MarineForum Wochenschau

Dieser Artikel wird mit fre­undlich­er Genehmi­gung der „Marine­Fo­rum – Zeitschrift für mar­itime Fra­gen“ veröf­fentlicht.

NAH-/MITTELOST

Die militärische/sicherheitspolitische Lage im Nahen-/Mit­tleren Osten bleibt vom Bürg­erkrieg in Syrien und von der Bekämp­fung des islamistis­chen Ter­rors in Irak, Syrien und Libyen bes­timmt, aber auch der andauernde Bürg­erkrieg im Jemen weckt immer wieder mal Aufmerk­samkeit.

Im Jemen blieb eine ein­seit­ig von der sau­di-ara­bisch geführten Koali­tion erk­lärte 48-stündi­ge Feuer­pause wirkungs­los. Die Houthi-Rebellen ignori­erten sie; Beobachter zählten mehr als 500 Zwis­chen­fälle. Koali­tions-Hub­schrauber und Seestre­itkräfte fin­gen im südlichen Roten Meer zwei weit­ere kleine Boote ab, die von ein­er vorge­lagerten Insel Waf­fen, Muni­tion und Fer­n­meldegeräte für die Houthi an die jemeni­tis­che Küste bei Salif schmuggeln woll­ten.

KAMPF GEGEN DEN ISLAMISTISCHEN TERROR (Fortschrei­bung)

Bei der Bekämp­fung des islamistis­chen Ter­rors (IS, ISIS, ISIL, Daesh, al-Nus­ra, Al-Kai­da) bleibt eine inter­na­tion­al über­greifende Koali­tion weit­er­hin Fernziel. Noch zu viele Eigen­in­ter­essen einzel­ner Staat­en sowie die Spal­tung zwis­chen Schi­iten und Sun­niten bes­tim­men die Entwick­lung. Den­noch wird der IS in Syrien und im Irak, wo die Offen­sive auf Mosul fort­dauert, zunehmend auch aus Kernge­bi­eten seines „Kali­fats“ zurückge­drängt.

Syrien – Irak: US-geführte Koali­tion („Oper­a­tion Inher­ent Resolve“)

Eine US-geführte multi­na­tionale Koali­tion set­zt mit Oper­a­tion „Inher­ent Resolve“ Luftschläge gegen islamistis­che Ter­ror­grup­pen im Irak und in Syrien fort. Ziele sind Kom­man­dozen­tren (vor allem auch Führungsper­so­n­en), Stützpunk­te, Depots und von Islamis­ten kon­trol­lierte Öl-Anla­gen, daneben aber auch logis­tis­che Straßen­trans­porte und Grup­pen ver­legen­der Kämpfer, die im Irak auf den Flüssen Euphrat und Tigris vor allem auch Boote nutzen. Viele Angriffe dienen der direk­ten Unter­stützung (Close Air Sup­port) irakisch­er Boden­trup­pen oder kur­dis­ch­er Milizen — aktuell vor allem bei der aktuellen Offen­sive zur Rücker­oberung von Mosul. Zum Ein­satz kom­men seegestützt von Flugzeugträgern oder landgestützt von Flug­plätzen der Golf­s­taat­en, Jor­daniens und der Türkei operierende Kampf­flugzeuge der Stre­itkräfte zahlre­ich­er Staat­en. Die britis­che Roy­al Air Force nutzt ihre Basis in Akrotiri (Zypern).

Der US-Flugzeugträger „Eisen­how­er“ set­zt weit­er­hin aus ein­er Posi­tion im zen­tralen bis nord­west­lichen Per­sis­chen Golf seine Kampf­flugzeuge gegen IS-Ziele in Irak und Ost-/Nord-Syrien ein. Zu Thanks­giv­ing besuchte US Marine­m­i­nis­ter Ray Mabus den Flugzeugträger in See.

Auch der amphibis­che Träger „Wasp“ der US Navy operiert in Gewässern um die Ara­bis­che Hal­binsel. Ob die „Wasp“ ihre mit­ge­führten Kampf­flugzeuge AV-8B Har­ri­er des US Marine Corps in die Offen­sive bei Mosul ein­brin­gen soll, bleibt vor­erst offen. Vor­erst gibt es keine Mel­dun­gen über ein geplantes oder schon erfol­gtes Ein­laufen in den Per­sis­chen Golf.

Auf dem Weg in die Gol­fre­gion ist die „Makin Island“ Amphibi­ous Ready Group (ARG) mit dem amphibis­chen Träger „Makin Island“ und den Dock­lan­dungss­chif­f­en „Som­er­set“ und „Com­stock“. Nach Über­querung des Paz­i­fiks führen die Schiffe zurzeit in Südostasien noch Besuche und Übun­gen mit Part­ner­mari­nen durch. Die „Makin Island“ ARG soll wahrschein­lich die „Wasp“ ARG ablösen, so dass diese kurz vor Wei­h­nacht­en in den Heimath­afen Nor­folk zurück­kehren kann.

Ver­mut­lich vor dem Hin­ter­grund der Offen­sive bei Mosul (Irak) wurde der ursprünglich nur bis Ende Okto­ber geplante Ein­satz der „Groupe Aeron­aval“ (GAN) der franzö­sis­chen Marine im östlichen Mit­telmeer bis Mitte Dezem­ber ver­längert. Aus ein­er Posi­tion südlich Zyper­ns set­zt der Flugzeugträger „Charles de Gaulle“seine Jagdbomber Rafale gegen Ziele im Irak ein. ‘La Fayette’ (Foto: US Navy)Eine offizielle Sta­tis­tik nen­nt für die abge­laufene Woche etwa 70 Ein­sätze, die über­wiegende Mehrzahl (56) als „armed recon­nais­sance“, d.h. bewaffnet aber ohne konkrete Zielvor­gaben (der Pilot entschei­det ad hoc über Bekämp­fung eines während des Fluges erkan­nten Zieles. Neun vorge­plante „Strike Mis­sions“ wur­den gegen IS bei Mosul geflo­gen. Zu eventueller Koor­dinierung oder Kon­flik­ten mit zeit­gle­ichem Ein­satzflug­be­trieb vom in der Nähe operieren­den rus­sis­chen Flugzeugträger „Admi­ral Kuznetsov“ (s.u.) gibt es weit­er­hin keine Mel­dun­gen.

Zur GAN gehören zurzeit neben dem Flugzeugträger noch der Zer­stör­er „Forbin“, die Fre­gat­te „Jean de Vienne“, die Fre­gat­te „La Fayette“ (hat in der abge­laufe­nen Woche den Zer­stör­er „Chevalki­er Paul“ abgelöst), ein U-Boot der RUBIS-Klasse sowie der Ver­sorg­er „Marne“.

Der britis­che Hub­schrauberträger „Ocean“ soll sich Anfang Dezem­ber im Per­sis­chen Golf der Anti-IS-Oper­a­tion „Inher­ent Resolve“ anschließen und dann sog­ar für drei Monate die Auf­gaben des Flag­gschiffes der von der 5. US-Flot­te/US-Cent­Com geführten Task Force 50 (TF50) wahrnehmen.

Der Hub­schrauberträger kann zwar selb­st keine Kampf­flugzeuge ein­set­zen, aber die Ein­sätze landgestützt operieren­der Koali­tions­flugzeuge koor­dinieren. Erst­mals soll damit ein britis­ch­er Offizier Befehlshaber der TF50 wer­den. Das zuvor mit der „Ocean“ gemein­sam um die Ara­bis­che Hal­binsel operierende Dock­lan­dungss­chiff „Bul­wark“ ist ins Mit­telmeer abge­laufen.

Syrien: Rus­s­land

Rus­s­land nimmt zwar auch den IS und al-Nus­ra ins Visi­er, macht aber weit­er­hin keinen Unter­schied zwis­chen Islamis­ten und Milizen der syrischen Oppo­si­tion, die gle­icher­maßen als “Ter­ror­is­ten” gel­ten. Nach wie vor erfol­gen viele rus­sis­che Luftan­griffe in direk­ter Unter­stützung des syrischen Regimes in Regio­nen, in denen islamistis­che Milizen nicht aktiv sind.

Libyen:
US-Oper­a­tion „Odyssey Light­ning“

Die seegestützten Auf­gaben der „auf Bit­ten der inter­na­tion­al anerkan­nten libyschen Regierung der nationalen Ein­heit“ vor Libyen durchge­führten anti-IS-Oper­a­tion „Odyssey Light­ning“ wer­den zurzeit vom US-Dock­lan­dungss­chiff „San Anto­nio“ wahrgenom­men. Die „San Anto­nio“ bietet Kampfhub­schraubern Super Cobra des US Marine Corps eine gute Plat­tform, den bei Sirte am Boden gegen IS kämpfend­en libyschen Stre­itkräften und regierungstreuen Milizen „Close Air Sup­port“ zu geben und die Islamis­ten auch in engen, ver­winkel­ten Stadt­teilen effek­tiv zu bekämpfen.

Neben diesen seegestützten Oper­a­tio­nen set­zt die US Air Force auch bewaffnete Drohnen vom ital­ienis­chen Marine­fliegerhorst Sigonel­la (Sizilien) ein. Unbe­waffnete US-Aufk­lärungs­drohnen fliegen von ein­er „in Tune­sien ein­gerichteten Basis“.

BÜRGERKRIEG IN SYRIEN (Fortschrei­bung rus­sis­che Inter­ven­tion)

Die Kon­flik­t­parteien im Lande sind eben­so wie aus­ländis­che Mächte und Reli­gion­s­grup­pen (Schiiten/Sunniten) weit­er­hin unfähig, teils auch unwillig, einen „gemein­samen Nen­ner“ zu ein­er poli­tis­chen Lösung zu find­en.

Rus­s­land und die USA block­ieren unter gegen­seit­i­gen Schuldzuweisun­gen jede Entschei­dung des UN Sicher­heit­srates. Das syrische Assad-Regime set­zt nicht zulet­zt im Bewusst­sein tatkräftiger rus­sis­ch­er Unter­stützung weit­er­hin auf eine mil­itärische Lösung. Der aktuelle Ein­satz der rus­sis­chen Flugzeugträger-Kampf­gruppe dürfte diese Hal­tung noch ver­stärken.

Mar­itime Aspek­te

Mit dem Nord­flot­ten­ver­band um den Flugzeugträger „Admi­ral Kuznetsov“, den Ein­heit­en des Ständi­gen Mit­telmeergeschwaders, kurzfristig aus dem Schwarzmeer ver­legten Schif­f­en sowie im Trans­port mil­itärisch­er Güter nach Syrien einge­set­zten Lan­dungss­chif­f­en und Frachtern unter­stützt die rus­sis­che Marine zurzeit mit bis zu 20 Kampf- und Hil­f­ss­chif­f­en das syrische Regime im Bürg­erkrieg.

Neben dem zum Nord­flot­ten­ver­band gehören­den FK-Kreuzer „Petr Velikiy“ (mod­ern­ste Flu­gab­wehrsys­teme) und den U-Jagdz­er­stör­ern „Severo­morsk“ und „Vitse-Admi­ral Kulakov“ (lief zwis­chen­zeitlich Limas­sol, Zypern, zur Nachver­sorgung an) haben sich der Zer­stör­er „Smetliviy“ und die Fre­gat­te „Admi­ral Grig­orovich“ der Schwarzmeer­flotte dem Flugzeugträger angeschlossen. Der Zer­stör­er „Vitse-Admi­ral Kulakov“ fand mit ein­er pos­i­tiv­en Mel­dung den Weg in die Medi­en, als er am 24. Novem­ber südlich von Kre­ta einem mit Motorschaden in See treiben­den ukrainis­chen Fis­chereifahrzeug half. Der Zer­stör­er schleppte das Fahrzeug zu einem sicheren Anker­platz vor der griechis­chen Insel Gav­dos und benachrichtigte die griechis­che Küstenwache, die sich dann weit­er um den Havaris­ten küm­merte.

Auch die Kampfein­heit­en des rou­tinemäßig zwis­chen Zypern und der syrischen Küste operieren­den Ständi­gen Mit­telmeergeschwaders (Med­Sqn) — die Fre­gat­te „Pytliviy“ und der Minen­such­er „Ivan Gol­u­bets“ (bei­de Schwarzmeer­flotte) — sind in die Sicherung der Flugzeugträger­op­er­a­tio­nen einge­bun­den. Die FK-Korvette „Mirazh“ (NANUCH­KA-Klasse) ist dage­gen nach gut sechs Wochen Ein­satz im Mit­telmeer am 20. Novem­ber ins Schwarze Meer zurück­gekehrt.
Medi­en/In­ter­net-Blogs zufolge sollen auch drei nuk­lear­getriebene U-Boote (zwei AKULA, ein OSCAR-II) den rus­sis­chen Ver­band begleit­en. Aus offe­nen Quellen lässt sich die Präsenz von U-Booten allerd­ings auch nach inzwis­chen mehreren Wochen nicht ver­i­fizieren.

Die logis­tis­che Kom­po­nente beste­ht aus zum Nord­flot­ten­ver­band gehören­den zwei Bergeschlep­pern und drei Tankern/Versorgern, darunter auch ein Spezial­tanker zur bedarf­sweisen Auf­fül­lung der Dampf­sys­teme der Antrieb­san­la­gen des Flugzeugträgers und des Kreuzers mit speziellem Speise­wass­er (Des­til­lat). Zusät­zlich hat die Schwarzmeer­flotte die Flot­ten­tanker/-ver­sorg­er „Ivan Bub­nov“ und „Iman“ ins Mit­telmeer ver­legt.

In der EU gibt es zunehmenden Unmut über die regelmäßige Zwis­chen­ver­sorgung der das syrische Regime im Bürg­erkrieg direkt unter­stützen­den rus­sis­chen Marine in Limas­sol (Zypern). Nach­dem vor gut ein­er Woche der zum Nord­flot­ten­ver­band gehörende Tanker „Dub­na“ seine Tanks dort auf­füllen kon­nte, gibt es glaub­hafte Berichte, nach denen min­destens ein weit­er­er „unter rus­sis­ch­er Flagge fahren­der“ (zivil­er oder mil­itärisch­er?) Tanker in Zypern Flugzeugkraft­stoff gebunkert – und dann nach Syrien trans­portiert hat. Nun ist Zypern EU-Mit­glied, und für Syrien bes­timmter Flugzeugkraft­stoff fällt unter das vor zwei Jahren ver­hängte EU-Embar­go. In der EU wächst denn auch poli­tis­ch­er Druck auf Zypern, rus­sis­chen Tankern kün­ftig eine Kraft­stof­füber­nahme zu ver­weigern.

Der Flugzeugträger „Admi­ral Kuznetsov“ set­zt unter­dessen den Ein­satzflug­be­trieb mit eingeschifften Kampf­flugzeu­gen (zehn Su-33 Flanker und vier Mig-29 Ful­crum-D) fort. Nach den vom 15.–17. Novem­ber durchge­führten und öffentlichkeitswirk­sam dargestell­ten „koor­dinierten Luftschlä­gen“ (gemein­sam mit strate­gis­chen Bombern und von See geschosse­nen Marschflugkör­pern) wer­den die Flu­g­op­er­a­tio­nen der „Admi­ral Kuznetsov“ in den größeren rus­sis­chen Medi­en allerd­ings nicht mehr the­ma­tisiert, und auch der Gen­er­al­stab schweigt sich aus. Dies kön­nte darauf hin­deuten, dass die Ein­satzrate so ger­ing ist, dass sie Pro­pa­gan­dazweck­en eher schädlich wäre.

Inter­net-Blogs bericht­en dage­gen aus­führlich über die Ursache für den Absturz (14. Novem­ber) eines Mig-29 Kampf­flugzeuges der „Admi­ral Kuznetsov“. Offizielle Mel­dun­gen sprechen von einem „schla­gar­ti­gen Aus­fall bei­der Trieb­w­erke“. Dieser soll nun ange­blich nicht durch einen tech­nis­chen Fehler, son­dern durch Kraft­stoff­man­gel verur­sacht wor­den sein.

Eine auf dem Flugzeugträger lan­dende Mig-29 habe eines der Fang­seile der Lan­de­fan­gan­lage zer­ris­sen. Das unmit­tel­bar nach­fol­gende Flugzeug habe durch­starten müssen und sei dann angewiesen wor­den, zu kreisen, bis ein neues Fang­seil instal­liert sei. Dies habe aber deut­lich länger als geplant gedauert, so dass der wartenden Mig-29 schließlich der Kraft­stoff aus­ge­gan­gen und sie ins Meer gestürzt sei. Sollte diese Darstel­lung stim­men, wer­den Ver­ant­wortliche an Bord der „Admi­ral Kuznetsov“ sich­er „hochnot­pein­liche“ Fra­gen beant­worten müssen, warum die Mas­chine nicht auf die rus­sis­che Luft­waf­fen­ba­sis bei Latakia (Syrien) umgeleit­et wurde.

Der Ein­satz der „Admi­ral Kuznetsov“ wird noch bis min­destens Ende Dezem­ber dauern. Zumin­d­est hat Rus­s­land bis dahin für jede Woche mehrere Tage gel­tende Warnge­bi­ete (für mil­itärischen Flug­be­trieb und Raketen­starts) im östlichen Mit­telmeer erk­lärt. Oper­a­tiv wer­den allerd­ings wed­er die Kampf­flugzeuge der „Admi­ral Kuznetsov“ noch einige wenige von Kriegss­chif­f­en geschossene Marschflugkör­p­er die Lage in Syrien bee­in­flussen. Vom Flugzeugträger sind durch­schnit­tlich etwa nur fünf Ein­sätze pro Tag zu erwarten. Dies sind deut­lich weniger als die Ein­sätze der rus­sis­chen Luft­waffe von ihrer vorgeschobe­nen Basis bei Latakia, wobei die Trägerkampf­flugzeuge wegen der beim Start über die Bugrampe auftre­tenden Belas­tun­gen auch noch erhe­blich weniger Waf­fen tra­gen kön­nen als landgestützte Kampf­flugzeuge.

Die eigentliche Bedeu­tung des Mit­telmeere­in­satzes liegt darin, dass er über­haupt stat­tfind­et. Erst­mals seit dem Zweit­en Weltkrieg greift Rus­s­lands Marine in außer­heimis­chen Gewässern von See her aktiv in einen bewaffneten Kon­flikt ein – eine Tat­sache, die auch der rus­sis­che Vertei­di­gungsmin­is­ter Shoigu nach­drück­lich betont hat. Erst­mals über­haupt demon­stri­ert Rus­s­land nicht nur vorhan­dene Fähigkeit­en, son­dern auch den Willen zu heimat­fern­er „Pow­er Pro­jec­tion From-the-Sea“. Dies ist ganz sich­er auch Aus­druck eines unter Präsi­dent Putin wach­senden neuen (mil­itärischen) Selb­st­be­wusst­seins mit Anspruch auf Anerken­nung als „auf Augen­höhe mit den USA“ glob­al operierende Super­ma­cht. Dass die seegestützten Oper­a­tio­nen vor Syrien prak­tisch bedro­hungs­frei unter qua­si Friedens-Test­be­din­gun­gen stat­tfind­en, ist dabei neben­säch­lich. So ganz neben­bei find­et die rus­sis­che Marine im Syrienkon­flikt auch ein­ma­lige Möglichkeit­en, neue Waf­fen­sys­teme und oper­a­tive Konzepte (TSK-über­greifende Koop­er­a­tion) in einem realen Ein­satzum­feld zu erproben und — nicht zulet­zt mit Blick auf mögliche Rüs­tung­sex­porte – ihre Wirk­samkeit zu demon­stri­eren.

Für Rus­s­land scheint es auch keine Rolle zu spie­len, dass Ver­legung und Ein­satz des Ver­ban­des um die tech­nol­o­gisch ver­al­tete „Admi­ral Kuznetsov“ die Marine vor erhe­bliche logis­tis­che Prob­leme stellen kön­nten. Abge­se­hen vom syrischen Tar­tus (mit nur begren­zten Kapaz­itäten) ver­fügt sie im gesamten Mit­telmeer­raum über kein­er­lei eigene logis­tis­che Basis, ja der Ver­trag von Mon­treux würde dem Flugzeugträger sog­ar ein Ein­laufen ins Schwarzmeer zu ein­er eventuell notwendig wer­den­den Werftin­stand­set­zung ver­bi­eten. Schon bei früheren Mit­telmeer­fahrten der „Admi­ral Kuznetsov“ war man so nach tech­nis­chen Prob­le­men gezwun­gen zu „impro­visieren“.

Mit Frach­tum­schlag im rus­sis­chen Schwarzmeer­hafen Noworossiysk (Anbindung an das rus­sis­che Eisen­bahn­netz), dauert die auch als „Syr­i­an Express“ beze­ich­nete Liefer­ung von Rüs­tungs­gütern nach Syrien und Nach­schub der dort einge­set­zten rus­sis­chen Trup­pen unver­min­dert an, scheint sich in den let­zten Wochen sog­ar noch zu inten­sivieren. Fast täglich passieren Lan­dungss­chiffe der rus­sis­chen Marine (auch der Nord­flotte und der Baltischen Flotte) oder speziell für diese Trans­porte gebraucht in der Türkei gekaufte und als Hil­f­ss­chiffe in die rus­sis­che Marine inte­gri­erte, ex-zivile Frachtschiffe den Bosporus süd- oder nord­laufend. Anfang Novem­ber hat­te Rus­s­lands Vertei­di­gungsmin­is­ter Shoigu erk­lärt, täglich wür­den auf dem See- und Luftweg etwa 2.000 t Fracht in Syrien ein­tr­e­f­fen; über­wiegend han­dele es sich dabei um „human­itäre Hil­f­s­güter“.

PIRATERIE

Am 23. Novem­ber hat die NATO ihre vor dem Horn von Afri­ka durchge­führte Anti-Pira­terie Oper­a­tion „Ocean Shield“ formell been­det.

2008 hat­te die NATO mit ihren Ständi­gen Ein­satzver­bän­den SNMG-1 und SNMG-2 begonnen, den inter­na­tionalen Seev­erkehr durch den Golf von Aden und im Ara­bis­chen Meer vor soma­lis­chen Pirat­en zu schützen. Die Oper­a­tio­nen „Allied Provider“ und „Allied Pro­tec­tor“ mün­de­ten im August 2009 in die offiziell von Nor­dat­lantikrat beschlossene Oper­a­tion „Ocean Shield“. SNMG-1 und SNMG-2 stell­ten weit­er­hin die vor dem Horn von Afri­ka operieren­den Ein­heit­en.

Im Juni 2014 beschlossen die NATO-Vertei­di­gungsmin­is­ter zwar eine Ver­längerung der Oper­a­tion bis Ende 2016, aber noch im gle­ichen Jahr fuhr die NATO ihre Präsenz vor Soma­lia deut­lich zurück. Die Ukraine-Krise und zunehmende Migra­tion erforderten neue Pri­or­itäten im Mit­telmeer; immer weniger NATO-Part­ner kon­nten noch Schiffe für das Horn von Afri­ka abstellen, und dort war die Pira­terie inzwis­chen auch sig­nifikant zurück­ge­gan­gen, de fac­to kaum noch exis­tent.

Ende 2014 wurde „Ocean Shield“ weit­ge­hend einge­froren. Die Führungsstruk­tur blieb vor­erst noch erhal­ten, und immer wieder mal nutzte die NATO die Region passierende NATO-Ein­heit­en für eine vorüberge­hende Aktivierung. Nun ist aber endgültig Schluss. Zulet­zt hat­te die Däne­mark für „Ocean Shield“ ein Aufk­lärungs­flugzeug auf den Sey­chellen sta­tion­iert.

Während Pira­terie am Horn von Afri­ka zurzeit kaum noch eine Rolle spielt, sind Pirat­en in anderen Teilen der Welt weit­er­hin aktiv. Allein im west­afrikanis­chen Golf von Guinea wur­den in der abge­laufe­nen Woche vier Über­fälle auf in See fahrende Schiffe gemeldet. Zunächst war am 19. Novem­ber ein Kon­voy von Off­shore-Ver­sorgungs­fahrzeu­gen Ziel eines Angriffes, der durch ein beglei­t­en­des Sicherungs­boot abgewehrt wurde. Die gle­ichen Pirat­en grif­f­en daraufhin das Con­tain­er­schiff „Maer­sk Coto­nou“ an, waren aber auch hier nicht erfol­gre­ich. Vier Tage später kon­nten Pirat­en 60 sm vor dem Nigerdelta den Pro­duk­ten­tanker „Eliana“ entern und nach kurzem Feuerge­fecht mit einem eingeschifften Sicher­heit­steam auch etwa zwei lang Stun­den beset­zen; während sich die Besatzung in einem sicheren Raum ver­bar­rikadiert hat­te, raubten die Ver­brech­er einige Wert­sachen. Wenig später grif­f­en die ver­mut­lich gle­ichen Pirat­en den in der Nähe fahren­den Bohrin­selver­sorg­er „Kendrick“ an, kamen hier aber offen­bar nicht zum Zuge.

In Südostasien über­fie­len Pirat­en ver­mut­lich der philip­pinis­chen islamistis­chen Ter­ror­gruppe Abu Sayyaf am 20. Novem­ber in der Sulu See mit dem 180.000 BRT großen Mas­sen­gut­frachter „Kumi­ai Sha­gang“ erst­mals ein großes Han­delss­chiff, kon­nten dieses aber nicht entern.

Bish­er hat­ten sie es fast auss­chließlich auf kleinere Fahrzeuge oder Kohle-Schlep­pzüge abge­se­hen. Ob sich hier ein neuer „Modus Operan­di“ abze­ich­net oder der Frachter nur zufäl­lig ihren Weg kreuzte, bleibt abzuwarten.

ESTLAND

Marinebe­fehlshaber KptzS Sten Sep­per ist am 23. Novem­ber von seinem Amt zurück­ge­treten.

Aus­lös­er für den Schritt ist die Aufdeck­ung ein­er Schmugge­lak­tion. Zoll­beamte hat­ten bei ein­er rou­tinemäßi­gen Kon­trolle an Bord des Minen­jagdbootes „Sakala“, das in der Ost­see ger­ade mit NATO-Ein­heit­en geübt hat­te, 56 undeklar­i­erte Stan­gen Zigaret­ten und etwa 1.000 l alko­holis­che Getränke ent­deckt. Weit­ere Details zu der Affäre, ins­beson­dere zu möglichen Schuldigen, wur­den nicht veröf­fentlicht. Die Staat­san­waltschaft hat Ermit­tlun­gen aufgenom­men.

Zunächst musste der Kom­man­dant der „Sakala“ seinen Posten räu­men. Er wurde an Land an die Mari­neschule ver­set­zt. Nach­dem der Vertei­di­gungsmin­is­ter den öffentlich bekan­nt gewor­de­nen Vor­fall als „inakzept­abel“ beze­ich­net hat­te, über­nahm der Marinechef „die volle Ver­ant­wor­tung“ und reichte sein Rück­tritts­ge­such ein.

KptzS Sep­per war 1993 in die est­nis­che Marine einge­treten. Nach diversen Ver­wen­dun­gen (u.a.) an Bord von Minen­ab­wehrein­heit­en, als Kom­man­deur des gemein­samen Geschwaders Bal­tron der baltischen Mari­nen und an Land in oper­a­tiv­en Stäben sowie an der Vertei­di­gungsakademie war er als erster auss­chließlich im unab­hängi­gen Est­land „gewach­sen­er“ Offizier im Juli 2012 an die Spitze der Marine berufen wor­den. Ein Nach­fol­ger im Amt wurde noch nicht benan­nt.
GROSSBRITANNIEN
Ab Ende 2018 sollen — sofern die Pla­nung nicht noch „nachgebessert“ wird — die Kampfein­heit­en der Roy­al Navy ohne Seeziel-FK auskom­men.

Dass die 1984 beschafften und damit mehr als 30 Jahre alten Seeziel-FK Har­poon Block 1C das Ende ihrer Lagerfähigkeit/Einsetzbarkeit erre­ichen, ist schon länger bekan­nt. Zulet­zt hat­te 2014 eine formelle Auss­chrei­bung zur Wartung der Flugkör­p­er noch ein­mal deren „Out-of-Ser­vice Date 2018“ bestätigt. Auch die zunehmend notwendig gewor­dene Ver­wen­dung von aus alten, aus­ge­musterten Fre­gat­ten TYPE 22 aus­ge­baut­en Sys­temteilen dürfte keinen Zweifel daran gelassen haben, dass die Tage von Har­poon Block 1C gezählt sind. Den­noch wurde offen­bar entwed­er kein Vorhaben zu ihrem Ersatz in die Marine­pla­nung einge­bracht, oder aber eine Forderung der Marine ignori­ert. Der Vertei­di­gung­shaushalt weist wenig­stens kein­er­lei Mit­tel für neue Seeziel-FK aus.

So wer­den nach aktuellem Sach­stand die zurzeit noch auf allen Fre­gat­ten TYPE 23 und drei Zer­stör­ern der DAR­ING-Klasse (TYPE 45) instal­lierten Har­poon ohne Nach­fol­ger bleiben. Überdies wird schon ab März 2017 im Zuge der Ablö­sung alter Bor­d­hub­schrauber Lynx Mk8 durch neue Wild­cat auch auf die von den Lynx ein­set­zbaren, luft­gestützten Seeziel-FK Sea Skua verzichtet. Hier soll es allerd­ings „nur“ eine gut drei­jährige Fähigkeit­slücke geben, denn ab etwa 2020 sollen die neuen Wild­cat-Hub­schrauber mit neuen „abstands­fähi­gen“ (zur Reich­weite gibt es noch keine Angaben) Seeziel-FK Sea Ven­om bestückt wer­den.

Aus­gerech­net die glob­al operierende Roy­al Navy­wird so nicht mehr über die weltweit bei fast allen Mari­nen vorhan­dene Fähigkeit zur Bekämp­fung geg­ner­isch­er Schiffe über Sichtweite hin­aus ver­fü­gen. Als Haupt­waf­fen­sys­tem verbleiben ihren Kampf­schif­f­en die 114-mm-Buggeschütze mit Gefecht­sre­ich­weite von etwas mehr als 25km. Ein wesentlich­er Teil der Offen­sivfähigkeit­en geht damit ver­loren. Da tröstet nur wenig, dass mod­ern­ste Flu­gab­wehrsys­teme den Schif­f­en zumin­d­est eine effek­tive Vertei­di­gung gegen Beschuss mit Seeziel-FK erlauben sollen.

Die Nachricht — vor allem aber auch ihre Bestä­ti­gung durch das Vertei­di­gungsmin­is­teri­um — hat in fast allen britis­chen Medi­en einen Sturm der Entrüs­tung aus­gelöst. Süff­isante Kom­mentare sprechen von kün­fti­gen Fähigkeit­en ähn­lich denen des aus­ge­hen­den 19. Jahrhun­derts. Die Roy­al Navy finde sich nun im Ver­gle­ich mit inter­na­tionalen Mari­nen „zahn­los am unter­sten Ende“; „Bri­tan­nia no longer rules the waves“.

Ob es sich bei der ersat­zlosen Aus­pha­sung der alten Har­poon Block 1C um ein bloßes Verse­hen oder eine noch von der Regierung Cameron unter Sparzwän­gen poli­tisch verord­nete, bewusste Maß­nahme han­delt, ist nicht klar. Man kann aber wohl davon aus­ge­hen, dass die heftige öffentliche Kri­tik bei der neuen Regierung nicht ohne Wirkung bleiben wird. Die Roy­al Navy hält sich bedeckt und ließ nur lakonisch erk­lären, man „beobachte die Entwick­lung“.

INDIEN

Die indis­che Marine hat ihren drit­ten Zer­stör­er der neuen KOLKATA-Klasse in Dienst gestellt.

Am 20. Novem­ber wurde bei der Mazagon-Werft (MDL) in Mum­bai auf der „Chen­nai“ die Seekriegs­flagge geset­zt. Nach let­zten Erprobun­gen soll das Schiff bei der West­flotte den oper­a­tiv­en Dienst aufnehmen.

Die Indi­en­st­stel­lung erfol­gte mit vier Jahren Ver­spä­tung, denn wie bei fast allen Neubaut­en der indis­chen Marine wurde auch bei den neuen Zer­stör­ern der ursprüngliche Zeit­plan weit ver­fehlt. Typ­schiff „Kolkata“ sollte eigentlich schon 2007 in Dienst gestellt wer­den, aber erst 2014 und nach ins­ge­samt 11 Jahren Bauzeit kon­nte MDL das Schiff an die Marine übergeben. Im Herb­st 2015 fol­gte mit der „Kochi“ die Baunum­mer zwei und noch ein­mal ein Jahr später nun auch das dritte und let­zte Schiff dieser Bauserie.

Die Beze­ich­nung „Pro­jekt 15A“ zeigt die direk­te Nach­folge der in den 1990-er Jahren eben­falls bei MDL gebaut­en Zer­stör­er der DEL­HI-Klasse („Pro­jekt 15“). „Kolkata“ und ihre Schwest­er­schiffe sind mit 164m und 7.200ts etwas größer als die Schiffe der DEL­HI-Klasse (163m, 6,800ts), ver­fü­gen aber über aus­geprägtere Stealth-Eigen­schaften und reflek­tieren natür­lich auch die tech­nol­o­gis­che Entwick­lung. Optisch wird dies u.a. durch ein APAR-Radar deut­lich.

Pro­jekt 15A“ umfasst drei Schiffe, bein­hal­tete aber von Beginn an eine Option auf ein zweites Los. Diese Option wurde 2009 wahrgenom­men. Die für diese Schiffe gewählte offizielle Beze­ich­nung „Pro­jekt 15B“ (VISAKHA­P­AT­NAM-Klasse) lässt allerd­ings erken­nen, dass sie eine weit­ere Evo­lu­tion sind. Mit 165m und fast 8.000ts wer­den sie auch noch ein­mal etwas größer als die „Kolkata“ und sollen u.a. mit landzielfähi­gen Flugkör­pern (neue Vari­ante von Brah­mos?) bestückt wer­den. Baube­ginn sollte zunächst „direkt nach Liefer­ung des let­zten Zer­stör­ers Pro­jekt 15A“ sein, aber angesichts der Verzögerun­gen in diesem Vorhaben wurde das erste Schiff dann doch schon früher auf Kiel gelegt. Die „Visakha­p­at­nam“ lief im April 2015 bei MDL vom Stapel und soll 2018 geliefert wer­den. Auch ein zweit­er Pro­jekt-15B-Zer­stör­er ist bere­its zu Wass­er. Unklar ist noch, wie viele Ein­heit­en das zweite Los umfassen soll. Die Rede ist mal von drei, dann wieder von vier oder gar bis zu sechs Schif­f­en, die der indis­chen Marine bis 2024 zulaufen sollen.

USA

Die Kampf­schiff-Neubaut­en der US Navy kom­men nicht aus den Neg­a­tiv-Schlagzeilen her­aus.

Wie auch schon an dieser Stelle dargestellt, waren fünf der bish­er acht in Dienst gestell­ten Lit­toral Com­bat Ships bei­der Typen von Aus­fällen ihrer Antrieb­san­la­gen betrof­fen. Fast immer war dabei „See­wass­er-Ein­tritt in Motoren“ die Ursache. Nur einen Monat vor sein­er Indi­en­st­stel­lung hat­te auch der neue Zer­stör­er „Zumwalt“ Erprobun­gen abbrechen müssen, nach­dem in Gen­er­a­toren zur Stromerzeu­gung für den „all-electric“-Antrieb See­wass­er gefun­den wurde. Nun find­et sich der mod­ern­ste, futur­is­tis­chste — und auch teuer­ste — Zer­stör­er der US Navy erneut in den Medi­en.

Auf der Über­führungs­fahrt der „Zumwalt“ von der Atlantikküste zu ihrem kün­fti­gen Heimat­stan­dort San Diego fiel bei der Pas­sage des Pana­makanals erneut die Antrieb­san­lage aus, und wieder ein­mal ist von „Wassere­in­tritt in einen der Haupt­mo­toren zur Stromerzeu­gung für den all-elec­tric-Antrieb“ die Rede. Der Zer­stör­er musste von Schlep­pern auf den Hak­en genom­men und durch den Kanal bis in die frühere Rod­man Naval Sta­tion der US Navy gezo­gen wer­den. Nach erster Befun­dung hieß es, das Schiff sei „unfit to con­tin­ue voy­age with­out repairs“. Wie lange die Instand­set­zung dauern soll, ist noch nicht abschließend klar; die US Navy erk­lärte nichtssagend, man werde „den Zeit­plan flex­i­bel gestal­ten“. Einige Quellen sprechen von „min­destens zehn Tagen“.

Die Häu­fung prak­tisch inden­tis­ch­er tech­nis­ch­er Havarien auf ver­schiede­nen Typen neuer Kampf­schiffe lässt auf mögliche „grundle­gende Defizite“ bei der Qual­itätssicherung in Zuliefer­be­trieben für die Antrieb­san­la­gen von Neubaut­en der US Navy schließen und dürfte der Marine­führung so sich­er noch gehörige Kopf­schmerzen bere­it­en. Medi­en reagieren inzwis­chen nicht nur kri­tisch, son­dern zunehmend auch mit süff­isan­ten bis satirischen Kom­mentaren.