Frankreich — LA FAYETTE — Eine Fregatten-Familie im STEALTH-Design

Bewaffnung und Aus­rüs­tung
Ana­log zu den zugedacht­en Haup­tauf­gaben ist die Bewaffnung der LA FAYETTE-Klasse für die mögliche Über­wasserkriegführung eines allein und unab­hängig operieren­den Kriegss­chiffes aus­gelegt. Eine U‑Jagdausrüstung fehlt.

Auf der Back ste­ht ein 100mm-Turm der franzö­sis­chen Fir­ma Giat mit ein­er Kadenz von 78 Schuß. Er kann sowohl gegen See‑, Luft wie auch Landziele einge­set­zt wer­den und hat eine max­i­male Reich­weite von 17.000 m. Der Muni­tionsvor­rat beträgt 600 Schuß. Im Brück­en­bere­ich ste­ht bei­d­seit­ig je ein 20-mm-Geschütz zur Abwehr von ter­ror­is­tis­chen Angrif­f­en.

Die Flugkör­per­be­waffnung beste­ht aus acht Exo­cet MM 40 Block 2, die in zwei Startern hin­ter dem Brück­e­nauf­bau eingerüstet sind. Durch ein Schanzk­leid sind sie stealth-gerecht verklei­det. Der 1 Mach schnelle MM 40 Block 2 hat eine Reich­weite von 70 km und ein Gewicht von 870 kg. Seine Flughöhe liegt zwis­chen 3 und 15 Metern. Der fire-and-for­get Flugkör­p­er besitzt ECCM-Fähigkeit­en (elec­tron­ic-coun­ter­coun­ter­me­as­sures) sowie einen verbesserten Suchkopf. Während der Marsch­phase wird er über ein Trägheit­snav­i­ga­tion­ssys­tem gelenkt und in der End­phase öffnet er seinen Radar­suchkopf.

Für die Luftab­wehr ste­ht auf dem Hub­schrauber­hangar ein Cro­tale-Starter mit ins­ge­samt acht VT1-Schiff-Luft-Flugkör­pern. Der sowohl mit Radar- als auch Infrarotlenkung aus­ges­tat­tete Flugkör­p­er trägt einen 14 kg schw­eren Gefecht­skopf und erre­icht bei 3,5 Mach eine Ein­satzent­fer­nung von etwa 13 km.

Weit­er­hin sind zur späteren Ergänzung in der Luftab­wehr Raum- und Gewicht­sre­ser­ven für eine Nachrüs­tung mit dem Schiff-Luft-Flugkör­p­er ASTER 15 vorhan­den. Zwis­chen 100-mm-Turm und Brück­e­nauf­bau ist Platz für 2 x 8 Sylver VLS-Anla­gen. Die Reich­weite des ASTER 15 beträgt bei 3 Mach 30 km.

Bei­d­seit­ig des vorderen Mastes auf Brück­endeck­höhe befind­et sich je ein DAGAIE Mk2-Wer­fer. Jede Anlage kann sechs Radar- und/oder Infrarot-Täuschkör­p­er zur Abwehr von anfliegen­den Flugkör­pern aufnehmen.

Auf dem Brück­endach befind­et sich auch das Cas­tor-2J Feuer­leitradar für den 100-mm-Turm. Eine zweite Anlage dieses Typs ist in dem Cro­tale-Starter inte­gri­ert. Das Such- und Zielver­fol­gungsradar DRBV-15C kam auf dem in sein­er Form einem Mast ähnel­nden Schorn­stein zum Ein­bau. Diese 3D-Anlage hat gegen Luftziele eine Reich­weite von 100 km. Einen Flugkör­p­er kann das Gerät bis zu 50 km Ent­fer­nung erfassen. Der vorhan­de­nen Mast dient als Träger der ver­schiede­nen Kom­mu­nika­tions- und ECM-Anten­nen.

Exporter­folge
Die LA FAYETTE-Klasse wurde zwis­chen­zeitlich auch in drei Län­der erfol­gre­ich exportiert. Die ver­schiede­nen Bause­rien weisen jedoch sowohl im Ausse­hen als auch in der Aus­rüs­tung erhe­bliche Unter­schiede auf. Gemein­sam ist lediglich das tech­nis­che Grund­konzept und die ange­wandten Bautech­nolo­gien. 

Tai­wan (TWN) hat­te bere­its im Jahre 1992 unter der Pro­jek­t­beze­ich­nung KUANG HUA II einen Ver­trag über die Liefer­ung von sechs Ein­heit­en geschlossen. Die Schiffe kamen zwis­chen 1996 und 1998 zur Abliefer­ung. Ihr Auf­gaben­schw­er­punkt liegt in der U‑Jagd. Sie sind mit einem Bug- und Schlepp­sonar sowie U‑Jagdtorpedos aus­gerüstet.

Die sau­di-ara­bis­che Ver­sion (SAA) ist als Luftab­wehrfre­gat­te aus­gelegt. Im Novem­ber 1994 wur­den zwei Ein­heit­en geordert und im Mai 1997 die Option ein­er drit­ten wahrgenom­men. In den Jahren 2002 und 2003 wur­den die bei­den ersten Schiffe an den Auf­tragge­ber abgeliefert, das dritte soll Mitte 2004 fol­gen und damit das auch als Pro­jekt SAWARI II beze­ich­nete Pro­gramm zum Abschluß brin­gen. Die SAA-Ein­heit­en sind bere­its mit dem Schiff-Luft-Flugkör­p­er ASTER 15 aus­gerüstet.

Sin­ga­pur (SIN) hat sich bei der Suche nach dem New Gen­er­a­tion Patrol Ves­sel (NGPV), auch als Pro­jekt DELTA beze­ich­net, eben­falls für den franzö­sis­chen Entwurf entsch­ieden. Im März 2000 wur­den sechs Ein­heit­en bestellt, wobei aber nur das Typ­schiff in Frankre­ich gebaut wird. Der Bau der restlichen fünf Fre­gat­ten erfol­gt in Sin­ga­pur. Als Schiff-Schiff-Flugkör­p­er wird der HARPOON eingerüstet. Bis zum Jahre 2009 soll das Beschaf­fungsvorhaben been­det sein.

Schiffs­dat­en FRATWNSAASIN
Länge (m)124,2125,0133,0110
Bre­ite (m)15,415,417,016
Tief­gang (m)4,14,04,4
Ver­drän­gung (t)3.6003.6804.6503.200
Besatzung153+ 15156180+ 1060
Ein­satz­dauer (Tage)505050
Antrieb CODADCODADCODADCODAD
4x SEMT Piel­stick (MW)14,7214,7220,72
4x MTU 20V8000 (MW)32,8
Wellen / Rud­er2/22/22/22/2
Höch­st­geschwindigkeit (kn)252525> 25
Fahrstrecke (sm / kn)9.000 / 129.000 / 128.000/ 124.000/ 27
Rohrwaf­fen     
Giat 100-mm-Turm1
OTO Melara 76mm-Turm111
Bofors 40-mm-Geschütz2
Giat 20-mm-Geschütz22
Vul­can Pha­lanx1
Schiff-Schiff-FK    
Exo­cet MM40 Block22x42x4
HSIUNG Feng II2x4
HARPOON2x4
Schiff-Luft-FK     
CROTALE8
ASTER 15geplant2x84x8
SEA CHAPARRAL1x4
Hub­schrauber Pan­therThun­der­hawkDauphin 210t H/C

Team GlobDef

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