Update Piraterie — Stand 24.Juni 2012

Der saisonale (Juni bis Sep­tem­ber) Süd­west-Mon­sun beschränkt die Möglichkeit­en soma­lis­ch­er Pirat­en weit­er­hin auf einige wenige, kleine Gebi­ete im Golf von Aden, im nördlichen Ara­bis­chen Meer vor der oman­is­chen Küste sowie in der Straße von Mosam­bik. In der gesamten übri­gen Region lassen Wind und Wellen derzeit keine Kaper­ver­suche mit kleinen Skiffs zu. So wird denn derzeit auch nur an weni­gen Stellen die Piratenbedro­hung mit „rot“ oder „orange“ als hoch bew­ertet (siehe Karte).

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Karte: US Navy
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Flüs­sig­gas­tanker ARIES (Foto: marinetraffic.com)

Wo Wind und Wellen aber Über­fälle zulassen, sind die soma­lis­chen Pirat­en auch aktiv. So grif­f­en am 18. Juni drei Skiffs im Golf von Aden einen Mas­sen­gut­frachter an, beschossen diesen mit Hand­waf­fen und ange­blich auch mit ein­er Panz­er­faust. Ein eingeschifftes bewaffnetes Sicher­heit­steamzwang sie zum Abdrehen. Als wenig später ein Kriegss­chiff vor Ort ein­traf, hat­ten sich die Ver­brech­er bere­its abge­set­zt. Am 20. Juni melde­ten staatliche iranis­che Medi­en die Vere­it­elung eines Angriffes, macht­en aber keine Angaben zu Ort, Zeit oder ange­grif­f­en­em Schiff. Mit lan­desüblich hero­is­chen Tönen hieß es lediglich, „die iranis­che Marine habe durch zeit­gerecht­es Ein­greifen acht Piraten­boote in die Flucht geschla­gen“.

Eben­falls am 20. Juni grif­f­en Pirat­en mit einem Skiff im nördlichen Ara­bis­chen Meer vor der oman­is­chen Insel Masir­ah den japanis­chen (Flagge: Marschall Islands) Flüs­sig­gas­tanker ARIES an. Das Schiff mit ein­er Ladeka­paz­ität von 126.000 m³ wurde auch von mehreren Schüssen getrof­fen, kon­nte sich aber durch Auswe­ich­manöver und andere Abwehrmaß­nah­men ret­ten. Angriffe auf solchen Flüs­sig­gas­tanker sind sehr sel­ten. Sie sind meist schnell, und ihre hohen Bor­d­wände machen ein Entern sehr schwierig.

Am gle­ichen Tag bracht­en Pirat­en eben­falls vor Masir­ah eine kleine Dhow in ihre Gewalt. Das Fahrzeug soll wohl als Mut­ter­schiff für weit­ere Über­fälle dienen. Möglicher­weise han­delt es sich um die gle­iche Gruppe Pirat­en, die zuvor die ARIES ange­grif­f­en hat­te.

Kurzmel­dun­gen

  • Bei der Bekämp­fung der Pira­terie will sich die Europäis­che Union ver­mehrt auf das „Geschäftsmod­ell“ der soma­lis­chen Ban­den konzen­tri­eren. Um mögliche Ansatzpunk­te für eine nach­haltige „Störung“ der Aktiv­itäten zu find­en, sollen Finanz­transak­tio­nen (Geld­flüsse), Beschaf­fungswege für Boote, Waf­fen und Aus­rüs­tung, Oper­a­tions­meth­o­d­en, Ver­hand­lungstak­tik und Verbleib von Lösegeld genauer unter­sucht wer­den.

Aktuelle Entwick­lun­gen bei Ein­satzkräften

Im Rah­men ein­er Zer­e­monie an Bord des britis­chen Ver­sorg­ers FORT VICTORIA im Hafen von Bahrain hat der thailändis­che RAdm Tanin Lik­ita­won das Kom­man­do über die multi­na­tionale CTF-151 an den süd­ko­re­anis­chen RAdm Anho Chung übergeben. Die Führung der Ein­satz­gruppe wech­selt in Rota­tion der teil­nehmenden Mari­nen alle drei Monate. Im Sep­tem­ber soll die türkische Marine die Ver­bands­führung übernehmen.

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Iranis­che Fre­gat­te ALBORZ (Foto: Deutsche Marine)

Mit Ein­laufen in den Heimath­afen (Ban­dar Abbas?) hat die 19. iranis­che Anti-Pira­terie Ein­satz­gruppe am 19. Juni ihren Ein­satz been­det. Fre­gat­te ALBORZ (Typ VOSPER) und Ver­sorg­er BUSHEHR hat­ten seit Ende März im Golf von Aden operiert. Zu ein­er (wahrschein­lichen) Ablö­sung gibt es noch keine offiziellen Angaben.

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