Lateinamerika – Brasilien TUCANO / SUPER TUCANO


Brasilien Brazil

 

 

 

 

„Brasilianischer Erfolgstyp

Der Turboproptrainer Tucano ist Teil des Aufstiegs der braslianischen Luftfahrtindustrie. Weltweit in mehreren hundert Exemplaren verkauft, hofft Embraer mit der gestreckten und leistungsfähigeren Super Tucano an den Erfolg anzuknüpfen. Nach Brasiliens Luftwaffe erhielt im Dezember 2005 Kolumbien als erster Exportkunde die Super Tucano und es gibt inzwischen weitere Käufer“

(FLIEGERREVUE 04-2009)

Embraer EMB 312
Typ: Trainer
Entwurfsland: Brasilien
Hersteller: Embraer
Erstflug: 16. August 1980
Indienststellung: 1983
Stückzahl: ~650

Bezeichnung:

 

Seit 1981 trägt die Maschine den Namen Tucano. Die Tucano-Sprachen (auch Tukano-Sprachen, engl. Tucanoan [languages]) sind eine Sprachgruppe von 25 zusammen gehörenden indigenen Sprachen Brasiliens.

Entwicklung:

Im Dezember 1977 erteilte Brasliens Regierung den Auftrag zur Entwicklung und Fertigung von fliegenden Prototypen und zwei Zellen für Belastungstests eines neuen Trainingsflugzeuges. Der Trainer sollte – so die Anforderung der brasilianischen Luftwaffe – als Fortgeschrittenentrainer die Flugeigenschaften eines Strahltrainers haben. Bereits einen Monat später – im Januar 1978 – begann Brasiliens Luftfahrtkonzern Embraer mit den Entwurfsarbeiten und im August 1980 konnte der Erstflug des neuen Turbotrainers EMB 312 durchgeführt werden.

Die erste Serienmaschine hatte ihren Erstflug am 16. August 1982, und die Auslieferung an den Kunden (die Luftwaffenakademie in Sao Paulo) begann im September 1983. Die brasilianische Luftwaffe hatte 168 dieser Maschinen bestellt. Sie fliegt diese Maschine unter der Bezeichnung T-27 (Trainer) und A-27 (Trainer und leichtes Angriffsflugzeug).

Der Exporterfolg der Maschine in inzwischen über 15 Länder – im Sommer 1990 bestellte Frankreich 80 EMB 312F – und das Interesse der brasilianischen FORCA AERA BRAZIL führte zu Weiterentwicklung.

1994 konkretisierte Brasiliens Luftwaffe die Anforderungen für ein bewaffnetes Patrouillienflugzug zur Überwachung des Amazonasgebietes. Dies führte 1996 zur Entwicklung der Super Tucano ALX. Zunächst wurde die um knapp 1,40 m verlängerte Version mit der Bezeichnung EMB 312H Super Tucano vorgestellt. Aus diesen Maschinen wurde die als Embraer EMB 314 Super Tucano / ALX entwickelt, deren Erstflug im Mai 1993 erfolgte.

Super Tucano der kolumbianischen Luftwaffe
Herstellungsdaten
Funktion: leichtes Angriffsflugzeug
Besatzung: 1-2 Piloten
Erster Flug: 2. Juni 1999
Inbetriebnahme: 2003
Hersteller: Embraer
Maße
Länge: 11,30 m
Spannweite: 11,14 m
Höhe: 3,97 m
Flügelfläche: 19,4 m²
Gewicht
Gewicht: 3150 kg
Nutzlast: 1800 kg
Maximale Startmasse: 4918 kg (46.300 lb)
Leistung
Triebwerk: Pratt&Whitney Canada PT6A-68/1 Propellerturbine im Bug mit 1193 kW (1600 PS)
Eigenschaften
Maximale Geschwindigkeit: 590 km/h
Marschgeschwindigkeit: 535 km/h
Kampfreichweite: 540 km
Reichweite: 1568 km
Dienstgipfelhöhe: 10.600 m
Steigrate auf Meereshöhe: 24 m/s
Technische Ausrüstung
Flughilfen: GPS/Nachtflugausrüstung/TCAS
Bewaffnung
Bordmaschinengewehre: 2x 12.7 mm in den Flügeln
Raketen/Bomben: fünf Aufhängungen für verschiedene Waffen (max. 1500 kg)

Die EMB 314 Super Tucano ist ein Trainingsflugzeug und die ein- (bzw. zwei-)sitzige A(T)-29 ALX ein militärisches Überwachungs- und Erdkampfflugzeug, das sich unter anderem durch die verstärkte Zelle mit Kevlarpanzerung, HOTAS-Steuerung vom Ausgangsmuster unterscheidet. Im August 2001 unterzeichnete die brasilianische Luftwaffe einen Vertrag zum Kauf von 76 ALX (25 Einsitzer und 51 Zweisitzer) deren Auslieferung Ende 2003 begann. Bereits 2005 waren vier Staffeln mit dem neuen Flugzeug ausgerüstet.

 

Bewaffnung und Einsatzmöglichkeiten:

Die EMB 312 Tucano bzw. die S.312 Tucano T.1 kann für Training bzw. als Tiefangriffsflugzeug an 4 Aufhängepunkten bis zu 1000 kg Außenlasten tragen, so kann sie mit 2 MG-Behältern 12,7 mm zu je 350 oder 500 Schuss bewaffnet werden. Außerdem kann sie 4 Behälter mit je 7 Raketen 37 mm oder mit 70-mm-Raketen tragen. Alternativ kann auch mit 4 Bomben vom Typ Mk-81 zu je 113 kg ausgerüstet werden.

Die Bewaffnung der EMB 314 Super Tucano besteht aus zwei fest installierten 12,7 mm MGs in den Tragflügeln und fünf Aussenlaststationen für bis zu 1.500 kg, geeignet für Zusatztanks und verschiedende Waffenbehälter, Bomben und Raketen (z.B. MAA-1 Piranha Luft-Luft-Raketen). Auch der Einsatz von Präzisionsmunition mit Hife von FLIR und Laserzielbeleuchter soll möglich sein. Ausgestattet mit Nachtsichtgeräten sind die Piloten mit ihren Maschinen vor allem auch über dem Amazonas unterwegs, um die Kleinflugzeuge von Drogenkurieren abzufangen.

 

Einsatz:

Die Tucano wird vor allem als Trainer und Patroullienflugzeug sowie für leichte Erdkampfeinsätze eingesetzt. Brasiliens ALX operieren in der Patroullienrolle gemeinsam mit den Luftraumüberwachungsflugzeugen EMB-145AEW&C bzw. EMB-145RS/AGS.

EMB 312:

15 Länder, darunter

  • Brasilianische Luftsttreitkräfte: 168 Maschinen T-27 (Trainer) und A-27 (Trainer und leichtes Angriffsflugzeug) in 6 Staffeln.
  • Lateinamerikanische Staaten: ~ 100 Exemplare (Argentinien, Dominikanische Republik, Ecuador, Honduras, Kolumbien, Prarguay, Peru, Venezuela)
  • Ägypten und Irak: 134 Exemplare, die bis auf die ersten 10 Maschinen in Ägypten (Helwan) montiert wurden
  • Kuwait: 16 „Short“ T.52
  • Iran: ~ 20 Exemplare
  • Französische Streitkräfte: 80 EMB 312F
  • Royal Airforce: 130 Lizenzbauten „Short Tucano“
  • Kenia: 12 Tucano „Short“ T.51
  • Angola: (angebl. peruanische Maschinen)

 

EMB 314 (ALX):

  • Brasilianische Luftstreitkräfte: 99 Maschinen. Lieferung: Dez. 2003 – 2006
  • Kolumbianische Luftstreitkräfte: 25 Maschinen, erste Lieferung im Dezember 2006.
  • Dominikanische Republik: 10 Maschinen, Einsatz als Trainer und Küstenüberwachungsflugzeug.

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Quelle Datei und Foto: http://de.wikipedia.org/wiki/Embraer_EMB_314

Youtube Video: www.youtube.com/watch?v=Matf6OjuO6E und http://www.youtube.com/watch?v=tBL2-08bhno&feature=related