USA — Vor der US Atlantikküste haben vier “Weltmarinen” ihre jährliche gemeinsame Übung durchgeführt

Der Übungsname „FRUKUS“ ste­ht als Kun­st­name für die Anfangs­buch­staben der teil­nehmenden Natio­nen Frankre­ich (F), Rus­s­land ®, Großbri­tan­nien (UK) und USA (US). Die Übungsserie fand 1988 ihren Ursprung, als sich zunächst Rus­s­land, Großbri­tan­nien und die USA zur Übung „RUKUS“ trafen; als sich 2003 Frankre­ich dem Vorhaben anschloss, wurde daraus dann „FRUKUS“. Die Übun­gen wer­den seit­dem von den jew­eili­gen Mari­nen jährlich im Rota­tion­swech­sel aus­gerichtet, wobei 2008 das im rus­sis­chen Wladi­wos­tok geplante Tre­f­fen wegen des Georgien-Kon­flik­tes kurzfristig abge­sagt wurde. Die jährlichen Übun­gen sollen die Mari­nen einan­der näher brin­gen, zum gegen­seit­i­gen Ver­ständ­nis beitra­gen, ins­beson­dere aber auch ihre Inter­op­er­abil­ität verbessern — let­zteres vor allem vor dem Hin­ter­grund zunehmender gemein­samer Beteili­gung an Oper­a­tio­nen (z.B. Anti-Pira­terie) oder human­itären Hil­f­sein­sätzen.

Marineforum - Die drei Gäste bei FRUKUS 2011 (Foto: US Navy)
Die drei Gäste bei FRUKUS 2011
Bildquelle: US Navy

2010 hat­te man sich in Großbri­tan­nien getrof­fen. In diesem Jahr war nun die US Navy Gast­ge­ber, und deren Zer­stör­er JAMES E. WILLIAMS war auch „Host­ship“ für die am 20. Juni nach Nor­folk angereis­ten Schiffe der anderen drei Mari­nen: die franzö­sis­che Fre­gat­te VENTOSE (FLO­RE­AL-Klasse), der britis­che Zer­stör­er DAUNTLESS (neues Schiff TYPE 45) und der rus­sis­che Zer­stör­er ADMIRAL CHABANENKO (UDALOY-II-Klasse). Wie üblich stand zunächst eine Hafen­phase auf der Agen­da. Bei sportlichen, kul­turellen und sozialen Ver­anstal­tun­gen kam man sich näher, tauschte in Sem­i­naren Erfahrun­gen aus und stellte nationale Ver­fahren (u.a. Schiff­sicherung) vor, führte erste Fer­n­meldeübun­gen durch und plante schließlich die Details der bevorste­hen­den prak­tis­chen Übun­gen in See.

Am 27. Juni liefen alle vier Schiffe dann zur mehrtägi­gen Seep­hase von „FRUKUS 2011“ aus. Im Mit­telpunkt standen wie auch in den let­zten Jahren seemän­nis­che Übun­gen und Search & Res­cue, aber – mit Blick auf Pira­terie und Schmuggel von Dro­gen und Massen­ver­nich­tungswaf­fen — auch Mar­itime Secu­ri­ty Oper­a­tions (Law Enforce­ment) sowie Erstel­lung und Abgle­ich eines gemein­samen Lage­bildes (Domain Aware­ness) und Hub­schrauber­op­er­a­tio­nen mit gegen­seit­i­gen Besuchen der mit­ge­führten Bor­d­hub­schrauber. In Nor­folk wurde ein simuliertes multi­na­tionales Marine-HQ ein­gerichtet, aus dem Offiziere aller vier Mari­nen gemein­sam den „Ver­band“ in See führten.

Nach Wiederein­laufen in Nor­folk am 1. Juli stand noch eine Übungsauswer­tung und Nachbe­sprechung auf dem Pro­gramm, bevor “FRUKUS 2011” dann offiziell been­det wurde und die Teil­nehmer sich auf den Heimweg macht­en. Im kom­menden Jahr soll tur­nus­mäßig wieder ein­mal die rus­sis­che Marine Gast­ge­ber für die jährliche Übung wer­den.

In Koop­er­a­tion mit “Marine­Fo­rum — Zeitschrift für mar­itime Fra­gen

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