Allgemein – Schiffstyp-Definition


Das Thema der Definition von Schiffstypen gibt häufig Anlaß zur regen Diskussion. An dieser Stelle deshalb der Versuch für ein wenig Klarheit zu sorgen. AMI International bietet auf seinen Seiten eine umfangreich Erklärung an, die hier frei ins Deutsche übersetzt worden ist.

 

Flugzeugträger (Aircraft Carriers)

Für Helikopter und Flugzeuge ausgelegte Schiffe. Sie dienen sowohl zum Transport als auch zum Einsatz von Kampfflugzeugen. Dies gilt auch für einige amphibische Schiffe, welche ebenfalls Flugzeuge transportieren. Allerdings dienen sie, wie der Name schon erahnen läßt, hauptsächlich zur Unterstützung von amphibischen Operationen. Es gibt weltweit drei Arten von Flugzeugträgern:

  • Conventional Take Off an Landing (CTOL) Aircraft Carriers (CV/CVN)

Brasilien, Frankreich und die USA besitzen diese Art der Flugzeugträger. Die Träger sind verhältnismäßig teuer da sie mit Katapulten, einem Landedeck und Fangseile ausgestattet werden müssen.

  • Short Take Off and Vertical Landing (STOVL)

Indien, Italien, Russland, Spanien, Thailand, und Großbritannien betreiben/betrieben Träger dieser Art. Außer der größeren russischen Kiew-Klasse mit fast 50.000 Tonnen bewegen sich Träger dieser Art zwischen 11 und 21.000 Tonnen. Da es sich bei den genutzten Flugzeugen (meist Harrier) um Senkrechtstarter handelt, werden keine Katapulte und keine Fangseile benötigt. Der vordere Teil des Startdecks ist meist als Rampe gebaut, über die die Harrier schneller in die Höhe katapultiert werden können. Großbritannien wird im Rahmen des Future Aircraft Carrier (CVF) Programms ab 2012 wieder zur größeren Klasse der Träger zurückkehren. Drei Varianten sind denkbar. CTOL, STOVL und STOBAR (Short Take Off and Arrested Recovery). 

  • Short Take Off and Arrested Recovery (STOBAR)

Bisher ist Russland die einzige Nation der Welt, die mit der Admiral Kutznetsov ein STOBAR-Träger im Einsatz hat. Dabei landen die Flugzeuge mit einem Fanhaken (wie CTOL), starten aber ohne Katapult über eine Rampe (wie STOVL).

 

China, Russland, Frankreich, Großbritannien und die USA besitzen SSBN. Wie der Name schon sagt: Nuklear betriebene Uboot mit ballistischen Raketen

    Uboote (Submarines)

    • Ballistic Missile Nuclear-Powered Sumarines (SSBN)

  • Nuclear-Powered Guided Missile Submarines (SSGN)

Von Russland hautsächlich zum Kampf gegen Flugzeugträger entwickelt

  • Nuclear-Powered Attack Submarines (SSN)

China, Frankreich, Russland, Großbritannien und die USA betreiben SSN.

  • General Purpose Diesel-Electric Submarine (SS)

Viele Marinen der Welt betreiben diese Art der Uboote.

 

Kreuzer (CG) (Cruiser)

Kreuzer sind die größten Überwasserkampfschiffe. Normalerweise verdrängen diese Schiffe über 10.000 Tonnen, sind für den unabhängigen Kampf über weite Entfernungen gerüstet.

 

Zerstörer (DD oder DDG)  (Destroyer)

Kleiner und nicht so leistungsstark wie ein Kreuzer präsentiert sich der Zerstörer als für den unabhängigen Kampf in einem weiten Aufgabenspektrum gerüstet (u.a. Phased Array Radar). Die Zerstörer sind in der letzten Zeit erheblich größer geworden und bewegen sich nun zwischen 5.000 und 10.000 Tonnen. Auch ihre Leistungsfähigkeit und damit ihr Preis (ca. 700 Mio. Dollar) haben sich erhöht. Einige Nationen bauen diese Art der Schiffe, nennen sie allerdings Fregatten. Darunter die spanische F-100, die deutsche F-124 und die niederländische De Zeven Provincien. Alle über 5.000 Tonnen und mit Phased-Array Radar.

 

Fregatten (FF oder FFG) (Frigates)

Im Mittel sind diese Schiffe 2.000 bis 5.000 Tonnen schwer. Sie sind entweder für nur ein Aufgabengebiet ausgelegt (U-Jagd, Luftabwehr), oder haben schwächere Allround-Fähigkeiten als ein Zerstörer. Fregatten sind die kleinsten Marineeinheiten mit Blauwasser-Fähigkeiten und liegen bei durchschnittlich 325 Mio. Dollar Baukosten.

 

Korvette (FS) (Corvettes)

Zwischen 700 und 2.000 Tonnen wiegt die Korvette und ist dabei noch gut bewaffnet. Sie bildet die kleinste Plattform für Sensoren, Waffen und Kampfsysteme im mittleren Bedrohungsumfeld. Der normale Einsatzbereich der Schiffe ist regional und auf Küstennähe beschränkt. 

Häufig kommt es bei Korvetten zu unterschiedlichen Klassifizierungen. Dabei spielt eine Rolle, dass größere Schiffe des Typs auch als FFL bezeichnet werden, also als leichte Fregatten. Auch ist das Design der Korvette mit einem Offshore-Patrouillenboot (OPV) vergleichbar. Allerdings sind der Antrieb und die Ausstattung unterschiedlich. Die Korvette ist schneller und besser bewaffnet, hat aber auch eine kürzere Durchhaltefähigkeit sowie Reichweite als ein OPV. 


Lenkflugkörperschnellboote (FAC oder PTGs oder PCGs) (Fast Attack Craft)

Unter 700 Tonnen und über 25 Knoten schnell sind diese Schnellboote. Sie besitzen so genannte Hit-and-Run Fähigkeiten innerhalb 100 Meilen vor Küsten. Dabei dienen ihnen Anti-Schiffsraketen (anti-surface warfare ASUW) als Waffen. Durch ihre Schnelligkeit und meist umfangreiche Bewaffnung (Raketen, Torpedos, Schnellfeuerkanonen, usw.) stellen sie für größere Schiffe eine erheblich Bedrohung dar. Durch ihre geringen Blauwasser-Kapazitäten, ihren meist fehlenden Selbstschutz und mangelnde Durchhaltefähigkeit sind sie nur für den Einsatz in Küstennähe oder flachem Wasser geeignet. Besonders z.B. in norwegischen Fjorden oder dem Südchinesischen Meer. 

 

Hochsee- Patrouillenboote (OPV) (Offshore Patrol Vessels)

OPVs sind meist über 700 Tonnen schwer, da sie für den längeren Einsatz weiter von den Küsten entfernt gedacht sind. Die Größe wird dabei bestimmt durch die geplante Einsatzreichweite und die zu erwartende Wellenhöhe. Z.B. sind die indischen OPVs bedingt durch die raue See bis zu 2.000 Tonnen schwer. OPVs sind nur normalerweise bis 20 Knoten schnell und nicht stark bewaffnet, was mehr Platz für Treibstoff und Nahrungsmittel läßt. Der Trend zu stärker bewaffneten Einheiten mit größeren Aufklärungskapazitäten ist dennoch durch Integration von Anti-Schiffsraketen, U-Jagd-Kapazitäten und auch Hubschrauberdecks zu erkennen. 

 

Patrouillenboote (PV) (Patrol Vessels)

Zwischen 100 und 700 Tonnen liegen die PVs. Sie werden hauptsächlich für Tageslichtoperationen (Gegen Schmuggler, Search and Rescue,…) und im küstennahen Gewässern eingesetzt. Die Bewaffnung besteht aus Maschinengewehren und/oder Maschinenkanonen zwischen 7,6mm und 40mm.

 

kleine Patrouillenboote (PC) (Patrol Crafts)

Wiegen unter 100 Tonnen und dienen der Sicherung des küstennahen Bereichs, Hafenanlagen und Flüssen. Sie sind wenn überhaupt nur schwach bewaffnet und in ihrer Reichweite stark eingeschränkt.

 

Minenboote (MCMV) (Mine Countermeasure Vessels)

Jedes Boot oder Schiff, das dem Aufspüren, Vernichten oder Legen von Seeminen dient, fällt in diese Kategorie. Dabei sind folgende Unterscheidungen hervorzuheben:

  • Minen-Unterstützungsschiff (MCS) Mine Countermeasure Support Ship

Unterstützt die Minensuche mit Kommunikationsmitteln, Logistik, Kommando und Kontrolle. Einige haben auch Hubschrauber zur Minenbekämpfung an Bord.

  • Minenjagdschiff (MHS) Minehunter Ship

Normalerweise über 500 Tonnen schwer, ausgestattet mit speziellen Sensoren zur Minensuche und Mitteln zu Minenbekämpfung.

  • Flottenminenräumer (MSF) Fleet Minesweeper

Ausgestattet mit Schleppvorrichtungen zur Bekämpfung von Anker- und Grundminen.

  • Küstenminenjäger (MHC) Coastal Minehunter

Meist unter 500 Tonnen schwer und besonders für die Minensuche in flachem Wasser ausgestattet.

  • Küstenminenräumer (MSC) Coastal Minesweeper

Ebenfalls unter 500 Tonnen und gleiche Funktion wie MSF nur eben im küstennahen Bereich

  • Minenleger (ML) Mine Layer

Dient normalerweise gleichzeitig als Minensucher, Trainingsschiff oder Patrouillenboot.