Sudan-Afrika: Ghana

Weit­ere Infor­ma­tio­nen
Interne Links
Externe Links
Flagge Ghana

Leucht­turm Afrikas”

(FOCUS, 04.12.2000)

 

Die wichtig­sten Infor­ma­tio­nen im Überblick:

Regierungs­form (Gov­ern­ment Type): Prä­sidi­al­re­pub­lik (Pres­i­den­tial Repub­lic)

Haupt­stadt (Cap­i­tal): Accra
Ein­wohn­er (Pop­u­la­tion):

21,053 Mio.

2010: 23,9 Mio.)

Fläche (qkm) (Area (sq.km)): 238.537
Wehre­tat (Defence Bugdet): 42 Mio. $ (2002)
BSP/Einwohner (GNP/Capita):

380 US-$

BIP-Wach­s­tum 2010: 5,0 %

zum Ver­größern anklick­en (jpg-Datei, 170 kB)

Dat­en außer Wehre­tat dem Fis­ch­er Weltal­manach 2005 ent­nom­men

Erstellt von : Ste­fan Krekel­er

  • Ein­wohn­er: über 19 Mio., darunter ca. 23.000 Flüchtlinge aus Liberia und Togo und aktuell Zus­trom aus der Elfen­beinküste

  • Haupt­stadt: Accra mit ca. 1 Mio. Ein­wohn­ern

  • Gren­ze mit Togo, Burk­i­na Faso und der Elfen­beinküste

Die dama­lige britis­che Kolonie British-Togoland und heutige Ghana ist seit März 1957 unab­hängig. Von 1981 bis 2001 bes­timmte der durch einen Putsch an die Macht gekommene Präsi­dent Haupt­mann Jer­ry John Rawl­ings die Geschicke des Lan­des. 1993 wurde er gewählt, durfte aber laut Ver­fas­sung nicht für eine dritte Amtspe­ri­ode bei den Präsi­dentschaftswahlen kan­di­dieren.

Gewählt und neuer Präsi­dent des Lan­des wurde ab 7. Jan­u­ar 2001 John Agyekum Kufour (geb. 1938). Vertei­di­gungsmin­is­ter ist Dr. Kwame Addo Kufuor.

Erstellt von : Erich Sczepan­s­ki,

Ghana ist vie­len erst durch die Fußball­welt­meit­er­schaften 2006 bund 2010 ekan­nt gewor­den, in der die Man­schaft des Staates immer­hin das Achtel- (2006) bzw. Viertel­fi­nale (2010) erre­ichte. Ein guter Anlass für uns, diesen “Leucht­turm Afrikas” ein­mal näher unter die Lupe zu nehmen.

Bevölkerung:
Die Bevölkerung Ghanas wuchs ras­ant an und hat sich inner­halb der let­zten 25 Jahre fast ver­dop­pelt.

Die Werte zwis­chen den Volk­szäh­lun­gen jew­eils sta­tis­tisch gemit­telt. Nach­fol­gend sind die Ergeb­nisse der let­zten Volk­szäh­lun­gen von 1984 und 2000 aufge­lis­tet und die Berech­nun­gen für die Jahre 2006 und 2009.[11]

Jahr Ein­wohn­er
1984 (Zen­sus) 12.296.081
2000 (Zen­sus) 18.845.265
2006 (Schätzung) 21.000.000
2009 (Schätzung) 24.000.000

Ghana ist wie die meis­ten afrikanis­chen Län­der ein Vielvölk­er­staat. Über 70 Eth­nien sollen in dem Land ihre Heimat haben. Die wichtig­sten eth­nis­chen Grup­pen sind Akan (rund 44 %.), Dag­bone-Dagom­ba (16 %), Ewe (13 %), Ga-Adan­gme (8 %), Gur­ma (6 %). Die wichtig­sten Verkehrssprachen sind: Akan, Ewe, Dag­bani und Ga-Adan­gbe. Akan, Ewe und Abron wer­den jew­eils von mehr als ein­er Mil­lion Men­schen gesprochen, wobei  sich Akan (80 Prozent der Ein­wohn­er ver­ste­hen diese Sprache) zunehmend als Mehrheitssprache her­auskristal­isiert. Daneben hat vor allem Fan­ti als Han­delssprache eine über­re­gionale Bedeu­tung.

Siehe auch Wikipedia: Liste der Sprachen Ghanas

Wegen sein­er Gold­vorkom­men war Ghana bis 1957 als “Gold­küste” bekan­nt. Die Süd­gren­ze Ghanas ist der Atlantis­che Ozean, im West­en gren­zt das Land an die Côte d’Ivoire (Elfen­beinküste), im Osten an Togo und im Nor­den an Burk­i­na Faso (ehe­mals Ober­vol­ta). Es umfasst ca. 22.000.000 (Stand Juli 2006) Ein­wohn­er auf ein­er Fläche von 238.537 km².Im Süd­west­en des Lan­des befind­en sich tro­pis­ch­er Regen­wald und der Feucht­wald, der Nor­den und der mit­tlere Teilsind von der Feucht­sa­vanne gekennze­ich­net, die in Baum- und Gras­sa­vanne unterteilt wird. Außer­dem beste­ht ein schmaler Streifen der Küste auch noch als Küsten­sa­vanne.

Geschichte:

Der Name Ghana leit­et sich von einem Reich im Osten des heuti­gen Mau­re­tanien im ersten nachchristlichen Jahrtausend ab. Das Reich Ghana, lag geografisch einige Tausend Kilo­me­ter nord­west­lich und ste­ht in keinem eth­nis­chen oder his­torischen Zusam­men­hang zum heuti­gen Staat Ghana. Obwohl also keine his­torische Kon­ti­nu­ität beste­ht, wurde anlässlich der Unab­hängigkeit des Lan­des (1957) bewußt diese Lan­des­beze­ich­nung gewählt.

Ein­der der umstrit­te­nen Per­sön­lichkeit­en in der­seit 1957 entste­hen­den Geschichte des unab­hängi­gen Lan­deswar Präsi­dent Kwame Nkrumah.Seine dik­ta­torischen Maß­nah­men und die Hür­den, die er den Eliten des Lan­des unter die Füße legte, wer­den Nkrumah als neg­a­tiv angekrei­det. Ander­er­seits hat sich Nkrumah unbe­strit­tene Ver­di­en­ste für das afrikanis­che Bewusst­sein und die panafrikanis­chen Eini­gungs­be­mühun­gen erwor­ben.

Mit dem Ghanaer Kofi Annan ist der erste Schwarzafrikan­er Gen­er­alsekretär der Vere­in­ten Natio­nen — dessem Wahl kann wohl auch als eine Anerken­nung Ghanas sowohl für dessen panafrikanis­che poli­tis­che Leis­tun­gen wie auch für die demokratis­chen und wirtschaftlichen Erfolge des Lan­des selb­st gew­ertet wer­den.

Die kurze Geschichte Ghanas seit der Unab­hängigkeit 1957 wurde von der ghanais­chen Bevölkerung und vie­len Betra­chtern als ein Wech­sel­bad von Ziv­il- und Mil­itärherrschaften erlebt, das erst mit der Präsi­dentschaft Rawl­ing been­det wurde.

Zu Beginn sein­er Präsi­dentschaft liebäugelte Rawl­ings noch mit Libyens Rev­o­lu­tions­führer al-Gaddafi und Kubas Alrev­o­lu­tionär Fidel Cas­tro, doch recht schnell begann Rawl­ings, das wirtschaftliche Gesun­dung­spro­gramm der Welt­bank umzuset­zen. Mit der Wieder­errich­tung ein­er par­la­men­tarischen Demokratie 1993 ist das Land rel­a­tiv sta­bil gewor­den, wie dies auch die Wahlen von 1996, 2000 und 2004 erken­nen lassen. Als Rawl­ingsim Jahre 2000 den Stuhl des Präsi­den­ten freigab — ungewöhn­lich für ein afrikanis­ches Land und ungewöhn­lich für einen Präside­ten, der sich an die Macht geputscht hat und auch die Ver­fas­sung ändern kön­nte, um an der Macht zu bleiben — hin­ter­ließ er ein auf­streben­des Land.

Grund­sät­zlich ist unter der Regierung Kufuor keine Kehrtwen­dung in der Wirtschaft­spoli­tik erkennbar. Ein­er der ersten Schritte sein­er Regierung war eine Bestand­sauf­nahme der inter­nen Ver­schul­dung und des Zin­sniveaus. Die extremen Zin­sen soll­ten deut­lich reduziert wer­den.

Die let­zten Wahlen im Dezem­ber 2008 gewann John Atta Mills (NDC).


Wirtschaft:

Das Brut­tosozial­pro­dukt hat­te im Jahr 2008 eine Höhe von 14,679 Mrd. Euro. Für die Bevölkerungsmehrheit ist die Beschäf­ti­gung in der Land­wirtschaft die wichtig­ste Einkom­men­squelle. Ghanas Export basiert auf den­Erdöl- und Erdgas­feldern an der Gold­küste und der Gold- und Dia­man­ten­mi­nen im Land. Die meis­ten Ein­nah­men kom­men durch den Verkauf des Goldes mit einem Expor­tan­teil von über einem Drit­tel, daneben Kakao (27 %) und Holz (9 %). Daneben spielt der Touris­mus — ins­beson­dere der Invivid­ual- und Öko-Touris­mus — eine immer bedeu­ten­dere Rolle. Das Brut­toin­land­spro­dukt in Ghana betrug 2005 2.500 $/Einwohner — ein ein­samer Spitzen­wert, wenn man die benach­barten afrikanis­chen Län­der wie das ölre­iche, aber kor­rupte Nige­ria zum Ver­gle­ich her­anzieht.

Die Wirtschaft ver­fügte unter Kufuor über kon­stante jährliche Wach­s­tum­srat­en von 4 bis 5 Prozent, die Infla­tion­srate kon­nte durch extrem hohe Zinssätze von bis zu 47% (“teures Geld”) auf 12 % gesenkt wer­den. Etwa ein Drit­tel aller Exporte ent­fällt auf Gold. Ghana zählt also zu den Län­dern, die während der glob­alen Finanzkrise und der “Flucht in das Edel­met­all” zu den Prof­i­teuren der Krise gehören. Im Okto­ber 2010 im Okto­ber wurde das Land wegen lupen­rein­er Offen­le­gung der Gold­ein­nah­men Mit­glied der inter­na­tionalen Trans­paren­zini­tia­tive EITI.

Zum Jahreswech­sel 2010/2011 soll von der britis­che Tul­low Oil vor der Küste mit der Ölförderung begonnen wer­den. Mehr als drei Mil­liar­den Bar­rel  (1 Bar­rel = 159 l) sollen vor der Küste Ghanas als Reser­ven unter dem Meer schlum­mern. Bis 2014 soll das Jubilee-Feld rund 240.000 Bar­rel Öl pro Jahr liefern — und Staat­sein­nah­men von rund 1 Mrd. Dol­lar im Jahr liefern. Die FTD zitiert den Präsi­den­ten von 2007, Kufuar, wie fol­gt: “Mit der Ölspritze starten wir durch. In fünf Jahren wird Ghana der afrikanis­che Tiger sein”. Um die Ölein­nah­men fair zu verteilen ist ein run­der Tisch von Wirtschaft, Gew­erkschaften und der Zivilge­sellschaft gebildet wor­den. Der zweit­en Tief­see­hafen Ghanas, nahe den Ölfeldern­gele­gen,  Takoradi,wird von Chi­na aus­ge­baut — das große Hoff­nun­gen auf die Liefer­ung aus der Quelle hat. Die ghanais­che Ölge­sellschaft GNPC hat zusam­men mit dem chi­ne­sis­chen Staatskonz­ern CNOOC ein Vier­tel des Jubilee-Ölfelds über­nom­men..

Accra — die Haupt­stadt Ghanas am Golf von Guinea — ist zur Boom­stadt West­afrikas gewor­den. Neue Büro- und Geschäft­shäuser prä­gen nun das Stadt­bild. Anstelle der Schla­gloch­pis­ten wur­den bre­ite, geteerte Boule­vards errichtet. Die Haupt­geschäftsstraße, die Osu Avenue, braucht mit ihren Aus­la­gen den Ver­gle­ich mit anderen Städten der Welt­nicht zu scheuen. “Ghana ste­ht zwis­chen dem ver­rot­teten Nige­ria, den Halb­dik­taturen Togo und Benein auf der einen Seite und den Bürg­erkriegslän­dern Liberia und Sier­ra Leone auf dern anderen Seite wie ein Leucht­tum der Sta­bil­ität.” (FOCUS, 04.12.2000). Diese Indus­trie alisierung braucht Energie. Der durch den Ako­som­bo-Stau­damm aufges­taute  riesige Vol­ta-Stausee im Zen­trum des Lan­des und imit ein­er Größe von 8.502 km²  — etwa 15-mal größer als der Bodensee (536 km²) —  scheint zur Energiegewin­nung nicht auszure­ichen. Chi­na ist deshalb beim Stau­damm­bau im Bui-Nation­al­park engagiert. Der Stau­damm­bau wird mit einem chi­ne­sis­chem Kred­it über 13 Mrd. Dol­lar finanziert — die Bauaufträge haben in bewährter Manie chi­ne­sis­che Bau­fir­men über­nom­men, und die Rück­zahlung erfol­gt in Öl.

Wo viel Licht ist, ist viel Schat­ten — Ghana hat sich auch zu einem Mag­net für den Elek­troschrott der Welt entwick­elt. Alleine in den USA müssen jährlich rudn 40 Mil­lio­nen Com­put­er aus­sortiert wer­den. Und ein Teil der alten Kästen wird nach Ghana ver­schifft — zum hal­ben Preis ein­er fachgerecht­en Entsorgung im eige­nen Land. In Accra wer­den die Com­put­er nicht mehr zer­legt — son­dern zertrüm­mert und das Plas­tik dann zwis­chen Müll­halden ver­bran­nt. Aus den Über­resten sam­meln Kinder die Met­alle zusam­men, die dann an Schrot­thändler verkauft wer­den.

Haupthandelspart­ner sind neben den Nach­bar­län­dern: Ital­ien, Großbri­tan­nien, USA, Nieder­lande, Deutsch­land und Frankre­ich.

Mil­itär:
Das Mil­itär beste­ht aus Armee (7.000 Mann), Marine, (1.000 Mann) Luft­stre­itkräften, (1.000 Mann) Nationaler Polizeitruppe, Palast­wache und Zivil­vertei­di­gung. Die Aus­rüs­tung der ghanais­chen Stre­itkräfte beste­ht mehrheitlich aus älteren Mod­ellen britis­ch­er Herkun­ft.

Während Speku­la­tio­nen über einen neuen US-Stützpunkt in Ghana die Runde machen, hat Ghana den Erwerb chi­ne­sis­ch­er JL‑8 (K‑8) Train­er und Erd­kampf­flugzeuge bekan­nt gegeben.

Darüber hin­aus wird Ghanas Marine wohl zwei gebrauchte Schnell­boote vom Typ 143 (ALBA­TROS-Klasse) aus Deutsch­land erhal­ten, wie das MARINEFORUM auf sein­er hp am 01.08.2010 meldete.

Disku­tieren Sie mit: Stre­itkräfte von Ghana

 

Externe Links:
Lan­deskundliche Infor­ma­tion­sstelle: www.inwent.org