Turkstaaten – Kirgisistan


Kirgisistan / Kirgisien (Kyrgyzstan)

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Die wichtigsten Informationen im Überblick:

Regierungsform (Government Type): Präsidialrepublik (Presidential Republic)

Karte Kirgisistan / Kirgisien (Kyrgyzstan)

Hauptstadt (Capital): Biskek (Bischkek)
Einwohner (Population): 5,052 Mio.
Fläche (qkm) (Area sq.km): 199.900
Wehretat (Defence Budget): 21,6 Mio. US-$ (2003)
BSP/Einwohner (GNP/Capita): 340 US-$

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Daten außer Wehretat dem Fischer Weltalmanach 2005 entnommen

Kirgisien – die „Schweiz des Hindukusch“?

Nach dem Zerfall der Goldenen Horde (die nach den goldenen Deckplatten des Herrscherzeltes benannt wurde) bildeten sich rivalisierenden Teilstämme vor allem der Kasachen (Kosaken) Tataren und Kirgisen.
Anmerkung 1).

Mit Kamel, Pferd und Ochse – die Jurte im Gepäck – betreiben auch heute noch viele Kirgisen (ein den Kasachen und Tataren verwandter türkischer Stamm der Kipchak Türken, die kulturell den Mongolen sehr nahe stehen und Dschingis Khan verehren) wie seit Jahrhunderten eine der europäischen Almwirtschaft nicht unähnliche Lebensweise. 
Im Sommer geht es hoch zu den Weidegründen, die auf halber Höhe der schneebedeckten Siebentausender mit frischem Wasser und saftigen Gräsern locken. 
Ein landschaftliches Idyll, so scheint es, eine unberührte, paradiesische Landschaft, eine Natur, in der kein Wässerchen getrübt ist.
Dazu kommt ein Präsident, dem nicht der Ruch eines altkommunistischen Oligarchen anhängt. Präsident Akajew – erklärter Bewunderer von Ludwig Erhard, dem „Vater des deutschen Wirtschaftswunders“ – holte sich deutsche Berater ins Land und versprach die Einführung einer Demokratie nach westlichem Muster.

Infrastruktur – Seidenstraße:
Kirgisistan hat – wie die anderen Staaten der zentralasiatischen GUS auch – zumindest seit der Sowjetzeit in gut ausgebautes, etwa 30.000 km langes Straßennetz und dazu eine Bahnlinie, die von Kasachstan über Bischkek nach Baliktischi am westlichen Ufer des Issyk-Kul führt.
Eine Stichbahn aus Taschkent (Usbekistan) führt bis Osch im Süden des Landes, dessen längste West-Ost-Ausdehnung zugleich von einem schwer passierbaren Gebirgsmassiv eingenommen wird. Eine neue Nord-Süd-Bahntrasse ist in Planung. Allerdings sind Bahnreisende – wie einst im Wilden Westen – häufigen Raubüberfällen ausgesetzt. 
Dazu haben die Bürgerkriegssituation im benachbarten Tadschikistan und die aus Afghanisten über das Ferghana-Tal eindringenden Milizen zu einer erheblichen Unsicherheit geführt.
Anmerkung 2)

Es gärt und brennt in Kirgistan:
Die verschlafene Kirgisen-Hauptstadt Bischkek im Norden des Landes – am Rande der kasachischen Ebenen – bietet seit dem Dezember 2001 jede Woche das Bild: einer aufgebrachte Menge – vor allem aus dem rund 500 km entfernten Dschalal-Abad am Rande Usbekistans, aus dem Ferghana-Tal angereist – die gegen den Präsidenten demonstriert, und zwischen der Polizei und den Demonstranten entwickeln sich regelrechte Straßenschlachten, die inzwischen Todesopfer forderten:

Der Präsident Akajew – einst als Hoffnung des Westens mit demokratischen und Wirtschaftsreformen angetreten – schlug mit zunehmendem Scheitern seiner Wirtschaftsreformen einen immer autoritäreren Regierungsstil ein – und suchte nach dem Vorbild der Fürstendynastien vergangener Zeiten seine Macht durch Familien- und Heiratspolitik zu sichern. Während alle einflussreichen Ämter durch Familienangehörige besetzt wurden, wurde Akajews Sohn Ajdar mit der Tochter des kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew verheiratet.

Externer Link: 
Von demokratischen Reformen zur Clan-Herrschaft – (www.tagesschau.de)