Vereinigte arabische Emirate


Einer Meldung der Fachzeitschrift Jane´s Defence Weekly zufolge, sieht sich die VAE-Marine nach neuen Fregatten um.

Bereits 1993 hatte man unter dem Eindruck der Beschaffung von U-Booten der KILO-Klasse durch die iranische Marine einen Erwerb von mindestens vier modernen, U-Jagdfähigen Fregatten überlegt, stand diesbezüglich angeblich auch schon in engeren Kontakten zur italienischen Fincantieri. Das Vorhaben weckte auch bei zahlreichen anderen internationalen Schiffbauern reges Interesse, verlief dann jedoch im Sande, als die VAE-Marine 1996 für umgerechnet etwa 270 Mio. Euro zwei gebrauchte Fregatten der KORTENAER-Klasse in den Niederlanden kaufte.

Marineforum Fregatte ABU DHABI (Foto: FlottenKdo)

Gut zehn Jahre nach ihrer Übernahme sind diese beiden Schiffe – ABU DHABI und AL EMIRAT – nicht mehr nutzbar. Beide sind schon seit geraumer Zeit nicht mehr fahrfähig, wurden mittlerweile auch aufgelegt und ihre Besatzungen auf andere Einheiten der Flotte verteilt. Die offizielle Streichung aus der Liste der Kriegsschiffe dürfte nur noch Formsache sein.

Der grundsätzliche Bedarf an schiffsgestützter U-Jagdkapazität (mit Bordhubschrauber) besteht aber unverändert. Unter dem Projekt Yas will man nun offenbar Neubauten beschaffen. Gedacht wird dabei an ein Hubschrauber-fähiges, für U-Jagd optimiertes 100m-Mehrzweckschiff. Zunächst sollen wohl zwei Neubauten die beiden KORTENAER ersetzen, danach dann (Option ?) zwei weitere Schiffe das erste Paar ergänzen.

Zu zeitlichen Vorstellungen oder Kosten des Vorhabens gibt es noch keine Angaben. Als sicher gilt allerdings, dass die lokale Abu Dhabi Shipbuilding (ADSB) als Hauptauftragnehmer benannt werden dürfte. ADSB hat in den vergangenen Jahren zügig die Fähigkeiten im Kriegsschiffbau erweitert (baut derzeit in Zusammenarbeit mit der französischen CMN Korvetten des Vorhabens Baynunah) und soll nach dem Wunsch der Staatsführung eine regionale Schlüsselstellung (zentrale „Anlaufstelle“ der Golfmarinen für Wartung und Instandsetzung) einnehmen. Für einen Bau der Fregatten wird sich ADSB allerdings eines ausländischen Herstellers bedienen müssen, der als „strategischer Partner“ das Design liefert und den Bau dann mit Zulieferung und weit reichendem Technologietransfer tatkräftig unterstützt. Zahlreiche internationale Werften dürften gespannt die Ausschreibung des Vorhabens erwarten.

In Kooperation mit „MarineForum – Zeitschrift für maritime Fragen

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