Iranische Staaten — Tadschikistan


Tadschikistan

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Wer­ben Irans:
Nicht nur die Tad­jiken sind sich ihrer per­sis­chen Wurzeln bewusst. Mah­mud Ahmadined­schad aus dem Iran “schmiedet” — wie der SPIEGEL am 18.10.2010 (S. 152) berichtet — eine “Union der per­sis­chsprachen Län­der”, die neben Iran Tad­schik­istan und das im Nor­den von Tad­schiken besiedelte Afghanistan umfassen soll”. Dieses Wer­ben scheint bei der tad­schikischen Regierung dur­chaus auf Gegen­liebe zu stoßen.

Iran investiert in bish­er (Stand 2010) über 15 iranisch-tad­schikische Gemein­schaft­sun­ternehmen und in die Infra­struk­tur des Lan­des, so wurde am Ansob-Pass ein “großer Tun­nel” (SPIEGEL) errichtet, ein Wasserkraftwerk wird gebaut und eine Eisen­bahn­lin­ie sowie eine Tran­sit­strom­leitung seien in Pla­nung. Der Iran — durch UN-Block­aden isoliert — hofft, über die wieder­belebte “neue Sei­den­straße” die Wirtschafts­beziehun­gen bis nach Chi­na verbessern zu kön­nen.

Investi­tio­nen Chi­nas:
Noch vor dem Iran ist allerd­ings Chi­na der (zweit­größte) aus­ländis­che Investor im Lande. Auch Chi­na investiert vor allem in die Infra­struk­tur und einem Wasserkraftwerk.

Gren­zsicherung durch Rus­s­land:
Noch im Früh­jahr 1995 – so beschreibt Peter Scholl-Latour – beherrscht­en rus­sis­che T‑72 Panz­er der in Duschanbe sta­tion­ierten 201. rus­sis­chen Panz­er­grenadier-Divi­sion, die mit über 20.000 Mann in Tad­schik­istan sta­tion­iert ist, die Haupt­stadt und die Täler im zen­tralen Teil des Lan­des.
Die rus­sis­chen Gren­ztrup­pen hat­ten den Auf­trag, die von Afghanistan ein­drin­gen­den islamis­chen Tal­iban-Milizien, aber auch den Dro­gen­schmuggel und Dro­ge­nan­bau unter Kon­trolle zu hal­ten.
Mehr als zwei Drit­tel aller ille­galen Dro­gen der Bun­desre­pub­lik kom­men aus Afghanistan über Zen­tralasien nach Deutsch­land, unter anderem über Tad­schik­istan.

Es darf unter diesen Vorze­ichen nicht ver­wun­dern, dass das urk­sprachige Usbek­istan die Gren­ze zu den per­sis­chen Tad­schiken ver­mint hat — als Schutz gegen Dro­gen­schmug­gler, Islamis­ten aus Nordafghanistan und in Anbe­tra­cht von ungek­lärten Grenzziehun­gen, die ohen Rück­sicht auf die eth­nis­che Zuge­hörigkeit der Bewohn­er in der Sow­jet­zeit vorgenom­men wurde.

Ameri­ka in Zen­tralasien:
Wohl aus Rück­sicht auf die eigene frag­ile Regierung hat­te Staatschef Emo­ma­li Rach­monow zunächst nur zöger­lich der Anti-Ter­ror-Koali­tion beteiligt, doch Anfang Novem­ber 2001 wurde der Luftraum des Lan­des uneingeschränkt für die Flugzeuge der Allianz geöffnet.
Tad­schik­istan erk­lärte sich zudem bere­it, Mil­itär­basen zur Ver­fü­gung zu stellen. Einige hun­dert Nato-Sol­dat­en, über­wiegend von der franzö­sis­chen Luft­waffe, kamen daraufhin ins Land.
Russen und die US-Botschaft wur­den im gle­ichen Gebäude – dem ehe­ma­li­gen „Hotel Okt­jabr – in Duschanbe unterge­bracht.
Die USA würdigten die Koop­er­a­tions­bere­itschaft und hoben im Jan­u­ar 2002 ein seit 1993 gegen Tad­schik­istan beste­hen­des Waf­fen­em­bar­go auf. Am 20. Feb­ru­ar schloss sich das Land als let­zter Staat der ehe­ma­li­gen Sow­je­tu­nion dem Nato-Pro­gramm “Part­ner­schaft für den Frieden” an.

Die Amerikan­er, deren Basen im turk­sprachi­gen Zen­tralasien immer mehr in Frage gestellt wer­den, haben in Tad­schik­istan noch Zukun­ft. Tad­schik­istan habe seine „Bere­itschaft bekräftigt“, den USA bei Baustoff‑, Kraft­stoff- und „weit­eren“ Tran­siten nach Afghanistan zu helfen, so lautet eine Mel­dung von RIA-Novosti im Feb­ru­ar 2009. Tad­schik­istan nimmt damit aber keine “isolierte Posi­tion” ein. Moskau (und sog­ar der Iran, der sich in ein­er inten­siv­en Auseinan­der­set­zung mit den Tal­iban befind­et) fürcht­en eine Aus­bre­itung und Stärkung der afghanis­chen Wider­stand­skämpfer­und sind froh, dass diese durch das west­liche Engage­ment bekämpft wer­den.

Indis­ches Engage­ment:
Tad­schik­istan öffnet sich darüber hin­aus offen­bar für alle regionalen Mil­itär­mächte. Wie im Novem­ber 2003 bekan­nt wurde, wird die ehe­ma­lige sow­jetis­che Luft­waf­fen­ba­sis Ajni bei Duschanbe durch indis­che Spezial­is­ten instand geset­zt. Die Inder wür­den ange­blich nur tech­nis­che Aus­bauhil­fe leis­ten, hieß es, nach eini­gen von der Nachricht­e­na­gen­tur AP zitierten Infor­ma­tio­nen wolle Indi­en aber mit dem Stützpunkt auch eigene strate­gis­che Inter­essen schützen.
Indi­en ist mit dem gemein­samen Nach­barn Pak­istan ver­fein­det und befind­et sich in ein­er innerasi­atis­chen Rival­ität mit Chi­na, dem weit­eren gemein­samen Nach­barn, der sich eben­falls um Ein­fluss in Zen­tralasien bemüht und bere­its ein mil­itärisches Abkom­men und gemein­same Manöver mit den meis­ten zen­tralasi­atis­chen Nach­folges­taat­en der UdSSR – so auch mit Tad­schik­istan — abgeschlossen hat.

Für Indi­en bedeutet ein Stützpunkt in Tad­schik­istan – es wäre die erste Mil­itär­ba­sis, die Indi­en im Aus­land errichtet – eine bedeu­tende Verbesserung der strate­gis­chen Lage zum ver­fein­de­ten Brud­er Darüber hin­aus führte die Shang­haier Koop­er­a­tionsor­gan­i­sa­tion im August 2003 in der ostkasachis­chen Gren­zs­tadt Buchara ein erstes gemein­sames Manöver zur Bekämp­fung des Ter­ror­is­mus durch, an dem mehr als 1000 Sol­dat­en aus Chi­na, Kasach­stan, Kir­gis­tan, Rus­s­land und Tad­schik­istan teil­nah­men. 
Pak­istan, das den Indern kon­ven­tionell unter­legen ist, betra­chtet daher die gebir­gi­gen Land­schaften von Afghanistan und Tad­schik­istan als „strate­gis­ches Hin­ter­land“.
Indi­en – das enge Beziehun­gen zu Rus­s­land unter­hält — kön­nte zudem den zunehmenden Ein­fluss Chi­nas, seinem asi­atis­chen Dauer­rivalen, ent­ge­gen steuern.

Alle diese Mächte rival­isieren nicht nur um Ein­fluss im strate­gis­chen Hin­ter­land des jew­eili­gen Dauer­rivalen – Chi­na, Indi­en, Rus­s­land und die USA wollen Erdgas und Erdöl aus Zen­tralasien beziehen und sich diese Bezugsmöglichkeit­en durch gute Beziehun­gen zu den jew­eili­gen Regierun­gen sich­ern.

Eigene Stre­itkräfte:
Mit Unter­stützung Rus­s­lands wird die eigene Vertei­di­gungs­fähigkeit langsam aus­ge­baut. Die noch nicht ein­mal 10.000 Sol­dat­en – auss­chließlich in Land­stre­itkräften aktiv – unter­ste­hen aber immer noch rus­sis­chen Führung­sof­fizieren.

Motorisierte Schützen­bri­gaden nach sow­jetis­chen Muster und eine Gebirgsjäger­bri­gade befind­en sich im Auf­bau.

Vere­inzelte Offiziere der tad­schikischen Stre­itkräfte haben bish­er auch in west­lichen Län­dern – so bei den deutschen Gebirgsjägern in Mit­ten­wald – Lehrgänge besucht.

Externe Links:
Botschaft der Repub­lik Tad­schik­istan
Auswär­tiges Amt Deutsch­land