Marinen aus aller Welt


CHILE

Mit der „Cabo Odger“ ist ein viertes Offshore Patrol Vessel zu Wasser.

Der Bauplan für die unter dem 2004 initiierten Marineplan „Danubio IV“ bei Asmar in Talcahuano für die chilenische Marine gebauten Schiffe vom Typ OPV-80 stammt von der deutschen Fassmer. Er beruht auf dem Standard-Design einer 80-m-Korvette, die in modularer Bauweise unterschiedlichsten Aufgaben und Kundenwünschen gerecht werden soll. Für Chile waren zunächst ein 40-mm Geschütz, Hubschrauberlandedeck, Platz für Container und spezielle Einrichtungen für den SAR-Dienst incl. zwei Beiboote (RHIB) vorgesehen. Zwei Dieselmotoren geben eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 21 Kn; Verstellpropeller und Schlingerdämpfungsanlage gewährleisten dabei hohe Seefestigkeit und Manövrierfähigkeit.

Schon die ersten Erfahrungen mit dem im Sommer 2008 übernommenen Typschiff „Piloto Pardo“ waren so positiv, dass nach zwei Einheiten noch ein drittes, und im Januar 2015 schließlich ein viertes Schiff bestellt wurde. Die OPV-80 sollen als Patrullero de Zona Maritime (PZM) mit auch Küstenwachaufgaben und im SAR-Dienst in den ausgedehnten chilenischen Wirtschaftszonen zum Einsatz kommen. Das dritte und vierte Schiff sind konstruktiv für einen erweiterten Einsatzauftrag bis sogar in die Antarktis optimiert, haben dafür u.a. einen eis-verstärkten Rumpf erhalten. Beide tragen auch statt des 40-mm Geschützes ein stärkeres 76-mm Geschütz.

Gerüchte über eine Bewaffnung mit Seeziel-FK haben sich bei ihnen (noch) nicht bestätigt, aber angeblich stehen auf der Wunschliste der chilenischen Marine noch weitere bis zu sechs OPV-80, die dann mit entsprechender Bewaffnung den Ersatz alter, noch aus den 1970-er Jahren stammender FK-Korvetten einleiten sollen; Bestellungen gibt es jedoch noch nicht. Die „Cabo Odger“ soll nach Endausrüstung und Einfahrzeit 2017 in Dienst gestellt werden.
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FRANKREICH
Wie in den USA, wird auch in Frankreich eine Kampfdrohne (Unmanned Combat Aerial Vehicle – UCAV) entwickelt.

Der von Dassault Aviation gebaute Demonstrations-Prototyp nEUROn hat in diesem Sommer im Mittelmeer mehrere Tests mit dem Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ durchgeführt. Vom französischen Rüstungsamt veröffentlichte Fotos und Videos zeigen das von einem Jagdflugzeug Rafale begleitete Fluggerät beim Flug über den Flugzeugträger.

Im Gegensatz zur in den USA entwickelten Kampfdrohne UCLASS soll nEUROn allerdings nicht von der „Charles de Gaulle“ aus operieren, sondern an Land starten und landen. Die Erprobungen dienten nur dem Test von Sensoren und dem Nachweis der Stealth-Eigenschaften der besonders geformten und aus speziellen Werkstoffen gefertigten Drohne „in einem maritimen Umfeld“; neben der „Charles de Gaulle“ waren noch weitere Einheiten der französischen Marine beteiligt.

Die Entwicklung von nEUROn begann eigentlich schon 1999 als zunächst rein nationales Vorhaben „Logiduc“. Als dieses weit teurer wurde als geplant, suchte Dassault in Europa nach Partnern – und änderte dazu den Projektnamen ins europäischer klingende nEUROn. Die eigentlich erhofften Großbritannien und Deutschland waren für das Projekt aber nicht zu gewinnen. Großbritannien war bereits in ähnliche US-Programme involviert, und Deutschland waren die finanziellen Risiken zu groß. Dennoch wurde nEUROn 2006 gemeinsames Projekt fünf europäischer Länder und deren Flugzeughersteller. Die französische Dassault Aviation fungiert dabei als Hauptauftragnehmer; beteiligt sind noch Griechenland (HAI), Italien (Alenia Aermacchi), Schweden (Saab), die Schweiz (RUAG) und Spanien (Airbus Defence & Space).
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RUSSLAND
Im Sommer 2015 hatte die russische Marine den geplanten Bau von 18 neuen FK-Korvetten angekündigt …

…. und noch im Dezember legte die Pella-Werft (S. Petersburg) mit „Urugan“ und „Tayfun“ auch schon die ersten beiden Einheiten von Projekt 22800 „Karakurt“ (ein Design der St. Petersburger Almaz) auf Kiel.

Mit Seeziel-FK Onyx, landzielfähigen Marschflugkörpern Kalibr-NK, Rohrwaffen und Flugabwehr-Systemen „Pantsir-M“ (Kombination von Rohrwaffen und Flugkörpern) sollen die Neubauten eine der BUYAN-M-Klasse vergleichbare Bewaffnung erhalten. Mit einer Verdrängung von 800ts werden sie zwar kleiner als diese (1.000 ts), sollen aber doch über deutlich bessere Seefähigkeit verfügen.

Erste Einsätze von BUYAN-M beim Ständigen Mittelmeergeschwader haben offenbar Defizite bei deren Fähigkeit zu längeren Hochseeoperationen gezeigt; die meiste Zeit sollen die FK-Korvetten in syrischen Häfen an der Pier gelegen haben. Die Neubauten sollen mit einer operativen Reichweite von bis zu 3.000sm und Höchstgeschwindigkeiten von etwa 30Kn (mit heimischen Dieselmotoren) bei allen Flotten die Fähigkeiten zu erweiterten Randmeeroperationen stärken.

Die Pella-Werft erhielt den Auftrag zum Bau der ersten sieben Einheiten. Weitere drei Schiffe soll – mit Unterstützung von Pella – die More-Werft in Feodosiya (Krim) bauen – auf der Krim übrigens der erste Bau von Kampfschiffen nach der russischen Annexion. Bei den weiteren geplanten Korvetten erhielt nach Ausschreibung nun die Gorkiy-Werft im binnenländischen Zelenodolsk den Zuschlag für (zunächst) fünf Einheiten. Pella will Typboot „Urugan“ schon im Dezember 2017 an die russische Marine übergeben, die More-Werft mit der „Shtorm“ ihr erstes Schiff 2018. Die Zelenodolsker „Karakurt“ sollen zwischen 2018 und 2021 geliefert werden. Angesichts der im russischen Kriegsschiffbau üblichen Zeiten mutet diese Planung etwas optimistisch an.
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SÜDKOREA
Angesicht eines als zunehmend bedrohlich empfundenen aggressiven Verhaltens des kommunistischen Nordkorea setzt die südkoreanische Marine auf eine verstärkte FK-Bewaffnung ihrer Kampfschiffe.

So sollen die neuen KDX-III-Zerstörer neben den geplanten weit-reichenden ujnd vor allem gegen tief fliegende Ziele (Marschflugkörper) einsetzbare Flugabwehr-FK Standard Missile SM-6 auch zur Raketenabwehr (BMD) befähigte Standard Missile SM-3 erhalten. Beide in den USA zu beschaffende Flugkörpertypen sollen aus neu einzurüstenden Vertikalstartsystemen VLS Mk41 geschossen werden.

Erweitert wird auch das Flugkörperarsenal der neuen FF(X)-Fregatten der INCHEON-Klasse. Das letzte Schiff des sechs Einheiten umfassenden ersten Loses soll Anfang 2017 in Dienst gestellt werden.

Bereits begonnen hat der Bau eines zweiten Loses von noch einmal mindestens sechs Fregatten die mit 2.800 ts etwas größer werden als die der ersten Baureihe (2.300ts). Für diese ist von vornherein eine Bestückung mit (im Lande entwickelten?) landzielfähigen Flugkörpern vorgesehen. Mit einer Reichweite von 150 – 200km sollen sie eine „angemessene Reaktion auf ein breites Spektrum von Bedrohungen (nicht nur zur See)“ ermöglichen und auch „Schlüsselziele im Landesinneren Nordkoreas“ effektiv bekämpfen können.

In Anpassung der taktischen-/technischen Forderungen (und nach Abklärung durch eine Machbarkeitsstudie) wurde nun entschieden, auch die bisher nur mit Seeziel-FK, Rohrwaffen und Torpedos bewaffneten und für traditionelle Seekriegsszenarien (u.a. U-Jagd) optimierten sechs Fregatten des ersten Loses mit solchen Flugkörpern nachzurüsten. Die neuen Fregatten beider Lose ersetzen die alten Korvetten der PO HANG-Klasse und AN DONG-Klasse. Wie viele insgesamt gebaut werden sollen, ist unklar. Im letzten Jahr sprach eine Marineplanung von insgesamt bis zu 20 Schiffen.