Frankreich – LA FAYETTE – Eine Fregatten-Familie im STEALTH-Design


Flagge Frankreich

Dieser Artikel wird mit freundlicher Genehmigung der „Marineforum – Zeitschrift für maritime Fragen“ veröffentlicht.

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Fregatte frigate LA FAYETTEIm März 1996 stellte die französische Marine nach einer dreijährigen Erprobungsphase mit der Fregatte LA FAYETTE ein auf den ersten Blick etwas seltsam aussehendes Schiff in Dienst. Das Hauptmerkmal und das Besondere an der LA FAYETTE ist ihre STEALTH-Charakteristik. Ein Konstruktionsprinzip, das mit diesem Schiff zum erstenmal im Marineschiffbau praktisch umgesetzt wurde. Die angewandten STEALTH-Technologien gewährleisten optimale Signaturreduktionen, erschweren dadurch dem Gegner die elektronische und optische Erfassung und erhöhen somit die Überlebensfähigkeit.

Die ersten drei Einheiten der LA FAYETTE–Klasse wurden im März 1988 durch die französische Marine bei DCN (Direction des Constructions Navales) in Auftrag gegeben. Eine zweite Dreierserie wurde im September 1992 bestellt, wovon allerdings im Mai 1996 aus Budgetgründen eine Einheit wieder gestrichen wurde. Das Bauprogramm kam im Oktober 2001 mit der Indienststellung der GUEPRATTE zum Abschluß. Die Hauptaufgaben der LA FAYETTE-Klasse sind Krisenmanagement, Patrouillentätigkeit und Schutz der französischen Überseegebieten.

Name P/N KL SL ID
La Fayette F710 15.12.1990 13.06.1992 22.03.1996
Surcouf F711 06.07.1992 03.07.1993 07.02.1997
Courbet F712 15.09.1993 12.031994 01.04.1997
Acont  F713 05.08.1996 08.07.1997 03.06.1999
Guepratte F714 01.10.1998 03.03.1999 29.10.2001
KL = Kiellegung, SL = Stapellauf, ID = Indienststellung

Schiffscharakteristik und technische Daten
Bei 124,2 m Länge, einer Breite von 15,4 m und einem Tiefgang von 5,85 m haben die Fregatten der LA FAYETTE-Klasse eine maximale Verdrängung von 3.600 t. Die Besatzung beträgt 153 Personen und für weitere 15 ist Platzreserve vorhanden. Der Rumpf ist aus Schiffbaustahl gefertigt. Um Wärmeabstrahlungen zu vermindern, wurden Teile der Aufbauten in einer speziellen Sandwichbauweise aus glasfaserverstärktem Kunststoff und Balsaholz hergestellt. Partiell sind einige Oberflächen mit einer absorbierenden Beschichtung versehen, die wiederum zusätzlich zur Formgebung die Radarrückstrahlung reduzieren soll. Ein Hubschrauberhangar ist für die Aufnahme eines 12-t-Hubschraubers dimensioniert. Zur Zeit sind Maschinen vom Typ Panther an Bord. Später soll eine Umrüstung auf den NH 90 erfolgen.

Die Antriebsanlage ist als CODAD-Anlage (Combined Diesel and Diesel) ausgelegt. Vier schwingungsgedämpft gelagerte SEMT Pielstick PA6 V280 STC Dieselmotoren mit Gesamtleistung von 14,72 MW ermöglichen eine Höchstgeschwindigkeit von 25 kn. Zwei Wellen mit fünfflügeligen Verstellpropellern übertragen die Maschinenleistung in das Wasser. Die Maschinenräume sind in ihren Abmessungen großzügig bemessen, so daß auch bei Bedarf eine Umrüstung auf andere Antriebskonzepte möglich wäre. Drei Dieselgeneratoren mit jeweils 750 kW Leistung erzeugen die elektrische Energie. Antriebsanlage, Stromerzeugung, Stromverteilung und die Schiffsbetriebsanlagen werden zentral durch ein redundant ausgelegtes IPMS (Integrated Platform Management System) überwacht. Ein Bugstrahlruder dient der erhöhten Manövrierfähigkeit.