USA – Ende eines weiteren Docklandungsschiff AUSTIN-Klasse


Am 30. September kam für ein weiteres Docklandungsschiff AUSTIN-Klasse das Ende der Dienstzeit.

Im Rahmen einer Feier in San Diego wurde auf der CLEVELAND zum letzten Mal die Seekriegsflagge eingeholt und das Schiff nach 44 Jahren bei der US Navy außer Dienst gestellt. Kurz danach nahm ein Marineschlepper den Oldtimer auf den Haken. Ziel ist Hawaii, wo das alte Docklandungsschiff vorerst noch bei der Reserveflotte aufgelegt wird. Ruhestand in Hawaii ist sicher nicht das schlechteste Schicksal für einen Veteranen.

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Auf dem Weg zur Reserveflotte nach Hawaii (Foto: Michael Nitz)

Die CLEVELAND war drittes von zunächst 12 geplanten Landing Platform, Dock (LPD), von denen dann in den 1960-er Jahren aber nur elf gebaut wurden. Mit der Indienststellung der PONCE lief das Programm 1971 aus. Die voll beladen fast 18.000 ts verdrängenden Schiffe bieten Platz für fast 800 einzuschiffende Marineinfanteristen. Sie können Transporthubschrauber (seit einigen Jahren auch Schwenkrotorflugzeuge V-22 Osprey) einsetzen. Auf dem Flugdeck finden bis zu sechs Hubschrauber Platz; der einziehbare (Teleskop)Hangar kann aber nur einen einzigen Hubschrauber aufnehmen. Im Dockteil können mehrere Landungsboote (LCAC. LCU, LCM) oder bis zu 28 amphibische Panzerfahrzeuge mitgeführt werden. Ein 30-t Kran und sechs 4-t Kräne helfen bei Be- und Entladen auch schweren Geräts.

Nach mehr als 40 Dienstjahren erreichen die Schiffe unter betriebswirtschaftlichen Aspekten das Ende ihrer Nutzbarkeit und werden parallel zum Zulauf neuer Docklandungsschife der SAN ANTONIO-Klasse nach und nach ausgemustert. Für die meisten ist bereits das Ende der Dienstzeit gekommen (NASHVILLE wurde 2007 nach Indien verkauft); nach Ausmusterung der CLEVELAND sind derzeit mit PONCE und DENVER nur noch zwei der einst elf Schiffe in Dienst.

Die CLEVELAND war seit ihrer Indienststellung bei der Pazifikflotte in San Diego stationiert. Von dort aus führte sie – meist im Rahmen von (amphibischen) Einsatzgruppen – zahlreiche Einsätze im gesamten Pazifik aber auch im Mittleren Osten durch. Sie nahm am Vietnamkrieg teil, wurde vorübergehend Flaggschiff der 3. US-Flotte, kam 1988 bei der Bewältigung der Ölkatastrophe nach der Havarie der EXXON VALDEZ vor Alaska zum Einsatz, unterstütze 1990/91 im Persischen Golf die Operationen „Desert Shield“ und „Desert Storm“ und half schließlich bei der Evakuierung von US Diplomaten aus Mogadischu (Somalia). In den letzten Jahren war das Schiff mehrfach im Rahmen der Operation „Iraqi Freedom“ und der Anti-Terror Operation „Enduring Freedom“ im Mittleren Osten eingesetzt.

Der letzte Einsatz ihrer aktiven Dienstzeit führte die CLEVELAND in diesem Frühjahr/Sommer noch einmal für mehrere Monate in den Südpazifik. Als Plattform für Operation „Pacific Partnership 2011“ brachte das Schiff humanitäre Hilfe und medizinische Versorgung nach Tonga, Vanuatu, Papua Neuguinea, Ost-Timor und Mikronesien. Nur wenige Wochen nach der Rückkehr nach San Diego erfolgte nun die (planmäßige) Ausmusterung.

Auch in den kommenden Jahren werden im Rahmen der zyklischen Erneuerung der Flotte die Ausmusterungen bei der US Navy weiter gehen. Für die Haushaltsjahre 2013 und 2014 stehen dann auch schon drei Docklandungsschiffe der WHIDBEY ISLAND-Klasse – gut 20 Jahre jünger als die CLEVELAND – auf der Liste der zu streichenden Schiffe. Dann soll übrigens auch auf neun FK-Kreuzern der TICONDEROGA-Klasse die Seekriegsflagge eingeholt werden.

In Kooperation mit „MarineForum – Zeitschrift für maritime Fragen

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