Arabische Halbinsel — Ölemirate — Saudi Arabien


Saudi Arabien

Wirtschaft:
Ölfunde — die Ara­bis­che Hal­binsel wird wichtig:
Der Stre­it zwis­chen Wah­habiten, Sun­niten und Schi­iten würde heute noch in den staubi­gen Wüsten und den Randge­bi­eten der ara­bis­chen Hal­binsel aus­ge­tra­gen — wenn nicht am 3. März 1938 die erste kom­merziell wichtige Ölquelle ange­bohrt wor­den wäre. Sei­ther schwimmt der Staat auf einem Meer von Öl — und mit dem1933 der kali­for­nischen Stan­dard Oil Com­pa­ny erteil­ten Bohrl­izen­zen hat das 1932 gebildete Kön­i­gre­ich von Anfang an eng­ste Wirtschaftsver­flech­tun­gen zu den USA. Das daraus ent­standene staatliche Saud­is­che Unternehmen Sau­di Aram­con kon­trol­liert über 260 Mil­liar­den Bar­rel Erdöl- (25 % der bekan­nten Wel­ter­döl­re­ser­ven) und um die 6 Bil­lio­nen Kubik­me­ter Erdgas­re­ser­ven — und erwirtschaftet etwa 90 % der saud­is­chen Staat­sein­nah­men.
Mit diesen Geldern wer­den die mod­ern­sten Stre­itkräfte der ara­bis­chen Welt finanziert — eine Flut von wah­habitisch-islamis­chen Mis­sion­aren und gle­ichzeit­ig ein Wohlfahrtssys­tem, das der explodieren­den Bevölkerung erlaubt, auf eine Erwerb­stätigkeit zu verzicht­en.

Sau­di Ara­bi­ens Volk­swirtschaft
Die ara­bis­che Hal­binsel stand lange Jahrhun­derte im Schat­ten des Welt­geschehens. Han­del­swege und Pros­per­ität — das war auf die Küsten­bere­iche der bei­den Bin­nen­meere und auch in den küsten­na­hen Karawa­nen­we­gen konzen­tri­ert.
Das Innere des Lan­des gehörte Beduinen, Wan­der­hirten, die mit ihren Her­den weite Flächen durch­zo­gen.
Mit den Erdöl- und Erdgas­fun­den im Bere­ich der Hal­binsel set­zte eine beispiel­hafte Pros­per­ität ein. Die Bevölkerung wurde aus dem seit dem Mit­te­lal­ter über­liefer­ten Leben ein­er Stammes­ge­sellschaft in die Entwick­lung der west­lichen Indus­triege­sellschaft kat­a­pul­tiert. Sau­di Aram­co — der staatliche Ölkonz­ern mit einem Börsen­wert von geschätzt über 780 Mil­liar­den Dol­lar (McK­in­sey, 2006) erwirtschaftet inzwis­chen (2008) drei Vier­tel des saud­is­chen Staat­shaushalts.

Mit der zunehmenden Aus­beu­tung der Öl- und Gas­res­sourcen stellt sich für Sau­di Ara­bi­en die zunehmende Frage, wie das Land “nach dem Öl” weit­er pros­perieren kann. Sau­di Ara­bi­en hat zunehmend Prob­leme, seine Förder­rat­en zu hal­ten. Nach Bericht­en in der Finan­cial Times Deutsch­land vom Mai 2008 gehen einzelne Ana­lysten schon davon aus “dass das Kön­i­gre­ich gegen den Kol­laps ankämpft.” Sau­di Ara­bi­en begin­nt, Ölfelder auszubeuten, deren Erschließung gewalti­gen Aufwand und hohe Kosten erfordert. Ein Beispiel ist das 1968 ent­deck­te Ölfeld Shay­bah im Südosten des Lan­des, im “Rub al Khali”, dem “leeren Vier­tel”. Die näch­ste Stadt ist von Shay­bah 400 Kilo­me­ter ent­fer­nt. Tausende Arbeit­er mussten eine kom­plette Sied­lung, Kraftwerke, einen Flughafen, hun­derte Kilo­me­ter Pipelines und Straßen bauen — und da die geol­o­gis­chen Ver­hält­nisse nicht ide­al sind — äußerst kom­plizierte Gesteins­for­ma­tio­nen unter dem Wüsten­sand — war auch die Erschließung der Ölquellen selb­st sehr täuer. Inzwis­chen wer­den täglich 500.000 Ton­nen Erdöl bester Qual­ität gefördert. Shay­bah war aber das let­zte große Feld, das in der Wüste ent­deckt wurde — und mehr als einen Aus­bau auf 750.000 Bar­rel Förderung pro Tag wird auch dieses Feld nicht erlauben. Das Öl in Sau­di-Ara­bi­en geht zu Ende.

Die Bevölkerung Sau­di Ara­bi­ens (1970: 6,2 Mio.; 1970: etwas über 7 Mio., 2003: 23 Mio.) beste­ht aus ein­er explo­sion­sar­tig zunehmenden, unzufriede­nen, gelang­weil­ten Jugend, die sich mit Autoren­nen auf den Pis­ten und anderen Vergnü­gun­gen amüsiert. Über 40 % der Saud­is sind unter 15 Jahren alt, und bis 2025 wird die Bevölkerung die Zahl von 40 Mio. erre­ichen. Etwa 15 Prozent der Saud­is sind arbeit­s­los — und in der Alters­gruppe der 20 — 25jährigen wird sog­ar jed­er Dritte als Arbeit­s­los gezählt. Jedes Jahr kom­men etwa 350.000 Schu­la­b­sol­ven­ten auf den Arbeits­markt, der nur etwa die Hälfte davon aufnehmen kann. Der Staat ver­sucht mit hohen, zinslosen Kred­iten die Eigen­ständigkeit zu fördern — und den eige­nen Staats­bürg­ern “Jobs” wie Tax­i­fahrer (über­wiegend Ägypter) oder Tätigkeit­en des “mit­tleren Man­age­ments” schmack­haft zu machen.
Ander­er­seits befind­en sich in Sau­di Ara­bi­en über 6 Mil­lio­nen Frem­dar­beit­er, die damit etwa 50 % der Arbeit­splätze des Lan­des bele­gen. Ein Teil der Frem­dar­beit­er erledigt die Arbeit, für die sich Saud­is Jugend “zu schade” ist. Last­wa­gen­fahrer, Verkäufer, Fab­rikar­beit­er, Hil­f­skräfte wie Köche und Auto­mechaniker, Sekretärin­nen — die Aus­län­der stellen mehr als 90 % der Beschäftigten im Pri­vat­sek­tor der saud­is­chen Wirtschaft; sie bilden die Mehrheit der “Gas­tar­beit­er”. Nur ein klein­er Teil kommt aus ara­bis­chen Brud­er­län­dern. Ein großer Teil dieser unter­priv­i­legierten Arbeit­er­schicht stammt aus islamis­chen Entwick­lungslän­dern wie Bangla Desh, Malaysia, Indone­sien oder den Philip­pinen. Die “Gas­tar­beit­erk­lasse” umfasst aber auch eine elitäre Gruppe von Wis­senschaftlern, Man­agern, Ärzten, und Inge­nieuren, die das saud­is­che Wirtschaft­sleben am Laufen hal­ten. “.Die Unternehmen in Sau­di-Ara­bi­en ver­lan­gen — wie in anderen Staat­en auch — gut aus­ge­bildete Man­ag­er, Bank­fach­leute, Betrieb­swirtschaftler, Inge­nieure und Tech­niker.

Das saud­is­che Hochschul­sys­tem erfüllt diese Anforderun­gen noch nicht. Im ganzen Land mit seinen über 20 Mil­lio­nen Men­schen gab es bis in die Neun­ziger Jahre nur acht Uni­ver­sitäten — mit Schw­er­punk­tlehrfäch­ern im the­ol­o­gis­chen Bere­ich. So gibt es inzwis­chen an eini­gen saud­is­chen Uni­ver­siäteten eigene Lehrstüh­le zum Studi­um der “Ori­en­tais­tik”, an der Tiba-Uni­ver­sität in Med­i­na kann man etwa seit 1984 im Fach “Wis­senschaft von der Ori­en­tal­is­tik” pro­movieren. Dabei han­delt es sich aber um sozi­ol­o­gis­che Stu­di­en mit dem Ziel, die Ori­en­tal­isik west­lich­er Hochschulen als “islam­feindlich” zu ent­lar­ven. Wer einen Hochschu­la­b­schluss in Islamis­ch­er The­olo­gie oder Islamis­che Philoso­phie hat, kann zwar in den the­ol­o­gis­chen Stre­it­igkeit­en und Spitzfind­igkeit­en der islamis­chen Lehre glänzen — kaum aber in der Weltwirtschaft oder auch “nur” am Oper­a­tionstisch seinen Mann ste­hen. 

Inzwis­chen sind auch gegen­läu­fige Ten­den­zen erkennbar. Die Regierung ver­sucht, das Bil­dungsniveau der Jugend mas­siv zu verbessern. Nahe der Stadt Rabigh am Roten Meer lässt König Abdul­lah durch Sau­di Aram­co eine zehn Mil­liar­den Dol­lar teure Großu­ni­ver­sität erricht­en,  die 2009 den Betrieb aufnehmen soll, und dann auch für Sau­di Aram­co Inge­nieure und Man­ag­er aus­bilden wird. Der 20-Mil­liar­den-Dol­lar-Stiftungs­fonds — auch aus dem Pri­vatver­mö­gens des Königs gefüllt — machte die König-Abdul­lah-Uni­ver­sität für Wis­senschaft und Tech­nik auf Anhieb zur drit­tre­ich­sten Hochschule der Welt. Anfang 2007 wur­den durch König Abdul­lah alleine 2,5 Mrd. Dol­lar für die Entwick­lung des Bil­dungssys­tems bere­it gesellt. Sau­di Ara­bi­en will bis zum Jahr 2020 als “Wis­sens­ge­sellschaft” antreten, um die zunehmenden wirtschaftlichen Prob­leme des Lan­des zu bewälti­gen. Die “King Abdul­lah Uni­ver­siy of Sci­ence” — im Herb­st 2007 erfol­gte der Baube­ginn für das ehrgeizige Pro­jket — hat Part­ner­schaften mi den Uni­ver­sitäten von Stan­ford, Berke­ley, Cam­brige, dem Lon­don­er Impe­r­i­al Col­lege und der TU München. Mit Mil­lio­nen­be­trä­gen wer­den von den Saud­is gemein­same Forschung­spro­jek­te gefördert, um die Saud­is für ein “Leben nach dem Öl” fit zu machen.

1996 ver­ständigten sich ettliche Unternehmer aus der Hafen­stadt Dschid­da, ein pri­vates Col­lege für die Töchter der Fam­i­lien zu finanzieren. Unter der Leitung von Suhai al Qurashi, ein­er pro­movierten Betrieb­swirtschaf­terin und Päd­a­gogin wurde mit Unter­stützung des Texas Inter­na­tion­al Edu­ca­tion Con­sor­tium das erste Mächen-Col­lege Sau­di Ara­bi­ens errichtet. Als 2003 die ersten 18 Mäd­chen graduierten wurde eine neue Aera der Hochschul­bil­dung in einem streng kon­ser­v­a­tiv­en islamis­chen Staat ein­geläutet. Im Som­merse­mes­ter 2007 wer­den schon 90 Absol­ventin­nen ihre Abschlüsse in Bank- und Finanzwe­sen, EDV-Mag­a­ment, Graphik, Innenar­chitek­tur oder Päd­a­gogik erwer­ben. Neue Stu­di­engänge für Jura, Mar­ket­ing, Mod­edesign und Ani­ma­tion kom­men dazu. Eine Koop­er­a­tion mit der renom­mierten Flechter School of Law_and Diplo­ma­cy (Mass­a­chu­setts, USA) sorgt für eine Hochschul­bil­dung auf inter­na­tionalem Niveau. Dabei wird auch das soziale Engage­ment gefördert. Der Weg der Absol­ventin­nen der “Dar al Hik­ma” (Haus der Weisheit) in die saud­is­chen Tochterge­sellschaften großer Konz­erne oder auch zum Weit­er­studi­um an den west­lichen Elite­hochschulen ste­ht offen. Dieses den Frauen vor­be­hal­tene Bil­dungsin­sti­tut hat mit der — den Män­nern vor­be­hal­te­nen König-Fahd-Uni­ver­sität für Erdöl und Min­er­alien in Dhahran — von Unil­ver das Siegel als beste Uni­ver­sität Sau­di Ara­bi­ens erhal­ten. Inzwis­chen sind fast 60 % aller Hochschu­la­b­sol­ven­ten Sau­di Ara­bi­ens Frauen.

Pro Kopf der Bevölkerung ist das BSP seit Jahren rück­läu­fig. 1981 wurde mit 18.000 USD das höch­ste BSP pro Kopf der Bevölkerung gemessen, bei ca. 13,5 Mio. Ein­wohn­ern und hohem Erdöl­preis. Inzwis­chen ( 2002 ) liegt dieses BSP pro Kopf bei 8.424 USD, im Jahre 2000 waren es noch 9.038 USD. Der Haupt­grund für das sink­ende BSP ist das starke Bevölkerungswach­s­tum. Die boomende Wirtschaft Sau­di Ara­bi­ens — Riad zählt heute 4 ½ Mio. Ein­wohn­er, und in der zweit­größten Stadt, in Dschid­da am Roten Meer mit seinem leb­haften Hafen, leben mehr als 2 Mio. Ein­wohn­ern in Hochhäusern, die sich immer mehr in das Lan­desin­nere aus­bre­it­en — geht an der Saud­is­chen Jugend vor­bei. Saud­is arbeit­en nicht — sie lassen arbeit­en, oder sie entwick­eln Inter­esse an religiösen Diskus­sio­nen. Eine so zwis­chen Mod­erne und Beduinen­tra­di­tion ver­haftete und zer­ris­sene Gesellschaft sucht Ori­en­tierung; sie find­et eine Leben­shil­fe in den Staats­dok­trin des wah­habitis­chen Islam — und erle­ichtert damit die Bil­dung von fun­da­men­tal­is­tis­chen Strö­mungen. Osama bin Laden und 15 der 19 Atten­täter des 11. Sep­tem­ber 2001 kom­men aus diesem Land. Sau­di Ara­bi­en ist kein Land von Fanatik­ern — aber wenn auch nur 1 % der gelang­weil­ten Jugend in Fanatismus abdriftet, dann sind es jedes Jahr 3.500 junge Men­schen, die zum Poten­tial von Al Qui­da und anderen Ter­ror­grup­pen gehören kön­nten. 

Sau­di Ara­bi­ens neuer König Abdul­lah hat entsprechende Refor­men abgestoßen um den Umbau Sau­di Ara­bi­ens zu beschle­u­ni­gen, stößt aber — wie die FAZ am 30. Sep­tem­ber 2005 aus­führlich berichtete — dabei auf den Wider­stand der wahabitis­chen Geistlichkeit, vor allem bei den Reform­plä­nen für das Bil­dungswe­sen. Das tra­di­tionell the­ol­o­gisch geprägte saud­is­che Hochschul­we­sen ist kaum geeignet, die große Menge von Jugendlichen auf die Anforderun­gen ein­er glob­al­isierten Weltwet­tbe­werb­s­ge­sellschaft vorzu­bere­it­en.
Allerd­ings zeich­net sich ein Umschwung der Gesellschaft ab. Die rigide Reli­gion­spolizei — die Mutawwa — ver­liert zunehmend an Ein­fluss und Anse­hen. An die Stelle des wahabitis­chen Klerus treten zunehmend demokratisch gewählte Vertreter (im Novem­ber 2005 kön­nen die Unternehmerin­nen der Han­del­skam­mer von Dschid­da erst­mals an den Vor­standswahlen teil­nehmen) in Berufsver­bän­den und Stadträten.

Trotz Finanzkrise — König Abdul­lah hat deut­lich gemacht, dass Sau­di-Ara­bi­en von 2009 bis 2014 rund 400 Mrd. US-Dol­lar investieren wird, in Verkehr­swege, neue Indus­trien und — in völ­lig neue Städte.

Neue Städte braucht das Land:
Sau­di Ara­bi­ens junge Bevölkerung braucht Arbeit. Sechs neue Städte, die  im Jahr 2020 schon 4,5 Mil­lio­nen Men­schen aufnehmen und 150 Mil­liar­den Dol­lar zum Brut­toin­land­spro­dukt beis­teuern sollen, sind in Sau­di Ara­bi­en geplant. 1,3 Mil­lio­nen qual­i­fiziert­er Arbeit­splätze sollen mit einem Investi­tionsvol­u­men von 200 Mil­liar­den Dol­lar (Quelle) entste­hen, das über­wiegend aus dem Aus­land aufge­bracht wer­den soll. Nach Stu­di­en in anderen Län­dern — von Dubai bis Chi­na — sollen Priv­i­legien der Frei­han­del­szo­nen, ver­bun­den mit dem direk­ten Mark­tzu­gang der Son­der­wirtschaft­szo­nen, diese Inve­storen lock­en. In Sau­di Ara­bi­en ver­schaf­fen die Ver­füg­barkeit und niedri­gen Kosten von Erdöl und Erdgas sowie die gün­stige Lage im Zen­trum der europäisch-asi­atis­chen Han­delsströme deut­liche Wet­tbe­werb­svorteile, die in den neuen Städten vor allem in vier Branchen (Alu­mini­umpro­duk­tion,  Petrochemie/Kunststoffe, Stahl und Düngemit­tel) genutzt wer­den sollen. Auf dieser Pro­duk­t­palette sollen dann auch weit­er ver­ar­bei­t­ende Indus­trien wie etwa Zuliefer­be­triebe für die Auto­mo­bilin­dus­trie auf­bauen und weit­ere Arbeit­splätze schaf­fen.

Sau­di Ara­bi­en set­zt damit eine Entwick­lung fort, die bere­its 1975 begrün­det wurde.

  • 1975 ent­stand die Indus­tri­es­tadt Jubail am per­sichen Golf für mehr als 250.000 Men­schen.  Sie gilt heute glob­al als der größte einzelne petro­chemis­che Stan­dort.

  • In Ras Tanu­ra erricht­en der US-Chemiekonz­ern Dow Chem­i­cal und die saudi­ara­bis­che Aram­co eine riesige petro­chemis­chen Anlage für min­destens 20 Mil­liar­den Dol­lar. Die Anlage, eine der größten ihrer Art in der Welt, liege ide­al, um die großen Welt­märk­te zu bedi­enen.

  • Eine weit­ere Retorten­stadt ent­stand bere­its bei Yan­bu am Roten Meer. Hier endet eine wichtige Ölpipeline von den Ölfeldern im Osten des Lan­des. Die Alt­stadt von Yan­bu ist zudem eine der ältesten Städte des Lan­des und auch als Touris­ten- und Erhol­ung­soase bekant.

  • Seit 2005 ist nun Rabigh bei Jid­dah am Roten Meer in Bau, deren Hafen die Aus­maße von Rot­ter­dam erre­ichen soll.

  • Auch „King Abdul­lah Eco­nom­ic City“ wird am Roten Meer nördlich von Jid­dah bere­its gebaut. Die Stadt soll Grund­stoffe aus dem benach­barten Yan­bu beziehen und ver­ar­beit­en, so dass — ana­log zu “Sil­i­con Val­ley” — ein „Kun­st­stoff­tal“ entste­hen kön­nte. Ergänzend ist auch ein Finanzzen­trum vorge­se­hen, das sich auf Islam­ic Bank­ing spezial­isieren wird. Dazu kom­men Ferien­an­la­gen  drekt am Meer (1.670 ha) und ein Bil­dungsvier­tel mit 350 ha  unmit­tel­bar nördlich des zen­tralen “Geschäftsvier­tels (> 1350 ha). Die Stadt kön­nte zudem zu einem Umschlaghafen für den ständig steigen­den Con­tain­er­strom durch das Rote Meer aus­ge­baut wer­den. Deshalb ist im Investi­tionsvol­u­men von 30 Mrd. US$ vor allem ein neuer Hafen der kün­fti­gen 2 Mio.-Einwohner Stadt vorge­se­hen. Darüber hin­aus wer­den, wie bere­its aufge­führt, ein Finanzbezirk, Petro­chemie- und Phar­ma-Werke sowie die üblichen Shop­ping-Cen­tren aus dem Wüsten­sand gestampft.In der “Med­ical City” sollen Kliniken und — in Zusam­me­nar­bei mit Kreb­s­forsch­ern aus Mai­land und dem deutschen Fran­hofer-Zen­trum — (medi­zinis­che) Forschungszen­tren entste­hen. Forschung und Bil­dung ste­ht auch auf der Agen­da des genan­nten Bil­dungsvier­tels mit Schulen und Uni­ver­sität­splä­nen für den Schw­er­punkt “Natur­wis­senschaften und Tech­nik”.

  • Pab­mec im Nor­den von Hail an ein­er Pil­ger­route soll zum Logis­tikzen­trum mit Flughafen, Bah­nan­schluss, Trock­endock und ein­er neuen Uni­ver­sität aus­ge­baut werden./li>

  • Jazan Eco­nom­ic City ist vor allem für Schw­erindus­trie vorge­se­hen, darunter eine Erdöl­raf­finer­ie, ein Petro­chemiekom­plex sowie eine Kup­fer­raf­finer­ie und -schmelze.

  • Bei Med­i­na wird mit der Knowl­edge Eco­nom­ic City ein neues Wis­senschaft­szen­trum entste­hen.

  • In Riad entste­ht zudem mit dem King Abdul­lah Finan­cial Dis­trict ein weit­eres Finanzzen­trum — mit dem ehrgeizigen Ziel, das größte Finanzzen­trum der ara­bis­chen Hal­binsel und damit zwis­chen Europa und Asien zu wer­den.

All diese Zen­tren müssen ver­bun­den wer­den, was enorme Investi­tio­nen in der Infra­struk­tur erfordert — und es gibt dur­chaus Visio­nen, die von eine Wieder­erste­hung der Hed­schas-Bahn (für Güter­verkehr, Pil­ger und Touris­ten) bis zu einem Tran­srapid-Strecken­netz durch Sau­di-Ara­bi­en sprechen.

Ein erster Zuschlag wurde Anfang 2008 erteilt: die Rus­sis­che Eisen­bahn AG (RZD) hat für rund 800 Mio. $ die Auss­chrei­bung für Bau ein­er 520 km lan­gen Eisen­bahn­lin­ie von As-Sabir bis zum inter­na­tionalen Flughafen „King Khalid“ bei der Haupt­stadt Riad als Teil ein­er geplanten Nord-Süd-Magis­trale durch Sau­di-Ara­bi­en mit ein­er Gesamtlänge von etwa 2.400 Kilo­me­ter und einem gesamten Investi­tionsvol­u­men von über 2 Mrd. $ gewon­nen.

Ein zweites großes Investi­tion­spro­jekt wurde im Feb­ru­ar 2009 bekan­ntVon Med­i­na aus wird mit einem Investi­tionsvol­u­men von 6,7 Mrd. Euro eine Hochgeschwindigkeit­strecke über 450 km und den Flughafen von Dschid­da sowie die “King-Abdul­lah-Econom­mic-City” nach Mek­ka gebaut . Dies­mal kam die spanis­che “Al Shoula” Gruppe zum Zuge — ein Bieterkon­sor­tium, an dem u.a. der Zugher­steller Tal­go, die Bah­nge­sellschaft Renfe und die Net­zver­wal­tung Adif, zwei saud­is­che Fir­men und der Baukonz­ern SCS (Hochtief) mit sein­er Tochter “Cobra” beteil­git ist. Mit zunächst 35 Tal­go-Zügen sollen kün­ftig 150.000 Pas­sagiere täglich — und bis zu 60 Mio. Pas­sagiere im Jahr — trans­port wer­den, halb soviel, wie das jährliche Pas­sagier­aufkom­men der Deutschen Bun­des­bahn im Fer­n­verkehr 2010 betrug.

Auswär­tiges Amt Deutsch­land — Bericht der Botschaft zu neuen Infra­struk­tur­pro­jek­ten — (www.auswaertiges-amt.de)
Bun­de­sagen­tur für Aussen­wirtschaft (bfai) — (www.bfai.de)
FAZ — Spek­takuläre Großpro­jek­te in der Wüste Sau­di-Ara­bi­ens — (www.faz.de)

Der Men­sch muss trinken — und aus­re­ichende Wasserver­sorgung ist eines der größten Prob­leme des Lan­des. Im Jahr 2009 ver­brauchte Sau­di-Ara­bi­en fast 20 Mrd. Kubik­me­ter Wass­er — und die kün­stlich gepäp­pelte Land­wirtschaft hat allein 85 % zum Wasserver­brauch beige­tra­gen. Etwas über 90 % davon kamen aus fos­silien, nicht erneuer­baren unterirdis­chen Vorkom­men, die sich vor allem in der östlichen Hälfte des Lan­des befind­en. Etwa 8 % wer­den aus Entsalzungsan­la­gen gewon­nen. Um den Raub­bau an den Ressourcen zu reduzieren hat Sau­di Ara­bi­en begonnen, die Land­wirtschaft zu beschränken und land­wirtschaftliche Pro­duk­te ver­mehrt zu importieren.