USA/Japan — Abzug von US Soldaten

Das US Marine Corps wird 9.000 sein­er 16.000 in Oki­nawa (Japan) sta­tion­ierten Sol­dat­en von der Insel abziehen.

Marineforum -

Schon seit Jahren ver­han­deln die USA und Japan über eine Reduzierung der US-Trup­pen auf Oki­nawa. Fast die Hälfte aller 47.000 in Japan sta­tion­ierten US-Sol­dat­en haben hier ihren Stan­dort. Immer wieder kommt es zu Reibereien mit der örtlichen Bevölkerung; vor eini­gen Jahren ließ die Verge­wal­ti­gung eines japanis­chen Mäd­chens durch mehrere US Sol­dat­en die Span­nun­gen deut­lich eskalieren. Zankapfel ist vor allem auch der vom in unmit­tel­bar­er Nähe dicht besiedel­ter Gebi­ete aus­ge­hende Fluglärm des Mil­itär­flug­platzes Futen­ma.

Das Futen­ma-Prob­lem bleibt vor­erst ungelöst; bei­de Seit­en suchen weit­er­hin nach ein­er Lösung (evtl. Bau eines neuen Flug­platzes). Der am 27. April verkün­dete Abzug von 9.000 Marines sollte die Lage eigentlich entspan­nen, aber er geht den meis­ten ein­heimis­chen Insel­be­wohn­ern nicht weit genug. Sie fordern dem kom­plet­ten Abzug der ungeliebten Amerikan­er, die die strate­gisch gele­gene Insel nach dem Zweit­en Weltkrieg zunächst beset­zt hiel­ten, dann (1960) mit Japan die hohe Dauer­präsenz vere­in­barten — die sich aus Sicht der Insel­be­wohn­er von der vorheri­gen Besatzung kaum unter­schied.

Nun sollen zumin­d­est erst ein­mal 9.000 Marines die Insel räu­men und nach Guam (5.000), Hawaii oder Aus­tralien umziehen. In Aus­tralien baut das USMC in Dar­win in den kom­menden Jahren eine „rotierende Präsenz“ von bis zu 2.000 Sol­dat­en auf. Welche Ein­heit­en Oki­nawa ver­lassen wer­den (u.a sind hier die 3rd Marine Divi­sion und die 31. Marine Expe­di­tionary Unit sta­tion­iert), ist noch genau so unklar wie der Zeit­plan. Zu let­zterem heißt es lediglich sehr vage, man werde den Umzug „so schnell wie möglich, jedoch unter Wahrung uneingeschränk­ter oper­a­tiv­er Fähigkeit­en“ bew­erk­stel­li­gen. Für die US Stre­itkräfte bedeutet der Abzug der 9.000 Sol­dat­en von Oki­nawa die Teilauf­gabe ein­er strate­gis­chen Schlüs­sel­po­si­tion im West­paz­i­fik. In Chi­na dürfte dies mit Genug­tu­ung zur Ken­nt­nis genom­men wer­den.

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