Bantu-Afrika: Sao Tome und Principe

 

Flagge São Tomé und Príncipe

Die wichtig­sten Infor­ma­tio­nen im Überblick:

 

Regierungs­form (Gov­ern­ment Type): Prä­sidi­al­re­pub­lik (Pres­i­den­tial Repub­lic)

Karte  São Tomé und Príncipe Map

Haupt­stadt (Cap­i­tal): São Tomé
Ein­wohn­er (Pop­u­la­tion): 161.000
Fläche (qkm) (Area sq.km): 1.001
Wehre­tat (Defence Bugdet): 400.000 US-$ (2001)
BSP/Einwohner (GNP/Capita): 370 US-$

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Dat­en außer Wehre­tat dem Fis­ch­er Weltal­manach 2005 ent­nom­men

Vom Nigerdelta und Kamerun führt eine Inselkette über die Insel Bioko, die zu Äqua­to­r­i­al-Guinea gehört,  zur Insel Principe und nach Sao Tome unter dem Äqua­tor im Golf von Guinea. Knapp 200.000 Men­schen leben in diesem Insel­staat. 7.000 davon sind auf der kleineren Insel Príncipe mit sein­er Insel­metro­pole San António (1.300 Ein­wohn­er) zuhause. Dieses Klein­od ist rund 18 Kilo­me­ter lang und 10 km bre­it. Die Hälfte der Fläche ist ein Nation­al­park. Den­noch gibt es nur ein Hotel und ein Gäste­haus auf der Insel mit seinem touris­tis­chen Traum­strän­den.

Das nördliche Vor­feld dieser Inseln ist durch eines gekennze­ich­net: Ölvorkom­men! 

Geschichte:

Als por­tugiesis­che Seefahrer im 15. Jahrhun­dert die Inseln ent­deck­ten waren sie unbe­wohnt. Afrikanis­che Sklaven bilde­ten den Grund­stück der heuti­gen Bevölkerung von etwa 160.000 Ein­wohn­ern — und die por­tugiesis­che Plan­ta­gen­wirtschaft mit Zuck­er­rohr, Kaf­fee und Kakao bildete bis 1975 den Grund­stock der Insel­wirtschaft. Die Insel ist dafür kli­ma­tisch ide­al geeignet. Aus­re­ichende Bewässerung in der Regen­zeit und anson­sten sat­ter Son­nen­schein ein­er tro­pis­chen Sonne.

Seit 1975 ist Sao Tome von Por­tu­gal unab­hängig. Um die Wirtschaft des kleinen Insel­staates in Schwung zu brin­gen, knüpft die Regierung wieder engere Kon­tak­te zu den USA und der EU. 600 Mil­lio­nen Dol­lar Entwick­lung­shil­fe sind sei­ther auf die Inseln geflossen — und den­noch gel­ten nach ein­er Sta­tis­tik der Welt­bank über 50 % der Ein­wohn­er als “arm”. Außer eige­nen “Mar­i­lyn-Mon­roe-Brief­marken” und der einen oder anderen “unsauberen Hot­line” hat die Unab­hängigkeit der Inseln nicht viel gebracht. 90 % der Exporter­löse kom­men immer noch durch die Kakao-Kul­turen.

Das änderte sich, als Öl ent­deck­te wurde: 
In den neun­ziger Jahren wur­den Prospek­toren auf etwa 11 Mrd. Bar­rel Öl aufmerk­sam, die im Meer nödlich der Inseln ver­mutet wer­den.  

Sei­ther liegen die Inseln im Focus des Inter­ess­es. Konz­erne aus Nor­dameri­ka, Europa und Chi­na bemüht­en sich um Bohrl­izen­zen. Die etwas abskure ERHC — in Besitz eines Nige­ri­an­ers — hat bere­its 1997 bis nach 2020 das Exclu­sivrecht zur Ver­mark­tung erwor­ben. Und Nige­ria mis­cht auch son­st kräftig mit: in der gemein­samen “Joint Devel­op­ment Zone” ent­lang der (umstrit­te­nen) See­gren­ze wer­den die Vorkom­men gemein­sam aus­ge­beutet, aber nur 40 % der Erlöse wan­dern in die Kassen des Insel­staates.
Bere­its die erste Ver­steigerung von Bohrl­izen­zen ebrachte für Sao Tome einen Erlös von 49 Mio. Dol­lar — die Summe des Staat­shaushalts. 74 Mio. Dol­lar wan­derten aber in die Kassen Nige­rias. Inzwis­chen wur­den weit­ere Lizen­zen vergeben — in Block 2 an Chi­ne­sen, in Block 3 an US-Fir­men. 

Die US-Navy errichtet auf Sao Tomé eine Radarsta­tion, um den Flug- und Schiffsverkehr im ölre­ichen Golf von Guinea und vor der afrikanis­chen Küste zu überwachen. Schließlich exportieren die USA fast 15 Prozent ihres Ölver­brauch­es aus schwarzafrikanis­chen Län­dern, deren “off­shore” Ölvorkom­men zwis­chen Nige­ria im Nor­den und Ango­la im Süden von den Inseln aus gut gesichert und kon­trol­liert wer­den kön­nen.

Externe Links:
Auswär­tiges Amt Deutsch­land — (www.auswaertiges-amt.de)

ZEIT online: “Der Kakao-Handw­erk­er von Sao Tomé und Príncipe” und “Ein­mal Regen­wald tanken”