Westeuropa — Island

Island (Ice­land)

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Flagge Island

Die wichtig­sten Infor­ma­tio­nen im Überblick:

Regierungs­form (Gov­ern­ment Type): Repub­lik (Repub­lic)

Karte Island Map Iceland

Haupt­stadt (Cap­i­tal): Reyk­javík
Ein­wohn­er (Pop­u­la­tion): 290.000
Fläche (qkm) (Area (sq.km): 103.020
Wehre­tat (Defence Bud­get): 19 Mio. US-$ (haupt­säch­lich für Küstenwache)
BSP/Einwohner (GNP/Capita): 38.620 US-$

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Dat­en außer Wehre­tat dem Fis­ch­er Weltal­manach 2005 ent­nom­men

(Land­fläche: 100.250 km², Wasser­fläche: 2750 km², mit Fis­chereizone 758.000 km²)

Geschichte:

Island ist ein Kind der Wikinger — vor allem Nor­we­gen und Dänen besiedel­ten die eisi­gen Inseln am west­lichen Rand des Weltkreis­es. Dabei sollen vor den Nor­man­nen bere­its keltische Ein­siedler aus Irland auf der eisi­gen Insel gelandet sein — aber tat­säch­lich hat erst mit dem Frei­heits­drang der Wikinger, die sich dem Herrschaft­sanspruch der skan­di­navis­chen Fürsten entziehen woll­ten, die eigentliche Besied­lung der Insel begonnen, die geo­graphisch auf der Naht­stelle des Atlantiks zwis­chen den auseinan­der drif­ten­den Kon­ti­nen­ten Europa und Nor­dameri­ka liegt. Das aus alt­ger­man­is­chen Tra­di­tio­nen über­nommene Alth­ing ist insofern zugle­ich auch eines der ältesten par­la­men­tarischen Sys­teme Europas.

Von Island aus haben die Wikinger dann sog­ar Grön­land — das geo­graphisch bere­its zu Nor­dameri­ka gehört, aber immer noch mit Däne­mark ver­bun­den ist — und mit “Hel­lu­land” (Stein­land), “Mark­land” (Wald­land) und “Win­land” (Wein­land, wohl an der Nord­spitze Nord­fund­lands gele­gen) sog­ar den nor­damerikanis­chen Kon­ti­nent erre­icht.

Hier, auf Island, haben sich in den lan­gen Win­ter­monat­en immer wieder erzählte “Sagas” erhal­ten, hier war für die Europäer das Ende der bewohn­ten Welt — und tat­säch­lich: mit der “kleinen Eiszeit” im 15. Jahrhun­dert ver­fie­len die bei­den eigen­ständi­gen Sied­lun­gen der Wikinger auf Grön­land, und die einge­bore­nen “Skraelinger”, wie die Eski­mos in den Sagas beze­ich­net wur­den, über­nah­men die ver­schneit­en und vereis­ten Küsten des ehe­mals “grü­nen Lan­des” (Grön­land). 

Feuer und Eis — diese bei­den Gegen­sätze haben die Insel geprägt.

Wirtschaft und Poli­tik:

Felle, Daunen von Eider­enten und land­wirtschaftliche Erzeug­nisse — und Fisch: das waren und sind die natür­lichen Pro­duk­te der vulka­nis­chen Insel, die noch für Enthu­si­as­ten als Urlaub­s­land dient und anson­sten von der auf­steigen­den Gluthitze des Kon­ti­nen­tal­bruchs prof­i­tiert und es sich leis­ten kann, Ther­mal­bäder aus natür­lichen heißen Quellen zu nutzen und die Häuser mit natür­lich­er Erd­wärme zu beheizen.

Die “Fis­chereikon­flik­te” um fis­chre­iche Fang­gründe zwis­chen isländis­chen Fis­chereis­chutz­booten und europäis­chen Fis­cherei­flot­ten sind zumin­d­est mir noch in Erin­nerung.  Die wirtschaftliche Haupter­werb­squelle war und ist der Fis­chfang. 1952 dehnte Island sein­er Fis­cherei­gren­ze von 3 auf 4 Seemeilen aus, 1958 dann auf 12 Meilen. 1972 und 1975 eskalierte der Kon­flikt um Fis­chereigründe zu einem Fis­chereikrieg mit Nor­we­gen und Eng­land. Schließlich einigten sich Island und die europäis­chen Staat­en auf eine Wirtschaft­szone von 200 Seemeilen.

Die inter­na­tionale Finanzkrise hat Island seit Herb­st 2008 vor die größte Her­aus­forderung in sein­er Geschichte gestellt. Der isländis­che Staat stand fast vor einem Staats­bankrott, der nur durch Kred­ite des IWF sowie von Nor­we­gen und Rus­s­land sowie den EU-Län­dern Finn­land, Däne­mark, Schwe­den und Polen — und nicht zu vergessen den Färöer-Inseln — abgewen­det wer­den kon­nte. Die derzeit­ige Finanzsi­t­u­a­tion wird das Land für Jahre sehr mas­siv belas­ten.

Dies hat zu einem “Linksrutsch” auf der Insel geführt. Die seit 1944 regierende lib­er­al-kon­ser­v­a­tive Unab­hängigkeitspartei wurde 2009 durch eine Koali­tion aus Sozialdemokrat­en und Links­grü­nen abgelöst, die sich im Wahlkampf mas­siv für einen EU-Beitritt aus­ge­sprochen haben. Die amtierende Pre­mier­min­is­terin Sig­ur­dar­d­ot­tir hofft, Island mit ein­er Ein­bindung in den europäis­chen Staaten­bund und vor allem durch die Über­nahme der Gemein­schaftswährung “Euro” kün­ftig vor Wirtschafts- und Finanzkrisen wie der derzeit­i­gen bewahren zu kön­nen Mit 34 der 63 Par­la­mentssitze hat die isländis­che Bevölkerung bei den Wahlen im April 2009 diesen Kurs befür­wortet. Ein EU-Beitritt wäre für Island rel­a­tiv schnell möglich: Als Mit­glied des Europäis­chen Wirtschaft­sraums müsste es über rund zwei Drit­tel der abzuar­bei­t­en­den Poli­tik­bere­iche nicht mehr ver­han­deln. The­o­retisch möglich sei ein Beitritt im Jahr 2011 — das haben Beamte der EU-Kom­mis­sion bere­its im Okto­ber 2008 den Vertretern der früheren Regierung mit­geteilt.

 

Stre­itkräfte:

Ab 1941 standen US-amerikanis­che Trup­pen auf der Insel. Im zweit­en Weltkrieg diente diese Sta­tion­ierung der Sicherung von Nach­schubkon­vois gegen deutsche U-Boote, danach der Abwehr sow­jetis­ch­er Durch­brüche (U-Boote, Hochseeflotte und Fliegerstre­itkräfte) aus dem Nord­po­larmeer auf die Weit­en des Atlantiks.
Im Rah­men sein­er NATO-Mit­glied­schaft und als assozi­iertes Mit­glied der WEU hat Island keine eige­nen Stre­itkräfte. Was bei der geo­graphis­chen Lage und 280.000 Ein­wohn­ern eigentlich auch kein Wun­der ist. Die cir­ca 120 Mann starke Isländis­che Küstenwache, die ihren Stützpunkt in Reyk­javík hat, ist mit mehreren Patrouil­len­booten, einem Überwachungs­flugzeug und eini­gen Hub­schraubern aus­gerüstet.
Island bildet nach wie vor einen wichti­gen Stützpunkt der NATO zur Sicherung der Schiff­fahrt­slin­ien über den Atlantik. Kevlafik ist der größte NATO-Stützpunkt auf der Insel. Er wurde während des Zweit­en Weltkriegs durch die US Air Force angelegt. Ins­ge­samt waren 2.500 US Sol­dat­en auf der Insel sta­tion­iert und bilde­ten die IDF (Ice­land Defense Forces), da die USA 1951 ver­traglich die Vertei­di­gung Islands über­nom­men hat­ten.

2006 zogen die USA ihre Kampf­flugzeuge von der Insel ab. Daher bemühte sich Island, andere NATO-Staat­en zum Schutz seines Luftraums zu gewin­nen. Als erstes wurde diese Mis­sion 2008 durch vier franzö­sis­che Mirage 2000 über­nom­men, die für 8 Wochen auf der Insel sta­tion­iert waren. Seit­ehr teilen sich die USA, Deutsch­land (erst­mals 2010 durch das mit Phan­tom aus­gerüstete JG71) und die tra­di­tionell ver­bun­de­nen skan­di­navis­chen Staat­en Däne­mark und Nor­we­gen diese Auf­gabe. Island stellt dazu die vorhan­dene Infra­struk­tur (ins­beson­dere auf dem inter­na­tionalen Flug­platz Keflavik) und Unterkun­ft, aber auch Telekom­mu­nika­tions- und Trans­portleis­tun­gen kosten­los zur Ver­fü­gung.  

Durch die Wieder­auf­nahme rus­sis­ch­er Bomber­pa­troul­lien durch die atom­waf­fen­fähi­gen Langstreck­en­bomber Tu-95 und Tu-160 gewin­nt die Schließung der “Lücke im Nor­dat­lantik” wieder zunehmende Bedeu­tung.

Externe Links:

Auswär­tiges Amt Deutsch­land: www.auswaertiges-amt.de

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