Zypern (Cyprus)

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Flagge Zypern

Hin­ter­grund griechisch-türkische Geschichte kurz nach dem Ersten Weltkrieg:
Nach der Nieder­lage des mit dem Deutschen Reich ver­bün­de­ten Osman­is­chen Reichs im ersten Weltkrieg wurde es durch den Friedensver­trag von Sevres im Jahre 1920 aufgelöst und mußte große Gebi­etver­luste hin­nehmen. Vor allem die Unter­stel­lung von Teilen Ana­toliens unter griechis­che Kon­trolle ist hier zu nen­nen. Der von der Regierung und dem herrschen­den Sul­tan unterze­ich­nete Ver­trag wurde von Mustafa Kemal Paşa (später erhielt er den Namen Atatürk) nicht akzep­tiert und er zog gegen die Besatzungsmächte ins Feld. Nach mehreren entschei­den­den Siegen gegen die griechis­che Armee kam es im Jahr 1923 zum Friedensver­trag von Lau­sanne und im sel­ben Jahr wurde die Repub­lik Türkei aus­gerufen deren erster Präsi­dent Mustafa Kemal Paşa war.

Bis heute kommt es zu kleineren und größeren poli­tis­chen aber auch mil­itärischen Reibere­in der durch die gemein­same NATO-Mit­glied­schaft eigentlich ver­bün­de­ten Staat­en. Auswirkun­gen zeigt dieser Kon­flikt u.a. auf das nor­dat­lantis­che Bünd­nis (Beispiel: gemein­same Manöver) sowie in der EU (Beispiel: schnelle Ein­greiftruppe) und eben auf Zypern.

Die Geschichte Zyper­ns (Kurz­form):
1571 wurde die Insel Zypern vom Osman­is­chen Reich erobert und befand sich bis 1878 in seinem Besitz. Danach erhielt das britis­che Empire die Ver­wal­tung der Insel über­tra­gen, die es bis 1960 behielt. Im sel­ben Jahr wurde die Repub­lik Zypern aus­gerufen.

  • 1963 gab es Unstim­migkeit­en zwis­chen der türkischen Min­der­heit (19%) und der griechis­chen Mehrheit (80%) über Ver­fas­sung und Geset­ze, Ausübung der Staats­ge­walt, usw. Dieser Stre­it machte ein weit­eres, gemein­sames Regieren unmöglich. Die türkisch-zypri­o­tis­chen Regierungsmit­glieder zogen sich aus der Regierung zurück und strebten seit­dem ein selb­stver­wal­tetes Gebi­et an.

  • 1974 kam es zum Putsch durch die griechisch-zypri­o­tis­che Nation­al­gar­de gegen den Präsi­den­ten Makar­ios. Nach­dem dieser kurzeit­ig die Insel ver­ließ und unter dem Ein­druck eines dro­hen­den Anschlusses Zyper­ns an Griechen­land, führte die Türkei eine Inva­sion auf dem Nordteil der Insel durch. Ins­ge­samt hält die Türkei seit­dem ca. 37% des zypri­o­tis­chen Gebi­ets beset­zt.

  • 1977 starb Makar­ios und Kypri­anou fol­gte als Präsi­dent. Dieser wurde von der Türkei und den türkischen Zypri­oten allerd­ings nicht anerkan­nt. Darauf ver­an­laßte der griechis­che Süden Wirtschaft­sank­tio­nen gegen den Nor­den. Der Nor­den sein­er­seits antwortete mit der Vertrei­bung von ca. 18.000 griechis­chen Zypri­oten und durch die Ansiedelung von mehreren 1.000 Türken aus Ana­tolien wurde die Gewich­tung des Bevölkerungsan­teils der türkischen Zypri­oten erhöht.

  • 1983 wurde auf dem Nordteil der Insel die Türkische Repub­lik Nordzypern aus­gerufen, die allerd­ings nur von der Türkei anerkan­nt wird.

  • Eine Annäherung bei­der Seit­en sollen Ver­hand­lun­gen unter Führung der UN brin­gen. Es ist ein Konzept nach dem Vor­bild der Schweiz vorge­se­hen. Also ein Staaten­bund, aus zwei Teil­staat­en deren Ein­wohn­er sowohl die zypri­o­tis­che als auch die Staat­sange­hörigkeit des Lan­des aus dem sie stam­men erhal­ten.

  • Am 4. Juni 1990 ist der Beitrittsantrag Zyper­ns zur Europäis­chen Union gestellt wor­den, der im Übri­gen für die gesamte Insel gilt, da auch die EU die Türkische Repub­lik Nordzypern nicht anerken­nt.

  • Ab 2004 ist Zypern Mit­glied der Europäis­chen Union

Quellen u.a.: modernpolitics.at

Stre­itkräfte in Zypern
Den Nor­den kennze­ich­nen vor allem die starken türkischen Ver­bände. 33.000 Sol­dat­en mit 265 M‑48A5 Panz­er sind hier sta­tion­iert. Zudem kom­men die 5.000 Mann starken Trup­pen der Türkischen Repub­lik Nord-Zyper­ns hinzu (plus 26.000 Reservis­ten).

Im Süden sind 10.000 Mann aktiv und 8.700 Reservis­ten in der Armee. Hinzu kommt die 10.000 Mann starke Nation­al Garde mit 102 AMX-30 Panz­ern. Die Griechen haben 1 mech­a­nisierte Brigade ( ca. 3.000 Sol­dat­en ) als Schutz­macht sta­tion­iert.

Zwis­chen den Fron­ten tum­meln sich rund 1.200 UN-Sol­dat­en.

Britis­che Stre­itkräfte in Zypern
Mit dem 1960 abgeschlosse­nen Unab­hängigkeit­ser­trag für die Repub­lik Zypern sicherte sich Großbri­tan­nien noch 3 % der gesamten Lan­des­fläche als unab­hängige Areale.

Die soge­nan­nten SBAs — Sov­er­eign Base Areas sind Mil­itärstützpunk­te mit eigen­er Gerichts­barkeit und unter­ste­hen dem britis­chen Vertei­di­gungsmin­is­teri­um. Zu den SBAs gehört ein Gebi­et bei Akrotiri und eines bei Dheke­lia.

Die SBA Akrotiri umfaßt ein 51 qkm großes Gebi­et im West­en des Lan­des mit der Gar­ni­son Episkopi (ein Infan­teriebatail­lon) und dem Luft­waf­fen­stützpunkt Akrotiri (u.a. eine Hub­schrauber­staffel Wes­sex Mk 2 und Kampf­flugzeuge in Rota­tion) am Kap Gata. In Episkopi liegt zugle­ich das Haup­tquarti­er der britis­chen Stre­itkräfte in Zypern.

Im Osten des Lan­des liegt die SBA Dheke­lia mit der gle­ich­nami­gen Gar­ni­son (ein Infan­teriebatail­lon). Dieses Gebi­et umfaßt 48 qkm. Dort sind u.a. Aufk­lärung­shub­schrauber des Typs Gazelle sta­tion­iert.

Die britis­chen Mil­itärstützpunk­te auf Zypern sind wichtige strate­gis­che Ein­rich­tun­gen (u.a. Radar- und Abhöran­la­gen) im Osten des Mit­telmeers und die Briten arbeit­en eng mit der Armee der Repub­lik Zypern (ca. 10.000 Mann) zusam­men. Auch dienen die Stützpunk­te als ide­ale Übungsplätze für die Stre­itkräfte.

Ins­ge­samt 3.325 Sol­dat­en sind auf Zypern sta­tion­iert, davon 2170 der Armee und 1130 der Roy­al Air Force (RAF), die restlichen gehören zur Roy­al Navy (RN). Außer­dem sind dort noch 400 zivile Mitar­beit­er tätig. Während des Jahres befind­en sich weit­ere 3.000 Sol­dat­en zu Train­ingszweck­en auf den britis­chen Stützpunk­ten.

Im Juni 2001 waren britis­che Sol­dat­en bei der Bekämp­fung von Wald­brän­den beteiligt.

Britis­che Sol­dat­en im Rah­men der UNFI­CYP-Friedens­mis­sion in Zypern
Im Rah­men der UN-Friedens­mis­sion UNFICYP auf Basis der ersten Res­o­lu­tion 186 von 1964 ist auch ein weit­eres britis­ches Infan­teriebatail­lon in der UN-Puffer­zone an der Waf­fen­still­stand­slin­ie sta­tion­iert. Diese operiert in Zypern fast völ­lig unab­hängig von den beste­hen­den Mil­itärstützpunk­ten. Britis­che Sol­dat­en gehören auch zur soge­nan­nte MFR Mobile Force Reserve der UNFICYP und arbeit­et dort eng mit Sol­dat­en aus Argen­tinien, Slowe­nien und Ungarn zusam­men.

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