Arktis — das “Mittelmeer” des nächsten Jahrhunderts

 

 

 

Aufrüs­tung im Nor­den:
Bish­er haben lediglich die USA und Rus­s­land — noch aus den Zeit­en des Kalten Krieges — die Ark­tis mil­itärisch genutzt. Atom-U-Boote und Aufk­lärungs­flugzeuge sowie strate­gis­che Bomber haben über das Nord­po­larmeer die Ent­fer­nung zum poten­tiellen Geg­n­er verkürzt. 

Rus­s­land ver­fügt in Mur­man­sk über einen großen Flot­ten­stützpunkt und wil in Archangel­sk — südlich der Bar­entsee — einen weit­eren großen Tiefwasser­hafen aus­bauen: der ide­ale End­punkt der Nor­dost-Pas­sage. Rus­s­land ver­fügt derzeit (Stand Juni 2007) über 18 ein­satzbere­ite Eis­brech­er. Die rus­sis­chen atom­getriebe­nen Eis­brech­er haben schon in den Zeit­en der Sow­je­tu­nion die Nor­dost­pas­sage befahren. Und die rus­sis­che Armee muss — so Gen­er­alleut­nant Wladimir Schamanow, Chef der Hauptver­wal­tung für Kamp­faus­bil­dung der Stre­itkräfte Rus­s­lands — zu Kamp­f­op­er­a­tio­nen in der Ark­tis bere­it sein (Quelle). Alte Mil­itär­vor­posten wie Nagursko­je am nördlchen Rand der Bar­entssee wer­den durch Rus­s­land reak­tiviert.

Kana­da - das den eisi­gen Nor­den bis­lang seinem großen Nach­barn (wenn auch arg­wöh­nisch beobachtet) über­lassen hat, will seine Besitzrechte durch eine ver­stärk­te mil­itärische Präsenz ent­lang der Nord­west-Pas­sage aus­bauen. In der Res­olute-Bai (Prov­inz Nunavut) wird ein ark­tis­chen Stützpunkt und Train­ingszen­trum für 5000 Sol­dat­en (anstatt der bish­er dort sta­tion­ierten 900 “Cana­di­an Rangers”) aufge­baut.

Der Tief­see­hafen ein­er ehe­ma­li­gen Mine in Nani­sivik (Baf­fin-Insel) am Ostein­gang der Nord­west-Pas­sage wird zu einem Marinestützpunkt mit ein­er Tanksta­tion für Schiffe aus­ge­baut.

Mit der „Oper­a­tion Nanook 07“ demon­stri­ert Kana­da zudem die Ein­satzbere­itschaft sein­er Luft- und Marinestre­itkräfte im Nor­den des fast men­schen­leeren Lan­des. Dazu sollen für rund 5 Mrd. Euro 8 Eis­brech­er angeschafft wer­den, auch, um der Marine eine dauer­hafte Präsenz zu ermöglichen.

Die USA ver­fü­gen im grön­ländisch-dänis­chen Thule bere­its seit dem “Kalten Krieg” über einen großen Stützpunkt.

Die US-Küstenwache hat den Bau von acht neuen Eis­brech­ern in Auf­trag gegeben (Stand Juni 2007). Die Todd Pcif­ic Ship­yard hat ergänzend Anfang 2009 den Auf­trag erhal­ten, die bei­den Eis­brech­er “POLAR STAR” und “POLAR SEA” der US Coast Gard zu über­holen und zu mod­ernisieren. “POLAR STAR” befand sich seit 200 im Reser­ves­tatuts. Die bei­den 120 m lan­gen Schiffe ver­drän­gen 13.000 ts, sind für 2 m dick­es Eis opti­miert, kön­nen aber bis zu 6 m dick­es Eis brechen.

POLAR STAR (Foto: USCG)POLAR STAR

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Stre­it um die Ark­tis

“Ark­tis­ch­er Rat”:
Am 1. Okto­ber 1996 wurde der “Ark­tis­che Rat” gegrün­det, der alle Erschießungsvorhaben im Bere­ich der Boden­schätze, Fis­chfang und Jagd koor­dinieren soll.

Neben den Mit­glied­slän­dern — Däne­mark. Finn­land, Island, Kana­da, Nor­we­gen, Rus­s­land, Schwe­den und den USA haben drei “Ure­in­wohneror­gan­i­sa­tio­nen” (die Polarvölk­er wer­den haupt­säch­lich von den europäis­chen Sami (Lap­pen), den sibirischen Jakuten — einem türkisch sprachi­gen Volk — und den sibirisch-nor­damerikanisch-grön­ländis­chen Inu­it (Eski­mo) gebildet — ein Mit­spracherecht.