Lateinamerika — Kuba

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In den let­zten Jahren wur­den neue Ver­bün­dete gefun­den.
Venezuela ver­sorgt Kuba zu Vorzugskon­di­tio­nen mit Erdöl – und zwar etwa zur Hälfte des Welt­mark­t­preis­es. Cas­tro wiederum verkauft ein Drit­tel dieser Ölliefer­un­gen weit­er und erzielt damit größere Devisen­er­löse.  Nach mehreren Pressemel­dun­gen vom Mai 2006 hat Chi­na auch die Erlaub­nis erhal­ten, ein Dutzend Ölplat­tfor­men vor Kubas Küste im Golf von Mexiko zu erricht­en, wo “4,6 bil­lion bar­rels of oil and 9,8 tril­lion cubic feet of nat­ur­al gas” ver­mutet wer­den. US-Fir­men, die eben­falls Inter­esse an den Lizen­zen gehabt hät­ten, kon­nten dem­nach auf­grund des US-Embar­gos keine Ange­bote abgeben. Bere­its im Jahre 2004 wur­den – 55 km östlich von Havan­na – erste Lager­stät­ten im Meer vor der Küste gefun­den.
Ende 2007 wurde mit Venezue­las Präsi­dent Hugo Chávez die Raf­finer­ie Cami­lo Cien­fue­gos eingewei­ht. „Die Raf­finer­ie ist Sym­bol für das, was wir heute machen“ sagte Mar­ta Lomas, die kuban­is­che Min­is­terin für Koop­er­a­tion mit dem Aus­land. So wird Brasiliens Energiekonz­ern Petro­bras im mexikanis­chen Golf vor Kuba nach Öl suchen und hat dafür der Regierung in Havan­na einen Kred­it über eine Mil­liarde Dol­lar für den Kauf von Lebens­mit­teln bere­it­gestellt.
Es gibt auch schon eine ver­tragliche Zusam­me­nar­beit mit der kanadis­chen Fir­ma Sher­rit, mit Chi­na und Brasilien. Der kanadis­che Berg­baukonz­ern Sher­rit und die chi­ne­sis­che Min­metal investieren 2007/2008 jew­eils 500 Mil­lio­nen Dol­lar in die Nick­elmi­nen im Osten des Lan­des.

Chi­na schloss diverse Han­delsabkom­men und gewährte großzügig Kred­ite zur Förderung der Nick­el­gewin­nung. Unternehmen aus dem Iran bauen eine Zement­fab­rik und ein Thermokraftwerk für 400 Mil­lio­nen Dol­lar. Dafür liefert Kuba Phar­mazeu­ti­ka in den Iran. Inve­storen aus den Emi­rat­en bauen einen Tief­see­hafen im Nor­den. Die steigen­den Preise für Berg­baupro­duk­te wie Nick­el, die Unter­stützung durch Präsi­dent Chávez, der aus Venezuela gegen die Leis­tun­gen von 30 000 Kranken­schwest­ern, Ärzten und Sol­dat­en das dri­nend benötigte Öl liefert, haben dazu beige­tra­gen: Kubas Wirtschaft hat mit kräftigem Bypass eine Lethargie über­wun­den. Die Wirtschaft der ehe­ma­li­gen Rum- und Zuck­erin­sel, die nach dem Ende der Sow­je­tu­nion zusam­menge­brochen war, wächst wieder — um gut 7 % im Jahre 2007, wie aus­ländis­che Beobachter meinen. „Kuba hat das Zeug zu einem der inter­es­san­testen Emerg­ing Mar­kets weltweit“, zitiert die Wirtschaftswoche den Lateinameri­ka-Experte der Invest­ment­bank BCP, Wal­ter Molano. Für diesen könne Kuba wegen des hohen Bil­dungsniveaus sein­er elf Mil­lio­nen Ein­wohn­er bald ähn­lich stark wach­sen wie die sozial­is­tis­chen Staat­en Chi­na und Viet­nam. „Die Inve­storen“, so Molano, „soll­ten auf diesen Boom vor­bere­it­et sein.“

Die so gewonnenen wirtschaftlichen Spiel­räume scheinen aber zu ein­er Resti­tu­tion der Plan­wirtschaft genutzt zu wer­den. Cas­tro braucht Europas Inve­storen nicht mehr. Mehr als 100 Gemein­schaft­sun­ternehmen mit europäis­chen Part­nern sind inzwis­chen been­det wor­den.

Bevor ein aus­ländis­ches Unternehmen mit Kuba Geschäfte machen kann, ist ein Hin­dernislauf durch die Bürokratie des Insel­staates zu absolvieren. So gibt es eine neue Richtlin­ie, nach der kuban­is­che Unternehmen nur mit Europäern kooperieren dür­fen, wenn sich keine Part­ner aus Kuba oder Chi­na find­en.

Die beste­hen­den Touris­te­nan­la­gen müssen mit erhe­blichen sys­temim­ma­nen­ten Prob­le­men kämpfen. Sie wer­den – so will es die Regierung – zen­tral beliefert, und müssen bere­its Monate im Voraus den möglichen Bedarf fes­tle­gen und bestellen. Ein Kauf „beim Fis­ch­er um die Ecke“ ist nicht möglich – den ein­heimis­chen ist sog­ar das Betreten der exk­lu­siv­en Cluban­la­gen ver­boten, und das Per­son­al wird vom staatlichen Arbeitsver­mit­tler zugeteilt – ohne Rück­sicht auf beru­fliche Qual­i­fika­tion, aber wohl mit der Über­legung, ob die Betrof­fe­nen gegen die Ver­lock­un­gen von aus­ländis­chen Fernseh­pro­gram­men, und frem­den Gedankengut auch wirk­lich immun sind. Die aus­ländis­chen Arbeit­ge­ber müssen den Lohn ihrer kuban­is­chen Mitar­beit­er in Dol­lar an die Regierung zahlen, welche dann den umgerech­neten Betrag – nach dem völ­lig utopis­chen amtlichen Kurs – in Pesos aus­bezahlt. Auf diese Weise behält die Regierung 95% des Lohnes ein.
Wer eine der weni­gen staatlichen Lizen­zen für einen Pri­vat­be­trieb erhält hat muss im Voraus monatlich einen Steuer­ab­schlag von mehreren Hun­dert Dol­lar zahlen, ohne zu wis­sen, ob dieses Geld wieder erwirtschaftet wer­den kann. Tat­säch­lich kön­nen immer weniger Lizen­z­in­hab­er diese Erträge erwirtschaften, mit der Folge, dass die Lizenz ver­loren geht.

Ander­er­seits wer­den manchen aus­ländis­chen Unternehmen beson­dere Vorzugs­be­hand­lun­gen zuge­s­tanden, wohl, weil es den Unternehmern gelun­gen ist, Kon­tak­te bis in die Min­is­te­rien zu knüpfen. Sol Melia, der mit Abstand größte aus­ländis­che Hotel­be­treiber auf der Insel darf sich die Mitar­beit­er weitest­ge­hend selb­st aus­suchen und mit Erfol­gs­beteili­gun­gen in Devisen kräftig motivieren. Der größte deutsche Investor hat von 1996 bis 2005 rund 20 Mil­lio­nen Dol­lar in ein Gemein­schaft­sun­ternehmen zur Her­stel­lung von Gasen wie Sauer­stoff und Stick­stoff investiert, die für die lokale Stahl­pro­duk­tion und zur medi­zinis­chen Ver­sorgung benötigt wer­den.

Venezuela, Chi­na und der Iran — das sind die neuen Ver­bün­de­ten des kuban­is­chen Staates, und Cas­tro wurde auf der im Sep­tem­ber 2006 in Kuba stat­tfind­en­den Kon­ferenz der über 100 block­freien Staat­en sog­ar — trotz krankheits­be­d­ingter Abwe­sen­heit — zum neuen Präsi­den­ten der Organ­i­sa­tion gewählt.

Und auch Rus­s­land zeigt wieder Inter­esse und gewährte Kuba einen Kred­it für den Kauf von Mil­itär­flugzeu­gen. 

Disku­tieren Sie mit — eine “Linke Koop­er­a­tion in Südameri­ka?”: 
Alba, Mer­co­sur, Telesur u.a. — gegen Nor­damerikanis­che Dom­i­nanz — (www.defence-forum.net)
Wirtschaft und Politk — Kuba — (www.defence-forum.net)
Kuban­is­che Waf­fen­sys­teme
Cuba: Luftab­wehr unzure­ichend?

Externe Links:
Auswär­tiges Amt Deutsch­land — (www.auswaertiges-amt.de)