Mongolei


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Mongolei Mongolia

Die wichtigsten Informationen im Überblick:

Regierungsform (Government Type): Republik (Republic)

Karte Mongolei

Haupstadt (Capital): Ulaanbaatar (Ulan-Bator)
Einwohner (Population): 2,48 Mio.
Fläche (qkm) (area (sq.km.)): 1.564.116
Wehretat (Defence Budget): 22 Mio. US-$ (1998)
BSP/Einwohner (GNP/Capita): 480 US-$

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Daten außer Wehretat dem Fischer Weltalmanach 2005 entnommen

Mongolei – Steppe zwischen China und Sibirien

Dschingis Khan – Mongolenstürme – kaum ein anderes Volk ruft mit seinen geschichtlichen Namen solche Bilder hervor wie das Reitervolk aus der Steppe.
Die chinesische Mauer als Verteidigungswall in Asien – polnische Ritterheere, die vor Krakau den Sturm aus dem Osten aufzuhalten versuchten – sie alle zeugen von der Wucht, die ein schnelles Reitervolk in einer Welt von Bauern und Städtern aufbringen kann.

Dabei ist die Auseinandersetzung zwischen Bauern und Nomaden nicht neu – während der ganzen Zeit, die unsere Historiker von der Antike bis zum hohen Mittelalter überblicken, waren die Staaten an den beiden Enden des eurasischen Subkontinents von schnellen Steppenvölkern bedroht.
Indogermansiche Skythen (die „weißen Hunnen der chinesischen Antike), türkisch/mongolische Hunnen (Hisung nu), finno-ugrische Magyaren oder Ungarn, Mongolen und zuletzt die Türken bildeten über Jahrtausende ein unerschöpfliches, weil unverstandenes Bedrohungspotential.
Und kaum ein Volk hat so viele – heute noch spürbare – Auswirkungen verursacht wie die Mongolen. Die Zerstörung des Khmer-Reiches in Kambodscha durch landsuchende Thai und andere verwandte Völker – letztendlich ausgelöst war diese Völkerwanderung vom Druck mongolischer Eroberer auf China (Im Jahr 1235 überfielen die Mongolen das Königreich Nanchao im Süden Chinas (in der Region Yünnan) – und lösten damit eine verstärkte Abwanderung der Thaistämme in den Norden Thailands und Burmas aus. Reste der mongolischen Reiterheere finden sich als eigenständige Völker fast über ganz Asien verstreut. Burjäten am Baikalsee in Sibirien und die Kalmücken an Kaspischem Meer und der unteren Wolga – ja sogar die Hazara in Afghanistan – sie alle führen ihre Ursprünge auf die Reiterheere Dschingis Khans zurück.  Dschingis Khan, der legendären Führer des einstigen Mongolenreiches (1162 – 1227) erhält auch in der eigentlichen Mongolei wieder neue Ehren, wird zum neuen Nationalhelden des Staates.

Die heute in der Mongolei ansässigen eigentlichen (Ost-)Mongolen bilden den in den ursprünglichen Heimatgebieten verbliebenen Rest eines Volkes, das in seiner Hochzeit das Zentrum Eurasiens von China über Indien bis zur heutigen Ukraine beherrschte. Dabei kann geschichtlich nur selten von einem gemeinsam auftretenden Volk gesprochen werden. Nomadisierende Völker zerstreuen sich, bilden rivalisierende Stämme – und erst, wenn ein starker Stammesführer diese Stämme eint, dann kann sich die volle Kraft eines Nomadenvolkes entfalten – wie das bei Dschingis Khan war. Solche Nomadenreiche sind allerdings immer auch in der Gefahr, sich in den Weiten zu verteilen und wieder in Stammesbereiche zurück zu fallen. So war das auch mit dem mongolischen Großreich; die mongolischen Stammesfürsten, die den chinesischen Thron eroberten, wurden assimiliert – das heimatliche Stammland wurde zu einem Vasallengebiet der sinisierten und nur der Abstammung nach noch mongolischen Herrscher Chinas (Jüan-Dynastie, 1206 – 1368). Nach einem Wechsel des Herrscherhauses – die mongolischen Großkhane mussten sich der Ming-Dynastie geschlagen geben – wurde mongolisches Kerngebiet bereits im 17. Jahrhundert in Verträgen zwischen den russischen Zaren und den chinesischen Kaisern als chinesisches Vasallengebiet anerkannt. Bis in die jüngste Vergangenheit bildete die südliche Grenze der Mongolei die Einflußsphären Russlands (danach der Sowjetunion) und Chinas ab.
Mit der Schwächung der Großkhane einhergehend konnten weit entfernte Volksteile den engen Kontakt mit dem Volk in der Heimat nicht mehr aufrechterhalten (das Krim-Khanat machte sich z.B. schon 1433 von der „Goldenen Horde“ unabhängig). Sie wurden isoliert und bildeten eigenständige Volksstämme wie die Kalmücken und Torguten (Westmongolen), und auch die näheren Verwandten – die Khalka und Burjaten (Ostmongolen) – betrachten sich inzwischen wohl als eigenständige Völker.
Auch heute ist das Volk der Mongolen nicht in einem einheitlichen Staat geeint. Außerhalb der Mongolei gibt es die „Südliche Mongolei “ in China eine (gegenüber der eigentlichen Mongolei sogar größere) mongolische Bevölkerungsgruppe, deren ethnisch-nationale Identität aber weitgehend zerstört ist. Am 1. Mai 2007 feierte das Autonome Gebiet Innere Mongolei seinen 60. Gründungstag.
Dieses „politische Fest“ kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Industriealisierungsbemühungen der Chinesen – insbesondere im Kohlenbergbau und der Hüttenindustrie – zugleich auch mit einer Sinisierung der Inneren Mongolei verbunden ist.

Nur im Bereich der mongolischen Volksrepublik besteht noch die staatliche Eigenständigkeit eines mongolischen Volkes. Die mongolische Volksrepublik zwischen Russland im Norden und China im Süden war – nach Russland – der zweitälteste kommunistische Staat der Erde.Seit dem die beiden „sozialistischen Bruderstaaten“ Mongolei und DDR eine enge Kooperation „zur Förderung der mongolischen Wissenschaft“ eingegangen waren – zehntausende von Mongolen studierten im sozialistischen Bruderland – bestehen relativ gute Möglichkeiten für deutsche Unternehmer.

Wirtschaft:
Der Staat ist aufgrund seiner geographischen Lage im Zentrum Asiens von weiten Steppen geprägt, die letztendlich hauptsächlich für Tierhaltung genutzt werden. Die meisten Mongolen leben heute noch als Nomaden, die mit ihren Herden durch die Steppe ziehen. Hier wird beim abendlichen Lagerfeuer und in der Jurte bei einer Schale heißen Buttertees vom Glanz vergangener Zeiten geschwärmt. Nur wenige Strassen und eine Eisenbahnlinie – eine Verbindungsstrecke zwischen den beiden Nachbarorten, die durch die Hauptstadt Ulan Bator führt – erlauben eine Reise mit westlichen Komfortansprüchen.

Dennoch hat das Land in den letzten Jahren einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung genommen. Die Mongolei will „der fünfte Tiger Asiens“ werden.

Dabei setzt das Land vor allem auf seine großen Erzvorkommen – Gold, Kupfer, Uran … Im Süden der Mongolei schließen sich die mongolischen Kohlevorkommen nahezu nahtlos den gewaltigen chinesischen Vorräten an.

Alleine die Mine von Oyu Tolgoi soll die weltweilt größten bekannten Kupfer- und Goldvorräte beherbergen und eine Jahresausbeute von bis zu 400.000 t. Kupfer und über 300.000 Unzen Gold erlauben. Die Minenkonzerne Ivanho (Kanada) und Rio Tinto (Brasilien) haben sich 2009 gemeinsam eine 2/3 Beteiligung an den Förderöizenzen gesichert, während 1/3 beim mongolischen Staat geblieben ist. Mit Aufnahme der Förderung wird ein Ansteig des BIP um bis zu 1/3 erwartet. Nahe der Erzlager von Oyo Tolgoi liegen die Kohlevorkommen von Tavan Tolgoi, die ab 2012 ausgebeutet werden sollen. Mit rund 6,5 Mrd. Tonnen hochwertiger Kokskohle könnte aus diesen Flötzen der heutige chinesische Jahrsbedarf rund 100 Jahre lang gedeckt werden. Dementsprechend haben sich vor allem chinesische und russische Minengesellschaft die Förderrechte gesichert – assistiert von westlichen Unternehmen wie Peabody Energy (USA), oder auch Macmahon (Kanada) und BBM Operta (Deutschland), die vor allem die Ausrüstung für die Kohlegewinnung liefern. Die von Macmahon und BBM Operta angestrebte anfängliche Förderleistung von 3 Millionen Jahrestonnen Kokskohle soll auf bis zu 15 Mio. Jahrestonnen ausgebaut werden. Der mongolische Staat setzt dabei auch auf die Ausbildung mongolischer Fachkräfte durch die ausländischen Unternehmen.

Allerdings ist die Mongolei nicht völlig auf die Erschließung neuer Minen durch ausländische Konzerne angewiesen. In Banganuur östlich der Hauptstadt werden vom gleichnamigen Minenbetreiber (zu 75 % in Staatsbesitz) jährlich 3 bis 4 Mio. Tonnen Braukohle im Tagebau gefördert, und mit Bahn und Lastwagen zur Befeuerung der fünf hauptstädtischen Kohlekraftwerke verwendet. Dabei legt der Mehrheitsaktionär großen Wert auf günstige Preise, um soziale Unruhen oder auch staatliche Subventionen der Abnehmerbetriebe zu vermeiden. Der Minenbetreiber möchte dagegen seine Vorräte möglichst gewinnbringend vermarkten und möglicherweise auch ins benachbarte Ausland exportieren. Inzwischen (2011) ist wenigstens an die Errichtung einer Kohleverflüssigungsanlage gedacht. Damit kann auch dem Benzin- und Dieselmangel im Lande abgeholfen werden. Und in Nalaikh – nur knapp 50 km von der Hauptstadt entfernt – werden in unzählichen Minibergwerken hunderte von Tonnen Kohle ausgegraben, um als Heizmaterial in Ulan Bator verwendet zu werden.

Vor allem das Rohstoffhungrige China im Süden hat sich zu einem interessanten Exportpartner des Landes entwickelt. Über 80 % der mongolischen Exporte – überweigend Rohstoffe – werden nach China geliefert. Alleine der Kohlenexport nach China ist im ersten Halbjahr 2011 gegenüber dem Vorjahr um 135 % angestiegen. Der Export vin Eisenerz stieg im gleichen Zeitraum um über 120 P%, von Kupfer um über 30 % an.  Diese Exportoffensive hat dazu beigetragen, das BIP 2011 gegenüber dem Vorjahr um 20 % zu steigern. Mit den Einnahmen steigt das Konsumverhalten der Mongolen, das auch „auf pump“ finanziert wird. Von 1991 bis 2006 haben sich Auslandsschulden gegenüber den vorhergehenden 70 Jahren realen Nomadensozialismus verdoppelt. Die massiven Umweltschäden durch den Bergbau einerseits und die mit der Lizenzvergabe verbundene Korruption hoher Funktionäre andererseits hat aber auch zu massiven Zerwürfnissen im Lande geführt. So ist die Verteilung der Minenerlöse auch eines der wichtigsten Themen in einem Land, dessen Einwohner ein jährliches Durchschnittseinkomen von 1.500 Dollar (Stand 2007) haben.

Probleme: Bildung und Infrastruktur:

Allerdings verkommt zwischenzeitlich das einst hervorragende Bildungssystem des Landes, die Alphabetisierungsrate ist im Jahr 2006 auf 90 Prozent gefallen. Die Korruption und die Kriminalität nehmen zu, jeder versucht sich zu bereichern – und 41 Prozent der Bevölkerung verlieren diesen Wettkampf und leiden an Mangelernährung. Von einst 1375 medizinischen Posten im ländlichen Bereich gibt es heute noch etwas über die Hälfte.

Ein weiteres Problem ist die Infrastruktur des Landes. Die wenigen Straßen sind extremen klimatischen Verhältnissen ausgesetzt, was man schon an der Lage des Landes zwischen der Wüste Gobi im Süden und der sibirischen Taiga, dem borealen Nadelwald im Norden erstehen kann. Lediglich eine Eisenbahnlinie quert die Mongolei – die Transitstrecke von der Transsib und Irkutsk im sibirischen Norden nach Peking. Die Rivalität der beiden kommunistischen Nachbarstaaten Sowjetunion und China sowie die Furcht vor einer Invasion hat jahrzehntelang einen Ausbau der weitestgehend einspurigen Strecke verhindert. Heute wird über einen Ausbau nachgedacht – wobei insbesondere die Unternehmen aus Russland und China auf die Verwendung der jeweils eigenen Spurbreite drängen.

 

Externer Link:
Eurasisches Magazin

Streikräfte:
Bis in die neunziger Jahre waren sechs sowjetische Kampfdivisionen in der Volksrepublik stationiert – die mongolischen Streitkräfte (aus Heer und einer kleinen Luftwaffe gebildet) hatten nur Symbolwert (vier nach sowjetischem Vorbild organisierte und ausgerüstete MotSchützen-Divisionen, also mechanisierte Infanterieverbände). Ihre Existenz sollte eine staatliche Souveränität belegen, die es unter der sowjetischen Führung und der im russischen Volk weit verbreiteten Angst vor mongolischen Eroberungstruppen nicht geben konnte.

Landstreitkräfte
Dementsprechend waren (und sind) die mongolischen Landstreitkräfte nahezu ausschließlich mit Waffensystemen sowjetischer Herkunft ausgestattet. Den Kern der Panzertruppe bilden ältere T-54/55 und -62 Kampfpanzer, SPz vom Typ BMP und BTR. Dazu kommen russische Artillerie- und Flugabwehreinheiten.

Luftwaffe
Auch die Luftwaffe der mongolischen Volksrepublik besaß bis 1991 mit je einer Jagd- und Jagdbomberstaffel (insgesamt 90 Flugzeuge), ausgerüstet mit je einem Dutzend Flugzeugen vom Typ MiG-21 (Abfangjagd) und MiG-17 (Erdkampf) gegenüber den beiden Nachbarstaaten sowohl in der Quantität wie in der Qualität nur begrenzten Wert. Bis heute sind keine moderneren System dazugekommen. 
Die mongolische Volksrepublik würde in einer Auseinandersetzung mit einem der beiden benachbarten Staaten sicherlich sehr schnell unterliegen. Keiner der beiden Nachbarn hat allerdings Interesse, den schwachen „Pufferstaat“ zwischen den beiden Atommächten Russland und China zu zerstören. 
Aus dem historischen Schrecken Asiens ist ein moderner Staat geworden, der für keinen seiner Nachbarn eine Bedrohung darstellen kann. 

Linkhinweise:
Allgemeines:
www.mongoleiservice.de
Linksammlung Sharelook: www.sharelook.at

Geschichte der Mongolen:
www.juwongs.de

Temudschin – später Dschingis Khan:
www.mls-marburg.de