Malediven

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Infor­ma­tio­nen auf weit­eren Seit­en:

 

Die wichtig­sten Infor­ma­tio­nen im Überblick:

Regierungs­form (Gov­ern­ment Type): Prä­sidi­al­re­pub­lik (Pres­i­den­tial Rebu­lic)

 

Haupt­stadt (Cap­i­tal): Male’ (Male)
Ein­wohn­er (Pop­u­la­tion): 300.000
Fläche (qkm) (Area (sq.km)): 298
Wehre­tat (Defence Bud­get): -
BSP/Einwohner (GNP/Capita): 2.510 US-$
Dat­en außer Wehre­tat dem Fis­ch­er Weltal­manach 2005 ent­nom­men

Male­di­v­en — Trau­min­seln unter der Sonne des Äqua­tors
Hulule Wer mor­gens gegen neun Uhr auf der Beton­piste von Hul­ule ein­schwebt, um mit ein­er Menge ander­er Men­schen aus dem Air­bus oder der Boing dem heiß ersehn­ten Inselurlaub ent­ge­gen zu gehen, ahnt kaum etwas von der Geschichte dieser Atolle unter der Sonne.
Wie Perlen an ein­er Schnur rei­hen sich die Male­di­v­en — rund 1200 Koral­lenin­seln im West­en Indi­ens, von denen rund 200 bewohnt sind. — von Nord nach Süden bis zur Höhe des Äqua­tors. Der kleine Staat am Äqua­tor mit seinen nicht ein­mal 400.000 Ein­wohn­ern hat 87 Inseln als Touris­ten-Resorts aus­ge­baut oder aus­bauen lassen. Touris­mus und Fis­cherei sind die Hauptein­nah­me­quellen der Bewohn­er.

Ein­schub: Lakkadi­v­en:
Die nördlich gele­gene Fort­set­zung, die Insel­gruppe der Lakkadi­v­en gehört zu Indi­en. Die Bewohn­er bei­der Insel­grup­pen sind Mus­lime. Sie sprechen — wie die Bewohn­er des indis­chen Bun­desstaates Ker­ala — das eng mit dem Tamil ver­wandte Mala­jalam. 
Auf der südlich­sten Insel der Lakkadi­v­en — auf Mini­coy — wird allerd­ings bere­its Dive­hi gesprochen, das man hier Mahl-bas nen­nt. Mini­coy war früher auch Tel des male­di­vis­chen Kön­i­gre­ichs.

Sprache der Male­di­v­en:
Das auf den Male­di­v­en gesproch­ene Diveh ist eine indis­che Sprache, die nah mit dem Sing­haleis­chen ver­wandt ist. 
Wie kommt es zu dieser Kom­bi­na­tion?

Kurz­er Abriss über die Geschichte der Insel­gruppe:
Bere­its während der Zeit des römis­chen Reich­es bestand die “Sei­den­straße des Meeres”, die über Ägypten und Jemen nach Südin­di­en führte. Die “Thomas-Chris­ten” Südin­di­ens (Ker­ala) führen Ihren Glauben auf den Apos­tel Thomas zurück, und man fand bei archäol­o­gis­chen Unter­suchun­gen in Südin­di­en auch römis­che Münzen, die einen unmit­tel­baren Kon­takt zwis­chen Indi­en und dem Römis­chen Empire bele­gen.
“Ver­mit­tler” waren die Vor­fahren der Araber, die vor allem vom Jemen aus schon seit Urzeit­en (“Köni­gin von Saba”) sowohl mit eige­nen Pro­duk­ten (Weihrauch) wie auch mit Erzeug­nis­sen Asiens (Gewürze) das Abend­land ver­sorgten. Mit dem Segelschiff (die heute noch bekan­nten ara­bis­chen Dhaus gehen auf Jahrhun­derte alte Schiff­bau­tra­di­tion zurück, und Thor Hey­erdal wollte sog­ar die Nutzung von Schil­f­booten aus der Urzeit Baby­loniens und Assyriens bele­gen) führen die Pas­sat-Winde in wech­sel­n­dem Ryth­mus nach Osten oder West­en — und wer vom Roten Meer aus nach Indi­en segelt, wird unzweifel­haft auf die Insel­gruppe der Lakkadi­v­en oder — sich mehr südlich­er zum Äqua­tor hal­tend — der Male­di­v­en erre­ichen und dort Sta­tion machen, etwa, um die eige­nen Wasser­vor­räte zu ergänzen. 
Von den nördlichen gele­ge­nen Lakkadi­v­en ist es dann nur mehr ein “Katzen­sprung” zum indis­chen Fes­t­land, nach Ker­ala. 
Die Male­di­v­en dage­gen ermöglichen, die Süd­spitze Indi­ens umschif­f­end das sing­hale­sis­che Cey­lon zu erre­ichen. 

Malediven Über Jahrtausende hin­weg war der “Seeweg” nach Indi­en die Alter­na­tive zu der oft beschw­er­lichen und durch kriegerische Aktio­nen block­ierten Land­verbindung Europas über Per­sien nach Indi­en oder gar Zen­tralasien nach Chi­na. 
Der Nähe zu Indi­en entsprechend war die altindis­che Kul­tur seit Jahrtausenden befruch­t­end für die vorge­lagerten Inseln. Die Male­di­v­en und die südlich­ste Lakkadi­v­en-Insel (Mini­coy) bilde­ten in der voris­lamis­chen Zeit ein eigenes Kön­i­gre­ich, das — wie heute Sin­ga­pur — wichtiger Stützpunkt der regen Han­del­skon­tak­te zwis­chen Okzi­dent und Ori­ent war. 

Auf diesem Seeweg fuhren auch die inzwis­chen zum Islam bekehrten Araber und Pers­er, die ihren neuen Glauben mit sich bracht­en.
Als im 12. Jahrhun­dert der let­zte male­di­vis­che König zum Islam über­trat — er wurde der erste Sul­tan ein­er bis in das let­zte Jahrhun­dert reichen­den Rei­he von Sul­ta­nen — wur­den die Male­di­v­en in kürzester Zeit frei­willig oder durch Zwang islamisch. 
Nie­man­dem, der nicht zum Islam über­trat, wurde es erlaubt, auf den Inseln zu siedeln — weshalb heute die Male­di­v­en zu den am meis­ten islamisierten Staat­en der Welt zählen. 

Male­di­v­en heute:
“I bin reif, reif, reif, reif für die Insel …”
Korallen, türk­is­blaue Lagunen, schneeweißer Sand­strand, tro­pis­che Sonne — das sehen die Urlauber, die heute zu Tausenden auf den Insel die “wertvoll­sten Wochen des Jahres” ver­brin­gen. Ob auf Maa­fushi, ein Taucher­res­sort im Ari Atoll oder eine der anderen für den Touris­mus geöffneten Inseln — Pal­men, Strand und Meer bes­tim­men die Ein­drücke. Die meis­ten der 200 von den Ein­heimis­chen bewohnen Inseln sind von den knapp 100 Touris­tenin­seln getren­nt, eine merk­würdig anmu­tende Iso­la­tion, wenn man die lange, weltof­fene Geschichte der Inseln betra­chtet. Der Touris­mus erbringt 60 % der Devisenein­nah­men und 90 % der Steuereinkün­fte des Lan­des. Die “weiße Indus­trie” trägt mehr als ein Drit­tel zur Wirchaft­sleis­tung der Male­di­v­en bei. In den näch­sten Jahren sollen 50 weit­ere Atolle für den Touris­mus erschlossen wer­den.

Dabei ist die Insel­welt lange nicht so ein­sam und idyl­lisch, wie sich der Stan­dard­tourist das wohl in sein­er Logia in der Hote­lan­lage vorstellt.

Einen ersten Ein­druck erhält man bere­its auf der Flughafenin­sel Hul­hul­male. Das Atoll wurde ähn­lich der Landgewin­nun­gen in den VAR zum Teil zugeschüt­tet, um bis 2020 eine Sied­lung für 50.000 Men­schen aus dem Meer zu stampfen. Handw­erk, Einzel­han­del und Indus­trie sollen neben dem Flughafen Arbeit­splätze brin­gen. Dazu kom­men Lager­hallen für die nach der land­wirtschaftlichen Erschließung erwarteten Ern­teerträge auf den Inseln, die bish­er auf Nahrungsmit­te­limporte angewiesen sind. Die Auf­schüt­tungs­flächen wur­den begrünt, die Insel soll mit Ferien­häusern, Freizeit­parks und Restau­rants zunächst vor allem auch der Erhol­ung der Haupt­stadt­be­wohn­er dienen.

Bere­its jet­zt (2007) haben 5000 Bewohn­er aus der 3 km ent­fer­n­ten, über­füll­ten Haupt­stadtin­sel Male (über 100.000 Ein­wohn­er, 192 Hek­tar) den Umzug nach Hul­hul­male ange­treten.

Hithad­hoo (9.500 Ein­wohn­er), Fuvam­mu­lah (7.600 Ein­wohn­er) und Kul­hud­huf­fushi (7.200 Ein­wohn­er) sind weit­ere (Klein-)Städte auf den Touris­tenin­seln.

Ein großes Prob­lem ist der in Folge des Kli­mawan­dels befürchtete Anstieg des Meer­esspiegels. Wenn er Meer­esspiegel — wie Berech­nun­gen der Vere­in­ten Natio­nen zeigen — bis zum Jahr 2100 auch nur um 60 cm ansteigt, wür­den weite Teile der rund 200 bewohn­ten Koral­lenin­seln über­flutet. Die Regierung hat daher ein Sparpro­gramm beschlossen, um “Land für Über­sied­lun­gen” kaufen zu kön­nen.

 

Die Male­di­v­en unter­hal­ten keine eige­nen Stre­itkräfte, seit einem Putschver­such, der von indis­chen Inter­ven­tion­skräften abgeschla­gen wurde, verbindet ein Vertei­di­gungsabkom­men die Male­di­v­en mit Indi­en.

Twin-Otters im indis­chen Ozean .…
Eines allerd­ings gilt es doch noch zu ver­merken: 
Mal­di­vian Air Taxi (MAT) und die Konkur­ren­z­fir­ma Trans Mal­di­vian Air­way (TMA) betreiben mit 20 bzw. 11 zweimo­tori­gen Twin-Otters einen einzi­gar­ti­gen Bedarf­s­luftverkehr in der Insel­welt. Die (seit 1988 nicht mehr gebaut­en) robusten Maschi­nen sind als Wasser­flugzeuge aus­ges­tat­tet, die den Verkehr zwis­chen den vie­len Hun­dert bewohn­ten Inseln sich­er­stellen, zumal wegen der Koral­len­riffe ein Boot­strans­fer oft schwieriger — zumin­d­est aber zeitrauben­der ist. An Spitzen­t­a­gen absolviert MAT bis zu 75 Flüge am Tag, über 40.000 im Jahr und mit gut 300.000 Pas­sagieren und rund 16.000 Flugstun­den zu etwa 30 fes­ten Bedarf­szie­len. Die meis­ten Flüge sind nur kurze Insel­hüpfer, obwohl eine MAT-Twin-Otter schon ein­mal mit Zusatz­tanks in drei Stun­den zum rund 400 km ent­fer­n­ten Nor­den Sri Lankas geflo­gen sein soll.
Alleine die Möglichkeit, hin­ter einem bar­füßi­gen Piloten die Insel­welt aus der Luft zu genießen, ist für manche eine Reise wert; auch wenn son­st auf den Inseln “lei­der gar nichts los ist.”

Externe Links:
Male Inter­na­tion­al Air­pi­ort: www.airports.com.mv
Mal­di­vian Air Taxi: www.mataxi.com / www.parahol.com
Trans Mal­di­vian Air­ways: http://www.tma.com.mv

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