Zus­tand durch die Navy über­nom­men und nachträglich fer­tig gestellt.

Die See-Erprobung durch den Her­steller im Feb­ru­ar 2009 ver­lief ohne nen­nenswerte Prob­leme. Das Schiff­sin­spek­tion­s­gremi­um (US-Navy Board of Inspec­tion and Sur­vey) der US-Marine nahm vom 7. bis 10. April eine eigene See-Erprobung vor der Küste Virginia’s vor. Dies ist stets der let­zte Schritt in der Begutach­tung eines neuen Schiffes, ehe die Entschei­dung fällt, das Schiff dem Her­steller abzunehmen. Die Erprobungs­fahrt dient der Prü­fung der Ein­satzbere­itschaft sämtlich­er Schiff­ssys­teme und der Tauglichkeit des Schiffes für den Flot­ten­di­enst. Die Erprobung ver­lief zur vollen Zufrieden­heit.

CVN 77 durch­läuft ab Ende dieses Jahres die Ein­satzaus­bil­dung und soll in der zweit­en Jahreshälfte 2010 zur ersten Ein­satz­fahrt auf­brechen. Das Schiff soll 50 Jahre bei der Flotte bleiben. Der Träger wird ein Geschwad­er mit mehr als 80 Flugzeu­gen führen, darunter auch den ab 2015 in Dienst zu stel­len­den Mehrzweck­jäger F‑35 Light­ning II. Durch Ein­satz dieses ersten Stealth-Fight­ers der US-Navy wird die BUSH (wie alle anderen Träger) einen noch stärk­eren Beitrag zur Zer­störung feindlich­er Flu­gab­wehr- und Raketen­stel­lun­gen in den ersten Kriegsta­gen eines Kon­flik­ts spie­len.

Wie die übri­gen Träger dieser Klasse kann das Schiff cir­ca drei Monate ohne Ver­sorgung auf See bleiben. Unter Ver­sorgung auf See kann der Träger grund­sät­zlich unbe­gren­zt fahren. Die Brennkerne der bei­den Atom­reak­toren müssen erst nach zwanzig Jahren aus­ge­tauscht wer­den.

Mit der USS GEORGE H.W. BUSH set­zt die NIMITZ-Klasse schließlich einen neuen Reko­rd. Das Typ­schiff USS NIMITZ (CVN 68) wurde bere­its 1968 auf Kiel gelegt und 1975 in Dienst gestellt. Durch die USS GEORGE H.W. BUSH wird die NIMITZ-Klasse die am läng­sten gebaute sowie die am läng­sten aktive (1968 bis ca. 2060) Schiff­sklasse der Welt wer­den.

Team GlobDef

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