Update Piraterie – Wieder einmal Ruhe nach der wetterbedingten Sommerpause


Nachdem Piraten in der Vorwoche nach der wetterbedingten „Sommerpause“ unvermutet früh im Golf von Aden aktiv geworden waren, herrscht nun erst einmal wieder Ruhe. In der abgelaufenen Woche wurde nur ein einziger Überfall gemeldet.

Marineforum - KAUFFMAN-Hubschrauber stoppt Piratenboot (Foto: NATO)
KAUFFMAN-Hubschrauber stoppt Piratenboot
Bildquelle: NATO

Am 9. August sendete der im Golf von Aden auf dem Internationally Recommended Transit Corridor (IRTC) von einem Skiff angegriffene Frachter ICE EXPLORER einen Notruf. Die unweit operierende US Fregatte KAUFFMAN (NATO) startete sofort ihren Bordhubschrauber, bei dessen Erscheinen die Piraten den Überfall abbrachen und ihr Heil in der Flucht suchten. Warnschüsse stoppten sie. Ein Boardingteam stellte noch einige Ausrüstung sicher (das meiste incl. Waffen war zuvor über Bord geworfen worden). Danach durften die fünf mutmaßlichen Piraten mit ihrem Skiff zur somalischen Küste zurück kehren. Sie werden nur wenige Tage benötigen, um sich – so das Wetter es zulässt – neu ausgerüstet und bewaffnet erneut am Schifffahrtsweg durch den Golf von Aden auf die Lauer zu legen.

Experten erwarten in den kommenden Wochen ein allgemeines Aufleben der Piraterie. Bis etwa Ende August verbietet die Monsunwetterlage den meist sehr kleinen Booten der Piraten noch ausgedehnte Seefahrten auf die hohe See.

Aktuelle Entwicklungen bei Einsatzkräften

Das spanische Wachschiff INFANTA CRISTINA (DESCUBIERTA-mod-Klasse) hat am 8. August die Fregatte VICTORIA in der EU NavFor abgelöst. In Großbritannien hat sich am gleichen Tag die Fregatte MONTROSE (TYPE 23) auf den Weg ans Horn von Afrika gemacht. Sie soll sich dort dem NATO-Verband SNMG-1 in der NATO Anti-Piraterie Operation „Ocean Shield“ anschließen.

Marineforum - GELIBOLU (Foto: Michael Nitz)
GELIBOLU
Bildquelle: Michael Nitz

Die türkische Fregatte GELIBOLU (NATO SNMG-2) hat mit Einlaufen in den Heimatstützpunkt Aksaz am 13. August ihren Einsatz beendet.

In einer Kommandoübergabefeier an Bord des schwedischen Unterstützungsschiffes CARLSKRONA im Hafen von Dschibuti hat am 14. August der französische RAdm Philippe Coindreau das Kommando über die EU NavFor übernommen. Er löst den schwedischen RAdm Jan Thörnquist ab, der den Einsatzverband der EU „Operation Alatanta“ in den vergangenen vier Monaten vor Ort geführt hatte. Neues Flaggschiff wird der französische Zerstörer DE GRASSE. Die CARLSKRONA bleibt aber noch bis November bei der EU NavFor.

Die Thailändische Marine bereitet die Entsendung von zwei Einheiten an das Horn von Afrika vor. Der geplante Anti-Piraterieeinsatz bedarf allerdings noch der Zustimmung des Kabinetts.

In Kooperation mit „MarineForum – Zeitschrift für maritime Fragen

Marineforum

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