USA — Übung „Rim of the Pacific“ 2012

Mit ein­er inter­na­tionalen Pressekon­ferenz in Pearl Har­bor, Hawaii, hat am 29. Juni das weltweit größte multi­na­tionale Marine­manöver dieses Jahres im Paz­i­fik begonnen.

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Schon zum 23. Mal hat der Befehlshaber der US Paz­i­fik­flotte zur alle zwei Jahre stat­tfind­en­den Übung „Rim of the Pacif­ic“ – kurz „RIMPAC“ – ein­ge­laden. 22 Mari­nen aus ganz Asien, Südameri­ka und Nor­dameri­ka, aber auch aus Europa sind in diesem Jahr der Ein­ladung gefol­gt und nach Hawaii angereist. Die offizielle Teil­nehmerliste nen­nt Aus­tralien, Chile, Frankre­ich, Großbri­tan­nien, Indi­en, Indone­sien, Japan, Kana­da, Kolumbi­en, Malaysia, Mexiko, Neusee­land, Nieder­lande, Nor­we­gen, Peru, Philip­pinen, Rus­s­land, Sin­ga­pur, Süd­ko­rea, Thai­land, Ton­ga, sowie natür­lich Gast­ge­ber USA.

Das Gros der Teil­nehmer stellt natür­lich die US Navy, die u.a. ihre Car­ri­er Strike Group um den Flugzeugträger NIMITZ sowie eine Amphibi­ous Ready Group mit dem amphibis­chen Träger ESSEX in die Übung ein­bringt. Aus­tralien ist langjähriger Gast in Hawaii und auch dies­mal mit zwei Fre­gat­ten und einem U‑Boot vertreten. Mehr noch: erst­mals in der Geschichte von „RIMPAC“ führt die aus­tralis­che Marine die „Mar­itime Com­po­nent“ und ist für Pla­nung und Aus­führung der mar­iti­men Aspek­te der Übung zuständig. Die strate­gis­chen asi­atis­chen Ver­bün­de­ten der USA, Japan und Süd­ko­rea, sind natür­lich eben­so mit dabei wie der nördliche Nach­bar Kana­da, der neben zwei Kampf­schif­f­en erst­mals auch eines sein­er U‑Boote der VIC­TO­RIA-Klasse in eine inter­na­tionale Übung ein­bringt.

Indi­en hat zwar nur Per­son­al entsandt, macht aber auch schon damit deut­lich, dass es über seine unmit­tel­bare Heima­tre­gion hin­aus auch im Paz­i­fik zunehmende strate­gis­che Inter­essen (gegenüber Chi­na) hat. Erst­mals über­haupt nimmt auch die rus­sis­che Marine an „RIMPAC“ an. Aus Wladi­wos­tok haben ein Zer­stör­er der UDALOY-Klasse, ein Flot­ten­ver­sorg­er und ein Hochsee­bergeschlep­per nach Pearl Har­bor ver­legt. Andere Mari­nen sind meist mit Einzelschif­f­en, Flugzeu­gen oder auch nur Per­son­al vertreten, was der Bedeu­tung ihrer Teil­nahme allerd­ings keinen Abbruch tut. Sie brin­gen die Teil­nehmerliste auf immer­hin 42 Über­wassere­in­heit­en, sechs U‑Boote, mehr als 200 Flugzeuge und etwa 25.000 Sol­dat­en.

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RIMPACV Teil­nehmer tre­f­fen sich in Pearl Har­bor (Foto: US Navy)

Nicht nur Anzahl und Band­bre­ite der Teil­nehmer machen „RIMPAC“ zu einem ganz beson­deren Manöver. Mit ins­ge­samt gut fünf Wochen (bis zum 3. August) ist die Übung sich­er auch das weltweit läng­ste See­manöver. Natür­lich spielt sich nicht alles in See ab. Am Anfang ste­ht zunächst ein­mal eine Hafen­phase. In Pearl Har­bor standen Pla­nung der späteren Übun­gen in See, Sem­i­nare und Ken­nen ler­nen bei sportlichen und sozialen Ver­anstal­tun­gen sowie gegen­seit­i­gen Besuchen an Bord der Schiffe im Mit­telpunkt. Natür­lich feierte man am 4. Juli auch gemein­sam den US Inde­pen­dence Day.

Erst nach gut zwei Wochen, am 11. Juli, begin­nt dann in den Gewässern um Hawaii die oper­a­tive Phase von „RIMPAC 2012“. Dabei wer­den zunächst vor­bere­it­ete Übungsab­schnitte (so genan­nte Seri­als) nacheinan­der absolviert. Sie deck­en die gesamte Band­bre­ite mod­ern­er Seekriegführung ab: von U‑Jagd, Über­wasserseekrieg, Flu­gab­wehr und Luftraumvertei­di­gung, Minen­ab­wehr und Besei­t­i­gung von Explo­sivstof­fen, Mar­itime Inter­dic­tion und Mar­itime Secu­ri­ty Oper­a­tions (Board­ing) bis hin zu Nothil­fe in See (SAR), Bergungsübun­gen (Tauch­er) und schließlich amphibis­chen Vorübun­gen. Jede teil­nehmende Marine soll hier ihre ganz speziellen Fähigkeit­en ein­brin­gen und in einem multi­na­tionalen Umfeld erweit­ern; man will sich nicht nur stolz präsen­tieren, son­dern vor allem auch voneinan­der ler­nen. Bei gemein­samen Artillerie- und FK-Schießab­schnit­ten „opfert“ die US Navy erneut auch wieder einige aus­ge­musterte Schiffe als real­is­tis­che Ziele. Dies­mal sollen die (zuvor natür­lich umwelt­gerecht vor­bere­it­eten) Ver­sorg­er KILAUEA, NIAGARA FALLS und CONCORD auf den Grund des Paz­i­fiks geschickt wer­den.

In ein­er abschließen­den mehrtägi­gen Phase stellen sich alle Teil­nehmer dann einem sich entwick­el­nden kom­plex­en tak­tis­chen Szenario, in dem sie unter real­ität­snah simulierten Kriegs­be­din­gun­gen operieren. Diese Phase endet mit der Rück­kehr nach Pearl Har­bor, wo „RIMPAC 2012“ dann nach ein­er aus­giebi­gen „Post Exer­cise Dis­cus­sion“ am 3. August seinen Abschluss find­et.

In Koop­er­a­tion mit “Marine­Fo­rum — Zeitschrift für mar­itime Fra­gen

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