USAUSA — F‑16 Fighting Falcon

Tech­nik

Die F‑16 ist ein ein­strahliges All­wet­ter-Mehrzweck­kampf­flugzeug der drit­ten Gen­er­a­tio­nen, das als Typ (A/C) ein­sitzig und Typ (C/D) zweisitzig ist. Für mil­itärische Ein­sätze wird die Ein­sitzer­typen der F‑16 ver­wen­det, während für das Train­ing primär die Zweisitzer­typen Ver­wen­dung find­en. Zum größten Teil beste­ht der Rumpf des Flugzeugs aus kon­ven­tionellen Werk­stof­fen, wie Alu­mini­um­legierun­gen die 80% aus­machen, Bleche wer­den zu 60% an den tra­gen­den Teilen ver­wen­det und Stahl zu 8%. Es find­en auch teuere Mate­ri­alien wie Titan zu 1,5% und Kohle­faserver­bundswerk­stoffe zu 3 % Anwen­dung. Kon­stru­iert wurde die F‑16 als Mit­teldeck­er mit einem bis zu 40° Grad gepfeil­ten Trapezflügel. der Treib­w­erk­sluftein­lauf befind­et sich unter­halb des Rumpfes und hat eine ovale Form. Ins­ge­samt fasst eine F‑16C 3.986 Liter Keros­in­treib­stoff, welch­er in je ein­er Zelle im Flügel und in je 5 Zellen im Rumpf unterg­er­bacht ist. Die F‑16 besitzt ein Dreibein­fahrw­erk. Das Bugrad des Fahrw­erk ist unter dem Trieb­w­erk­sluftein­lauf ange­bracht, um zu ver­mei­den, dass aufgewirbelte Steine das Trieb­w­erk beschädi­gen.

Für die F‑16 bieten die Trieb­w­erk­sh­er­steller Pratt & Whiney und Gen­ral Elec­tric 2 hochmod­erne 2‑wellige Man­tel­stromtrieb­w­erke an. Pratt & Whit­ney bietet das F‑100-PW-229 Trieb­w­erk an und Gen­er­al Elec­tric das F110-GE-129 Trieb­w­erk. Für die zen­trale Daten­ver­ar­beitung am Bord ein­er F‑16, ist ein mod­u­lar­er Bor­d­com­put­er von Texas-Instru­ments zuständig. Aufge­baut ist der Bor­d­com­put­er aus einzel­nen aus­tauschbaren Mod­ulen. Über den Com­put­er wird das HUD, HDD, Daten­man­age­mentsys­tem (zwis­chen Radar und Lenkwaf­fen) ges­teuert. Es gibt eine sehr bre­ite Ange­botspalette unter­schiedlich­er Avioniksys­teme, wie Störsender, Nav­i­ga­tions- und Kom­mu­nika­tion­se­quip­ment die von Her­stellern aus den USA wie auch aus anderen Län­dern ange­boten werden.

Eine  dig­i­tale Vierkanal Fly-by-Wire-Flug­s­teuerung garantiert eine automa­tis­che Begren­zung des Anstell­winkels und der g‑Werte bei extremen Kur­ven und Manövern. So wird ein unge­woll­ter Strö­mungsabriss oder eine Über­schre­itung des max­i­malen G‑Limits(9g) ver­hin­dert. Mit einem Side­stick, der im Cock­pit auf der recht­en Seite neben dem Sitz des Piloten ange­ord­net ist, wer­den die Steuer­im­pulse elek­tro­n­isch an das Flugkon­troll­sys­tem weit­ergegeben. Das Cock­pit der F‑16 ist druck­belüftet und kli­ma­tisiert. Die vom Trieb­w­erk abgezweigte Luft wird durch ein Umweltkon­troll­sys­tem in das Cock­pit und zur Küh­lung der Elek­tron­ik zuge­führt. Der BF Goodrich ACCES II Schleud­er­sitz garantiert dem Piloten am Boden bei Still­stand und bei 1.100 km/h in 15.000 m Höhe einen sicheren Ausstieg. Zum Schutz des Piloten vor hohen g‑Werten ist der Schleud­er­sitz des Piloten um 30° in die Rück­en­lage geneigt. F-16 Fighting FalconDie aus ein­er Form gegossene Kun­sthoffhaube ermöglicht einen per­fek­ten Run­dum- und Aus­blick der für den Luftkampf auf eng­sten Raum wichtig ist. Die Haube wird elek­tro­n­isch geöffnet, wobei sie nach oben hin­ten auf­schwenkt. Die aus Poly­car­bon­at gefer­tigte Haube ist auf der Innen­seite, um Radarab­strahlun­gen durch Eck­en und Kan­ten im Cock­pits zu min­imieren, mit Gold beschichtet. Das holo­graphis­che HUD von GEC Mar­coni ver­fügt über eine inte­gri­erte Tas­tatur. Im Cock­pit sind Arma­turenin­stru­mente und zwei 10 x 10 Vier­farb-Mul­ti­funk­tions­dis­plays, zur Darstel­lung wichtiger Flug­dat­en inte­gri­ert. Die Bedi­enung erfol­gt primär über die am Steuerknüp­pel und am Schub­hebel ange­bracht­en HOTAS Kontrollen.

Das gängige Radar, für F‑16 Jäger des C & D Typ ist das Northrop Grum­man APG-68(V) Pulsdoppler‑, Mul­ti­mode- und Feuerkon­troll­radar. Es ist mit einem pro­gram­mier­baren Sig­nal­prozes­sor aus­ges­tat­tet und bietet 25 Betrieb­smo­di. Luft/Luft Modus zur Erfas­sung und Bekämp­fung feindlich­er Flugzeuge, mit­tels hal­bak­tiv (Spar­row) und aktiv gelenk­ten (AMRAAM, Der­by) Raketen. Ermöglicht wird durch das Radar im Luft/Luft Modus die Suche nach weit ent­fer­n­ten Zie­len, look-down/shot-down (Bekämp­fung tief­fliegen­der Ziele) sowie die Flug­bah­naufze­ich­nung von bis zu 10 Zie­len. Weit­ere Betrieb­smo­di sind der Luft/Boden Modus zum ver­fol­gen und bekämpfen von un-/be­weglichen  Boden-/Seezie­len durch die Fähigkeit des Ground Map­ping. Zur Unter­stützung des Piloten bei Nebel und schlechter Sicht im Tief­flug gibt es den Ter­rain­fol­ge­modus. In F‑16A/B der älteren Gen­er­a­tion, kann das West­ing­house AN/APX-66(V2) Radar mit­tels MLU-Update inte­gri­ert wer­den das annährend die sel­ben Leis­tun­gen bringt wie das APG-68(V) Radar.

Die neueren F‑16 Blöcke ab dem Block-52 Stan­dart erhal­ten die leis­tungs­fähig­ste Gen­er­a­tion der APG-68(V) Rei­he, dass APG-68(V9). Mit der Fähigkeit Bodenkon­turen mit­tels SAR(Synthetic Apen­ture Radar) dig­i­tal und in 3D auf Farb­bild­schir­men anzuzeigen, erre­icht die F‑16 bei Bode­nan­griff­s­mis­sio­nen eine nie da gewe­sene Präzi­sion. Das bei weit­em mod­ern­ste Radar das für den F‑16 Fight­er ange­boten wird, ist das Northrop-Grum­man APG-80 Radar mit dem die F‑16E/F Block/60 aus­gerüstet ist. Das APG-80 Radar ver­fügt über die Fähigkeit der elek­tro­n­is­chen Strahlschwenkung. Um auch in Zukun­ft die Leis­tungs­fähigkeit älter­er F‑16C Ver­sio­nen der F‑16C Block40/50 zu gewährleis­ten, gibt es das CCIP(Common Con­fig­u­ra­tion Imple­men­ta­tion Pro­gram). Das CCIP-Upgrade bein­hal­tet eine Mod­ernisierung der Soft-/Hard­ware des Flugzeugs. Soft­ware-Updates machen den Ein­satz neuer Smart-Bomben Gen­er­a­tio­nen bzw. Abstandswaf­fen möglich z.B. AIM-9X Sidewinder, AIM-120C5 AMRAAM, JDAM, JSOW, und EGBU-27 LGB’s. Durch Avionikup­grades kann das APG-68(V) Radar auf dem Stand des APG-68(V9) Radars aufgew­ertet wer­den, der Ein­satz neuer Pod wie Liten­ing-III/ER, Sniper-XR und Pan­tera ist möglich. Neue Störsys­teme, Farb­dis­plays und HMS(Helmet Mount­ed Sights) und Nav­i­ga­tion­ssys­teme sind auch in den Upgrade enthalten.

Aus­gereifte Spitzen­tech­nolo­gie, mod­u­lare Bewaffnung und Updates machen die F‑16 auch im 21. Jahrhun­dert, fast 30 Jahre nach Beginn der Serien­pro­duk­tions­be­ginn immer noch zu einem Kampf­flugzeug der Spitzenklasse.


Vari­anten:

F‑16A/B Erste Serien­pro­duk­tionsver­sion
F‑16C/D Gegen­wär­tige Serien­pro­duk­tionsver­sion mit verbessert­er Avionik und Trieb­w­erken
F‑16CJ “Wild Weasel” opti­miert für SEAD Auf­gaben zum Nieder­hal­ten der Flu­gab­wehr
F‑16E/F Block/60 Stark verbesserte Serien­pro­duk­tionsver­sion mit CFT, IR-Scan­ner und Radar mit elek­tro­n­is­ch­er Strahlschwenkung
F‑16XL Deltaflügel­ex­per­i­men­talver­sion mit 120% ver­größert­er Tragfläche
FS‑X mod­i­fizierte Ver­sion aus Japan, Lizenzbau bei Mit­subishi
F‑16 ADF verbesserte F‑16A/B in Ver­wen­dung bei der US. Nation­al Air Guard
F‑16 I Ver­sion für die israelis­che Luft­waffe mit verbessert­er Avionik und CFT


Her­steller:
Lock­heed Mar­tin (USA)
TAI (Türkei)
Fla­bel (Bel­gien)
Fokker (Nieder­lande)
Nor­we­gen und Däne­mark haben auch die Lizenz zur Her­stel­lung der F‑16

 

Weblinks:

F‑16 Fight­ing Fal­con Mul­ti-Role Fight­er Air­craft, USA — (www.airforce-technology.com)
F‑16 Fight­ing Fal­con — (Wikipedia)

Bildquelle: globalsecurity.org

Team GlobDef

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