Arabischer Maghreb – Marokko


Marokko Morocco

Die wichtigsten Informationen im Überblick:

Regierungsform (Government Type):

Parlamentarische Monarchie

(Constitutional Monarchy)

Marokko

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Hauptstadt (Capital): Ar-rabat (Rabat)
Einwohner (Population):

30,113 Mio.

(2007 = 34 Mio.

2010 = 31,6 Mio)

Fläche (qkm) (Area (sq.km)): 458.730
Wehretat (Defence Budget): 2,056 Mrd. US-$ (2004)
BSP/Einwohner (GNP/Capita):

1.310 US-$

Daten außer Wehretat dem Fischer Weltalmanach 2005 entnommen, soweit nicht anders vermerkt

BIP pro Kopf: 4.600 $ Kaufkraftbereinigt (2006) Quelle: WiWo 22.10.2007

Wirtschaftswachstum: 8,1 % (2006), 9,3 % (2007)  Quelle: WiWo 22.10.2007; 3,2 % (2010) Quelle: €uro 03/2010

Marokko ist als Königreich und arabischer Staat wesentlich jünger als die Geschichte seiner Städte und seiner Bevölkerung. Bereits vor den Arabern haben Berber ihre Fürstentümer in Marokko regiert, die Römer haben – wie den gesamten Mittelmeerraum – auch in Marokko geherrscht, verdrängt von den Wandalen. Vor den Römern aber hatten Karthager ihre Stützpunkte an den marokkanischen Küsten unterhalten. Tanger, die alte Hafenstadt im Süden der Meerenge von Gibraltar (den „Säulen des Herkules“, die für die antiken griechische Seeleute das Ende der Welt markierten) blickt auf eine Geschichte zurück, die um 1700 v. Chr. beginnt.

Das Gebiet von Marokko war das Sprungbrett für die arabischen Invasoren, die von hier aus nach Spanien übersetzten – und Marokko selbst war wieder Sprungbrett für die Europäer auf den amerikanischen Kontinent. Ceuta und Melilla, die beiden spansichen Enklaven an Marokkos Mittelmeerküste mit jeweils etwa 70.000 Einwohnern, sind älter als das marokkanische Königreich. Der Name Ceuta, arabisch Sebta, stammt von der Bezeichnung „Septem Fratres“ (sieben Brüder). So nannten die Römer die sieben Hügel des im Westen angrenzenden Djebel Moussa. Die Eroberung Ceutas 1415 war der Ausgangspunkt der portugiesischen Expansion. Die Enklave ging 1580 in spanischen Besitz über. Im Jahr 1640 wurde dann durch einen Volksentscheid die dauerhafte Zugehörigkeit zu Spanien besiegelt, die heute ein Anlass für Zwistigkeiten zwischen beiden Staaten ist. Marokko möchte beide Enklaven seinem Staatsgebiet zuschlagen – genauso wie Spanien seinerseits die Briten aus Gibraltar verdrängen möchte.

Interner Link: Arabien – Maghreb

Während die Osmanen von 1525 bis 1575 die nordafrikanischen Küsten mit Libyen, Tunesien und Algerien unterwarfen – die aber aber nicht ins osmanische Reich eingegliedert sondern als tributpflichtige Vasallenstaaten mit weitgehender Selbstständigkeit erhalten blieben – konnte sich Marokko seine Eigenständigkeit erhalten.

In Folge des Staatsbankrotts des Osmanischen Reiches und seiner afrikanischen, autonomen Provinzen Ägypten und Tunesien wurde auch Marokko zur leichten Beute der europischen Kolonialmächte. Bereits um die Jahrhundertwende begann Frankreich, im Ausgleich zu den britischen Kolonialgewinnen in Ägypten zu überlegen, wie die französischen Besitzungen von Tunesien und Algerien um Marokko „arrondiert“ werden könnten. Dazu wurde Marokko zunächst durch übermäßgie Kreditvergaben (12,5 Mio. US-$ im Jahre 1904) in finanzielle Abhängigkeiten gebracht. Der Reihe nach wurden dann mit allen europäischen Mächten entsprechende Abkommen geschlossen, die den französischen Anspruch begründen sollten. Nach Italien (1902 im Tausch gegen die Ansprüche der Italiener auf Libyen) und Großbritannien (1904) folgte Spanien (Oktober 1904) und zuletzt das Deutsche Reich (1909 und 1911), das den Franzosen das Land gegen die Anerkennung deutscher Gebietsansprüche in Französisch-Kongo überließ. Nach dem Beispiel Tunesiens wurden angebliche Überfälle von Stammeskriegern genutzt, um nach und nach französische Soldaten auf marokkanischem Gebiet aufmarschieren zu lassen.  1907 wurde zunächst Casablanca durch die französische Marine beschossen und danach besetzt. Die daraufhin gegen die französische Einflussnahme ausgebrochenen Aufstände führten nur zu weiterem Engagement französischer Truppen.

Mit dem Abschluss einer Protektoratsvereinbarung durch Moulay Abd al-Asis, den Sultan (sharife) von Marokko, wurde im März 1912 die Oberherrschaft Frankreichs anerkannt.

1952 – 1956 Unabhängigkeitskrieg:
Im Zuge der Unabhängigkeitskämpfe gegen die Kolonialmächte und vor dem Hintergrund des Strebens der arabischen Völker nach Einigkeit bildete sich in Marokko eine Unabhängigkeitspartei (Istiqlal), deren Forderungen nach Selbständigkeit, Reformen und Demokratisierung auch der Sultan unterstützte. Da die Kolonialmacht Frankreich durch den Unabhängigkeitskrieg Algeriens immer mehr in Bedrängnis geriet wurde Marokko letztendlich in die Unabhängigkeit entlassen. Sultan Sidi Mohammed Ben Youssef, 1953 von den Franzosen abgesetzt und nach Korsika verbannt, kam als Herrscher zurück auf den Thron. Marokko erlangte die nationalstaatliche Souveränität

Externer Link:
Universität Hamburg:
Marokko – (www.sozialwiss.uni-hamburg.de)