USA – Entwicklung von Mobile Landing Platforms (MLP)


Um in künftigen Einsätzen möglicherweise fehlende Abstützmöglichkeiten auf Häfen zu kompensieren, hatte die US Navy 2009 die Entwicklung so genannter Mobile Landing Platforms (MLP) eingeleitet.

Marineforum - Mobile Landing Platform (Grafik: NASSCO)
Mobile Landing Platform
Bildquelle: NASSCO

Im Gegensatz zu früheren Konzepten, die meist riesige über See in ein Einsatzgebiet zu schleppende und dort zu verankernde Plattformen vorsahen, setzt das MLP-Projekt auf ein großes Schiff, das problemlos aus eigener Kraft über globale Entfernungen verlegen und US-Kriegs- und Hilfsschiffen eine Möglichkeit zum Güterumschlag abseits von Hafeninfrastruktur geben kann. Forderungen der US-Navy beinhalten eine Hubschrauberlandefläche, Rampe und „Stellplätze“ für LCAC Luftkissenboote, sowie Be- und Entladevorrichtungen für einen Güterumschlag (Ship-to-Ship Transfer) von großen Prepositioning Ships, Versorgern der LEWIS AND CLARK-Klasse und neu zu beschaffenden strategischen Transportschiffen (JHSV – Joint High Speed Vessel). Jüngste Informationen nennen als technische Daten eine Länge von 233m bei einer Verdrängung von „mehr als 60.000 ts“. Die MLP sollen bei einer Reisegeschwindigkeit von 20 Knoten eine operative Reichweite von etwa 9.000 sm haben. Sie werden den drei weltweit strategisch positionierten Maritime Prepositioning Forces zugeteilt und sollen als „Pier in See“ Kernelement des Seabasing Konzepts der US Navy und des US Marine Corps werden.

2009 erhielt General Dynamics NASSCO einen mit 3,5 Mio. dotierten Auftrag für erste, grundlegende Designarbeiten erhalten; im vergangenen Jahr bewilligte das US Verteidigungsministerium eine erste Tranche von 115 Mio. US-Dollar zur Fertigstellung des endgültigen Designs und auch bereits zu Beschaffung erster Materialien. Am 31. Mai kam nun der offizielle, mit etwas mehr als 500 Mio. Euro dotierte Auftrag zum Bau von zwei MLP. Ein drittes (Option) wird wahrscheinlich noch folgen. Der erste Neubau soll unmittelbar auf Kiel gelegt werden und schon im Frühjahr 2013 geliefert werden (frühere Planungen sprachen noch von 2015).

In Kooperation mit „MarineForum – Zeitschrift für maritime Fragen

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