VAE

In einem ungewöhn­lichen Vorhaben wird eine Fre­gat­te zu ein­er Luxu­sy­acht umge­baut.

Marineforum - AL AMARAT (Foto:  nn / Internet) Im April 1996 hat­te die Marine der Vere­inigten Ara­bis­chen Emi­rate in den Nieder­lan­den zwei gebrauchte Fre­gat­ten der KOR­TE­NAER-Klasse erwor­ben. Aus ABRAHAM CRIJNSSEN wurde nach Grundüber­hol­ung und Mod­ernisierung die ABU DHABI, und im Juni 1998 stellte die VAE-Marine die vor­ma­lige PIET HEYN als AL AMARAT in Dienst.

Die bei­den 3.600 ts großen Schiffe wur­den größte Ein­heit­en der VAE-Marine, deren größte Kampfein­heit­en bis dahin zwei 650 ts FK-Korvet­ten Typ 62 der deutschen Lürssen waren. Aus­ges­tat­tet mit Sonar und Bor­d­hub­schrauber und bewaffnet mit U-Jagdtor­pe­dos soll­ten sie der VAE-Marine erst­mals U-Jagd­ka­paz­ität geben — eine Fähigkeit, die angesichts der Beschaf­fung von U-Booten der KILO-Klasse durch die iranis­che Marine bei fast allen Golf­mari­nen schmer­zlich ver­misst wurde.

Experten äußerten allerd­ings von Beginn an Zweifel am Sinn der Beschaf­fung. Allein die per­son­elle Beset­zung (je 140 Mann) werde die nicht ein­mal 2000 Mann starke Golf­ma­rine vor erhe­bliche Prob­leme stellen. So richtig „in Fahrt“ kamen ABU DHABI (Flot­ten­flag­gschiff) und AL AMARAT denn auch nie. Spätestens als 2003 mit Pro­jekt Bay­nunah die Beschaf­fung von bis zu sechs 70-m Mehrzweck­ko­rvet­ten eines franzö­sis­chen Designs ein­geleit­et wurde, war klar, dass die Tage der ehe­ma­li­gen nieder­ländis­chen Fre­gat­ten gezählt sein dürften.

Am 6. Feb­ru­ar hat die nieder­ländis­che Imtech nun den Auf­trag erhal­ten, den Umbau der AL AMARAT zur Luxu­sy­acht SWIFT 141 mit zu gestal­ten. Imtech wird vor allem die Aus­rüs­tung der neuen Supery­acht liefern – von voll automa­tisierten, energie-effizien­ten Antrieb­san­la­gen über die gesamte elek­trische Ein­rich­tung bis hin zur Nav­i­ga­tions- und Fer­n­meldeausstat­tung. Für Mari­ne­of­fiziere wird es in den kom­menden Monat­en sich­er inter­es­sant sein zu beobacht­en, wie aus einem auf ursprünglich auf bloße Funk­tion­al­ität opti­mierten Kampf­schiff eine höch­sten Luxu­sansprüchen genü­gende Pri­vaty­acht entste­ht.

In Koop­er­a­tion mit “Marine­Fo­rum — Zeitschrift für mar­itime Fra­gen

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