Asien — Chinas Einstieg in den Bau moderner Kampfflugzeuge — die J‑11


China

Indi­en­st­stel­lung:
Seit dem Jahr 1996 wird die Su-27 und die Su-30 in diversen Vari­anten von Rus­s­land nach Chi­na exportiert und den Ein­satzreg­i­mentern der PLAAF zuge­führt. Als erstes wurde ab 1992 die 3. Divi­sion (Wuhu), mit der näch­sten großen Liefer­ung dann die 2. Divi­sion (Suxi) und mit der drit­ten Liefer­ung die 33. Divi­sion (Chingquing) aus­ges­tat­tet. Dazu kommt die Mon­tage der J‑11 (etwas über 100 Exem­plare), die über wenige Jahre betriebene Serien­fer­ti­gung der J‑11 A (Lizen­zver­sion) und seit kurzem der Zulauf der J 11 B. Ein Teil der Flugzeuge kon­nte fotografiert und bes­timmten Ein­satzreg­i­mentern zuge­ord­net wer­den. Danach ist zumin­d­est ein Reg­i­ment in jedem der 7 Mil­itär­re­gio­nen mit der SU-27 oder der J‑11 aus­ges­tat­tet.

Damit scheinen fol­gende PLAAF-Ein­heit­en mit der J‑11 aus­gerüstet zu sein (Stand Anfang 2009):

Oper­a­tionelle Ein­heit­en (Ein­satzreg­i­menter — unvoll­ständig):

1. Divi­sion (Shenyang)
1. Reg­i­ment
(32 Su-27 SK/UBK + J 11 B)
1. Divi­sion
?
(J 11 + J 11B)
2. Divi­sion
6. Reg­i­ment
(28 – 32 Su 27 SK/UBK + J 11)
3. Divi­sion 9. Reg­i­ment
(Su-30 MKK)
6. Divi­sion
16. Reg­i­ment
(Su-27 / J‑11)

7. Divi­sion

8. Divi­sion (Hainan)

19. Reg­i­ment
 
22. Reg­i­ment
(Su-27 / J‑11)
 
(J‑11 B) 
14. Divi­sion
40. Reg­i­ment
(Su-27 / J‑11)
18. Divi­sion
54. Reg­i­ment
(Su-30MKK)
19. Divi­sion 55. Reg­i­ment (Su-27SK, Su-27UBK, ex 3. Div.)
29. Divi­sion
85. Reg­i­ment
(SU 30 MKK)
33. Divi­sion
98. Reg­i­ment
(28 Su-27UBK, 4 J‑11)

Die 19. Divi­sion / 55. Reg­i­ment (Anshan) ist in Umstel­lung von der J‑11 / J‑11 AS zur J‑11 B (2007).  Nach Inter­net-Gerücht­en (2011) wird das 24. Reg­i­ment in der 8. Divi­sion in Jialaishi als erstes PLANAF-Jag­dreg­i­ment mit J‑11BH/BHS aus­ges­tat­tet, gefol­gt vom 55. Reg­i­ment in der 19. Divi­sion in Jin­ing als zweite mit der J‑11B aus­gerüstete Ein­heit. Die 18. Divi­son (Datuopu/Changshai) und die 29. Divi­sion (Quuhou) sowie das 13. Tak­tis­che Erprobungsreg­i­ment des FTTC (Cangzhou-Cangx­i­an) sollen mit der Su-30 MKK aus­gerüstet wer­den.

Im Jahr 2011 wur­den Maschi­nen mit Kennze­ich­nung der 8. Divi­sion (J‑11BSH Nr. 81088) und der 39. Divi­sion (Nr. 41285) fotografiert.

Die PLANAF- die Marineluft­waffe — set­zt in Fei Dong, Zhe­jiang Prov­inz (4te  Divi­sion, 10. Reg­i­ment) 24 Su30-Mkk2 ein. Die erste Liefer­ung von 12 Exem­plares wurde im Feb­ru­ar / März 2004 geliefert, gefol­gt von der zweit­en Liefer­ung mit weit­eren 12 Stück im August 2004. Zumin­d­est beim Jahreswech­sel 2008/2009 sind einige Flugzeuge auch auf den Para­cel-Inseln sta­tion­iert gewe­sen.

Inter­es­sant ist, dass alle Ein­heit­en, die auf die J‑11 umgerüstet wur­den, bis­lang die J‑8B/D geflo­gen sind.

Chin­abeobachter gehen davon aus, dass jedes Reg­i­ment mit min­destens 24 Flugzeu­gen aus­gerüstet ist. Acht ein­satzfähige Reg­i­menter implizieren daher rund 200 Flugzeuge vom Typ SU-27/J‑11 im Trup­pen­di­enst.

Allerd­ings sind alleine 76 Su-27SKs and UBKs aus Rus­s­land geliefert wor­den, dazu kom­men rund 100 aus Einzel­teilen zusam­men gebaute J 11 – und die über wenige Jahre pro­duzierte Lizen­zver­sion der J‑11 A. Dazu kom­men die bei der 19. Divi­sion zulaufend­en J‑11 B. Die abzulösenden J 11 und J 11 AS sollen zu anderen Ein­heit­en ver­legt wer­den. Die Auf­stel­lung ist also sich­er unvoll­ständig.

Nach derzeit­i­gen Erken­nt­nis­sen (Stand: Spät­som­mer 2007) sollen ins­ge­samt fol­gende Flugzeuge zuge­laufen sein:

Su-27SK — 36 ein­sitzige Flugzeuge in zwei Tranchen (Jan­u­ar 2014: 36 Exem­plare in Dienst)
Su-27UBK – 40 zweisitzige Flugzeuge in drei Tranchen (6+6+28) (Jan. 2014: 40 Exem­pl.)
Su-30MKK — 76 + 38 zweisitzige Flugzeuge zwis­chen 2000 und 2003 (Jan. 2014: 76 Exem­pl.)
Su-30MK2 — 24 Flugzeuge zwis­chen 2003 und 2004 (Jan. 2013: 24 Exem­plare)
J‑11 — 105 Flugzeuge mon­tiert in Shenyang (Jan. 2014 100 Exem­plare in Dienst)

J‑11A – Unbekan­nte Anzahl; Schätzun­gen laufen auf 20–30 Exem­plare bei ein­er Fer­ti­gungsrate von 15 bis 20 Flugzeu­gen pro Jahr (200 Exem­plare wur­den lizen­ziert).
J‑11B – Unbekan­nte Anzahl, Zulauf ab 2006/2007; nach Mel­dun­gen von Anfang 2009 soll die monatliche Pro­duk­tion­srate der Mas­chine aber nur bei 1 — 2 Exem­plaren liegen.

J‑15 — Träger­vari­ante mit Kippflügeln und Fang­hak­en, Jan. 2014 ca. 10 Exem­plare gebaut

 

Trieb­w­erk:
Chi­nas Haupt­prob­lem bei der Entwick­lung eigen­er Jagdflugzeuge sind die Trieb­w­erke. Chi­na bemühte sich daher in der Zeit vor dem „Tienanmen“-Debakel (1989) durch entsprechende Lizen­zpro­duk­te Zugang zu west­lich­er Tech­nolo­gie zu erhal­ten. Ein Beispiel dafür ist die britis­che Spey MK 202, die Teile­fer­ti­gung für die amerikanis­chen Gen­er­al Elec­tric CF‑6 und CFM-56, sowie die Liefer­ung von zwei CFM-56–2 Trieb­w­erken zu Zweck­en der Aus­bil­dung („Peace Perl Pro­gramm“). Das von Shenyang entwick­elte WS-10 soll auf dem CFM-56–2 basieren. Allerd­ings benötigte die Entwick­lung dieses Trieb­w­erks doch mehr Zeit, als die Entwick­lung des Flugzeuges benötigte.

Dementsprechend erwies es sich für Chi­nas Inge­nieure als Glücks­fall, dass über die Lizen­zpro­duk­tion der SU-27 der Zugriff auf das rus­sis­che AL-31 FN Trieb­w­erk ermöglicht wurde.

Die Entwick­lung des WS-10 wurde allerd­ings weit­er getrieben. Die WS-10A wurde auf der Zuhai Air­show 2006 offiziell als serien­reif verkün­det. Inzwis­chen wird die J‑11 B mit der WS-10 aus­gerüstet, wobei dieses zweis­trahlige Flugzeug Trieb­w­erk­sprob­leme bess­er ver­ar­beit­en kann als die ein­strahlige J‑10 , für die das Trieb­w­erk ab dem Jahre 2007 auch vorge­se­hen ist.