Lateinamerika — Chile

Flagge Chila

Die wichtig­sten Infor­ma­tio­nen im Überblick:

Regierungs­form (Gov­ern­ment Type): Prä­sidi­al­re­pub­lik (Pres­i­den­tial Repub­lic)

Karte Chile Map

Haupt­stadt (Cap­i­tal): San­ti­a­go (San­ti­a­go de Chile)
Ein­wohn­er (Pop­u­la­tion): 15,956 Mio.
Fläche (qkm) (Area (sq.km)): 756.096
Wehre­tat (Defence Bud­get): 2,975 Mrd. US-$ (2003)
BSP/Einwohner (GNP/Capita): 4.970 US-$

 

Dat­en außer Wehre­tat dem Fis­ch­er Weltal­manach 2004 ent­nom­men zum Ver­größern anklick­en (jpg-Datei, 223 kB)

 

Wirtschaftswach­s­tum: 1990 — 1997:  7,5 % jährlich; 2009: 2,5 % (Prog­nose)

 

 

Chile erstreckt sich im Süd­west­en des lateinamerikan­sichen Kon­ti­nents, von den Küsten­wüsten im Nor­den an der Gren­ze zu Peru bis zu den Gletsch­ern Patag­o­niens erlauben die Kordil­lieren der chilenis­chen Bevölkerung, fast alle Kli­ma­zo­nen bereisen zu kön­nen, ohne das Land ver­lassen zu müssen. Weit im West­en bildet die poly­ne­sis­che Osterin­sel mit ihrer einzi­gar­ti­gen  indi­ge­nen Kul­tur  einen Vor­posten im  Paz­i­fik.

Geschichte: 
Das Kernge­bi­et Chiles ist seit Jahrtausenden besiedelt und war zulet­zt Teil des Inkare­ich­es, das fast den gesamten Anden­bo­gen Südamerikas umfasste. Im Zuge der Zer­schla­gung und Aus­plün­derung dieses Reich­es wurde auch Chile von spanis­chen Kolo­nial­her­ren, den Kon­quis­ta­doren, besiedelt und über drei Jahrhun­derte — bis ins frühe 19. Jhdt. — als span­siche Kolonie von Europa aus beherrscht.  Die Salpetergewin­nung war der Grund­stock für die wirtschaftliche Exis­tenz des Lan­des, aber auch für kriegerische Auseinan­der­set­zun­gen mit Bolivien und Peru (1879 — 1883), in dessen Folge Bolivien seinen Zugang zum Meer ver­lor. Gren­zstre­it­igkeit­en mit Argen­tinien (ab 1893) kon­nten erst durch Ver­mit­tlung aus Europa been­det wer­den. Sei­ther gilt das Ver­hält­nis Chiles zu den Nach­barn Argen­tie­nien und Bolivien bisweilen als ges­pan­nt.

Als mit US-Unter­stützung im Septe­me­br 1973 der gewählte, sozial­is­tis­che Präsi­dent Allende durch einen Mil­itär­putsch unter Gen­er­al Pinochet abgelost wurde begann eine 17-jährige bru­tale Dik­tatur, die erst seit 1990 schrit­tweise wieder in eine Demokratie gewan­delt wird.  Die his­torische Aufar­beitung zieht sich noch heute hin — auch inner­halb Chiles ist di Aera Pinochet höchst umstrit­ten: von einem bru­tal­en Dik­ta­tor, der Frei­heit und Gerechtigkeit bekäpmft ist genau­so die Rede wie von einem Ret­ter vor Anar­chie und Kom­mu­nis­mus. Erst  im Jan­u­ar 2005 gelang es durch eine Ver­fas­sungsre­form, Vor­rechte der Mil­itärs aus der Zeit der Dik­tatur zu beseit­i­gen und endgültig dne Weg in die Demokratie zu öff­nen.

Seit Jan­u­ar 2006 regiert — wieder — eine linke Poli­tik­erin das Land, die Präsi­dentin Michelle Bachelet vom Mitte-Links-Bünd­nis, das der Sozialdemokratie zugerech­net wird.

Wirtschaft:
Chile hat eine in hohem Maße mark­twirtschaftliche, nach außen offene Wirtschaftsstruk­tur. Während der Mil­itärherrschaft in den siebziger Jahren wurde mit großem Nach­druck der Wan­del von einem staatsin­duziertem Entwick­lungsmod­ell hin zu ein­er pri­vatwirtschaftlich und wet­tbe­werb­sori­en­tierten Wirtschaft­sor­d­nung ver­fol­gt. Auch nach Ende der Mil­itärherrschaft haben die demokratis­chen Regierun­gen Chile dieses Entwick­lungsmod­ell im Kern nicht ange­tastet.

Chile kon­nte inzwis­chen erfol­gre­ich an seine Grün­dungswirtschaft als Rohstof­f­ex­por­teuer anküpfen. Allerd­ings: nicht mehr Salpeter, son­dern Kupfer ist inzwis­chen das Haup­t­ex­portgut des Lan­des (2004: 45 %). Dank der explodieren­den Kupfer­preise hat Chile erst­mals 2004 mehr als 30 Mrd. $ Exporter­löse erwirtschaftet. Chile ver­fügt zudem mit seinen Holzpro­duk­ten (z. B. Zel­lu­lose), Fisch (Hochseefisch und Lach­szucht), Wein sowie Obst und Gemüse über ein bre­it gefächertes Ange­bot an Nis­chen­pro­duk­ten, das sich erfol­gre­ich im weltweit­en Markt behaupten kann. So hat Chile im Jahre 2004 (mit einem Welt­mark­tan­teil von 35%) Nor­we­gen als größten Expor­teur von Zucht­lachs abgelöst. Lachs ist inzwis­chen das zweitwichtig­ste Exportgut des Lan­des — nach Kupfer — gewor­den.

Die Mitar­beit­er in den Pro­duk­tion­san­la­gen — bekan­nt wur­den im Som­mer 2006 kräftige Streiks im Kupfer­ab­bau — prof­i­tieren von diesen wirtschaftlichen Erfol­gen. Die Real­löhne steigen bei mod­er­ater Infla­tion, die Lebensver­hält­nisse der meis­ten Chile­nen verbessern sich.Dennoch kann Chile mit seinen nicht ein­mal 20 Mio. Ein­wohn­ern kaum eine wirk­same “Bin­nen­nach­frage” auf­bauen. Chile hat daher mit knapp zehn Staat­en bilat­erale Frei­han­delsabkom­men abgeschlossen. 

Chiles Staat­shaushalt ist dank der stark gestiegen­den Rohstoff­preise (Kupfer) und ein­er mod­er­at­en Aus­gaben­poli­tik aus­geglichen. Etwa 20 Mrd. $ aus den Kupfer­erlösen kon­nten in einen eige­nen “Sta­bil­isierungs­fonds” einge­bracht wer­den. Für die Bil­dung — u.a. für Stipen­di­en im Aus­land — wur­den Rück­la­gen in Höhe von 6 Mrd. $ in einen “Bil­dungs­fonds” angelegt. 2008 wurde den­noch ein Haushalt­süber­schuss von 6 % des BIP erwirtschaftet. Die Staatsver­schul­dung beträgt lediglich 4,4 % des BIP.

Chile schließt sich inzwis­chen eng an die südamerikanis­chen Nach­bar­län­der an und ist assozi­iertes Mit­glied des MERCOSUR.

Externe Links:
Chile — (www.auswaertiges-amt.de)
Deutsche Botschaft — (www.santiago.diplo.de)

Wirtschaftswoche: Chiles Poli­tik zahlt sich aus (www.wiwo.de)