Afrikanische Kulturen

Sprachen:
Afri­ka war vor der Kolonisierung durch die Europäer von weit ver­bre­it­eten ein­heimis­chen Sprach­fam­i­lien geprägt.
Bildquelle: Wikipedia Kus­chi­tis­che (Afro-Asi­atis­che-) Sprachen:

1. Die kus­chi­tis­chen Sprachen bilden einen der Hauptzweige des afro-asi­atis­chen (früher: hami­to-semi­tis­chen) Sprach­stammes, der früher im Alten Ägypten gesprochen wurde und sich im west­lichen Zweig bis zu den Tuareg und Berbern Nordafrikas erstreckt sowie im südlichen Zweig nach Äthiopi­en und Soma­lia (kus­chi­tis­ch­er Zweig) aus­bre­it­et. Das Ägyp­tis­che (auch Ägyp­tisch-Kop­tisch oder Kemisch) ist die Sprache des alten Ägyptens und umfasst — im weit­eren Sinn — auch das Kop­tis­che, die Sprache der ägyp­tis­chen Chris­ten. Es ist ein eigen­ständi­ger Zweig der afro-asi­atis­chen Sprach­fam­i­lie, zu der u.a. auch das Hebräis­che, Ara­bis­che und die Berber­sprachen gehören. Mit rund 4700 Jahren ist sie die Sprache, die sich über die läng­ste Zeitspanne nach­weisen lässt und deren erste bekan­nte Sprech­er — die alten Pharao­nen — zu einem der ältesten Kul­turvölk­er der Men­schheit gehören.
Die kus­chi­tis­chen Sprachen sind in vier geo­graphis­che Unter­fam­i­lien gegliedert. Die wichtig­sten Sprachen, was die Sprecherzahl und den Ver­bre­itungsraum bet­rifft, sind das Oro­mo (über 28 Mil­lio­nen Sprech­er) und das Soma­li (etwa 3,5 Mil­lio­nen Sprech­er), die bei­de zur ost-kus­chi­tis­chen Unter­fam­i­lie gezählt wer­den. Daneben stellt das Iraqw mit unge­fähr 500.000 Sprech­ern den wichtig­sten Vertreter des süd­kus­chi­tis­chen Bere­ichs dar.
Heute wer­den die kus­chi­tis­chen Sprachen weit­ge­hend vom ver­wandten ara­bis­chen (ein­er semi­tis­chen Sprache) ver­drängt. Dazu trägt vor allem auch die Islamisierung des kus­chi­tis­chen Sprachraumes durch die vor­drin­gen­den Araber bei. Der Koran wird in ara­bisch, der Sprache der Händler und Herrsch­er, gelehrt — dementsprechend sind prak­tisch alle Staat­en, in denen noch orig­inäre kus­chi­tis­che Sprachen gesprochen wer­den, der ARABISCHEN LIGA beige­treten.

2. Niger-Kon­go-Sprachen:
Die Niger-Kon­go-Sprachen unfassen fast alle Völk­er “Schwarzafrikas. Die Region, in der diese Sprachen gesprochen wer­den, reichen vom west­lich­sten Punkt Afrikas am Atlantik über den Süden Soma­lias bis zum südlic­sht­en Punkt des Kon­ti­nents in Südafri­ka.

In West­afri­ka haben sich die Fulbe südlich der Sahara zwis­chen dem Sene­gal am Atlantik und dem Tschad­see ver­bre­it­et und dadurch dort vor der europäis­chen Kolo­nialsierung eine ähn­liche “Verkehrssprache” geschaf­fen, wie das im Osten des Kon­ti­nents durch die Ban­tu-Sprache Swa­he­li gelun­gen ist. Den Niger-Kon­go-Sprachen gehören die ältesten Kul­turvölk­er des Kon­ti­nents an — und die Völk­er, die als “Ban­tu” den größten Teil des afrikanis­chen Kon­ti­nents erwan­dert und besiedelt haben.

2.1. Nilosa­ha­ranis­che Sprachen:
Nilo-saha­ranis­che Sprachen (auch oft kurz Nilosa­ha­ranisch genan­nt) sind eine Sprach­fam­i­lie ca. 200 afrikanis­chen Sprachen mit ca. 35 Mio. Sprech­ern. Nilo­tis­che Sprachen wer­den (wur­den), wie der Name schon sagt, im Bere­ich des (oberen) Nil­tales gesprochen. Zu den Nilo-saha­ranis­chen Sprachen gehören die Ost­su­danis­che Sprachen ein­schließlich der Nubis­chen Sprache und wohl auch der Nilo­tis­chen Sprachen.Es beste­ht dur­chaus die Möglichkeit, dass die “schwarzen Pharao­nen”, die bere­its in der Antike eine den Altä­gyptern ver­gle­ich­bare Kul­tur im Bere­ich des Sudan errichteten, der nubis­chen Sprach­fam­i­lie ange­hörten. Diese Sprach­fam­i­lie hätte damit eine der ältesten Weltkul­turen her­vorge­bracht.

 

 

2.2. Ban­tu-Sprachen:
Die Ban­tu-Sprachen erstreck­en sich in einem Bogen von Nige­ria über Ostafri­ka (Kenia, Tansa­nia) bis nach Namib­ia und Südafri­ka. Zu den bekan­ntesten Ban­tu-Sprachen zählt das Swahili, dem in weit­en Teilen Ostafrikas als Verkehrssprache eine große Bedeu­tung zukommt.

Ban­tuwan­derung — ein Volk erobert einen Kon­ti­nent:
Aus den sehr nahe ver­wandten Ban­tus­prachen haben Wis­senschaftler sehr früh den Schluss eines gemein­samen Ursprungs der Ban­tu-Völk­er gezo­gen, die sich in his­torisch­er Zeit über den Großteil Afrikas aus­ge­bre­it­et hät­ten — was allerd­ings wis­senschaftlich lange umstrit­ten war.
Die Gren­ze zwis­chen Ban­tus­prache und den Sudansprachen fällt — abge­se­hen von Enklaven — unge­fähr mit der Wald­gren­ze zusam­men.
Das gemein­same “Ban­tu-Erbe”, das ja dem gesamten süd-zen­tral- und ostafrikanis­chen Bere­ich gemein­same sprach­liche Wurzeln, eine Ver­wandtschaft im Bere­ich der kul­turellen Sym­bole und eine aufeinan­der bezo­gene Chronolo­gie in der Geschichte der Ver­flech­tung von Getrei­dewirtschaft und Viehkom­plex und den Beziehun­gen zu Jägern und Samm­lern gibt, führte zur Kon­sti­tu­ierung ein­er Großre­gion, die
prak­tisch den größten Teil Afrikas umfasst. Die Ban­tus­prache zer­fällt in fünf große Grup­pen, und die Völk­er­schaften kön­nen sich wenig­stens zum Teil untere­inan­der ver­ständi­gen.
Neuere Forschun­gen — etwa an einem Magen­bak­teri­um — scheinen die enge genetis­che Ver­wandtschaft der Ban­tu-Völk­er zu bestäti­gen

Extern­er Link:
Heli­cobac­ter auf Reisen — (www.wissenschaft.de)

Danach begann mit der begin­nen­den Aus­trock­ung der Sahara eine archais­che Völk­er­wan­derung von Her­denbe­sitzern. “Die fortschre­i­t­ende Aus­trock­nung der Sahara hat­te später eine weit­ere Bevölkerungs­be­we­gung zur Folge, die sog. Ban­tu-Wan­derung. So kam es zur Aus­bre­itung der schwarzafrikanis­chen Bevölkerung von einem Aus­gangspunkt im west­lichen Afri­ka (Kamerun) in das gesamte zen­trale, östliche und südliche Afri­ka in der his­torisch kurzen Zeit von 2000 vor bis 1500 nach unser­er Zeitrech­nung. Während im alten West­afri­ka eine Unzahl von sehr ver­schiede­nen Sprachen nebeneinan­der existierte und damit beweist, daß sich die Völk­er West­afrikas sehr früh — über Tausende von Jahren — in rel­a­tiv­er Iso­la­tion voneinan­der sprach­lich auseinan­der­en­twick­elt haben, sind die Ban­tus­prachen sehr eng miteinan­der ver­wandt und deck­en prak­tisch den gesamten afrikanis­chen Raum südlich der großen Regen­wald­zone ab.

Bildquelle: www.uni-tuebingen.de

Unge­fähr zu Beginn unser­er Zeitrech­nung erre­ichte die Ban­tu-Wan­derung den Nor­dosten des südlichen Afri­ka und die Viehzüchter und Hirten­bauern besiedel­ten in der Folge jene Gebi­ete ver­stärkt, die Viehhal­tung erlauben.
Archäol­o­gis­che Funde zeigen etwa um das 6. Jh. Belege für frühe Sied­lung einzel­ner schwarz­er Völk­er nördlich des Flusses Limpobo, von Zen­tral- und Ostafri­ka aus wur­den über par­al­le­len Völk­er­wan­derun­gen, ständig begleit­et von gegen­seit­i­gen Kriegen, schließlich Südafri­ka erre­icht. Während die Tswana ver­mut­lich schon um das Jahr 1400 nördlich des Vaal-Flusses auf die Ure­in­wohn­er der Kapre­gion stießen, wur­den Xhosa 1686 an der Küste von Transkei genan­nt. Als let­zte erre­icht­en Sotho ver­mut­lich um 1700 das Gebi­et südlich des Flusses Limpobo an der Nord­gren­ze des heuti­gen Staates Südafri­ka.

Externe Links:
Ban­tu — (www.wikipedia.org)
Zur Geschichte der Try­panoso­mi­asen — (www.collasius.org)
5. Region­al­ge­bi­et Afri­ka: „Der matri­lin­eare Gür­tel“ — (http://elaine.ihs.ac.at)

3. Khoisan-Sprachen:
Im Süd­west­en des Kon­ti­nents wer­den die soge­nan­nten “Khoisan-Sprachen” (Nam­in­bia, Südafri­ka, Botswana und Ango­la) gesprochen. Es han­delt sich um Sprachen mit ein­er großen Vari­abil­ität von“Schnalzlauten”, die von Restvölk­ern (geschätzt 150.000 Per­so­n­en — am bekan­ntesten wohl die soge­nan­nten “Buschmä­nenr”) gen­tutzt wer­den. Diese Restvölk­er sind­wohl von den vor­rück­enden Ban­tu immer mehr in die unwirtlichen Wüstenge­bi­ete Süd­west­afrikas abge­drängt wor­den. Da ca. 15 % des ixiX­hosa — der süd­west­lich­sten Ban­tus­prache — aus den Khoisan-Sprachen entlehnt wur­den wird angenom­men, dass die Xhosa in engen his­torischen Verbindun­gen mit den Khoisan-Nach­bar­sprachen standen. Sog­ar der Name Xhosa kön­nte vom Ursprung her Khoisan sein.