Update Piraterie — Stand 07.01.2012

In der abge­laufe­nen Woche konzen­tri­erten sich die Aktiv­itäten soma­lis­ch­er Pirat­en auf den 4. Jan­u­ar. Während es vor der soma­lis­chen Küste und im Soma­li­abeck­en ruhig blieb, wur­den weit­er nördlich aus dem Golf von Aden und dem Ara­bis­chen Meer gle­ich mehrere ver­suchte Über­fälle gemeldet. Neue Beute macht­en die Ver­brech­er allerd­ings nicht.

Marineforum - Aktuelle Pirate Alert Map (NATO)
Aktuelle Pirate Alert Map (NATO)

In der Nähe der Meerenge des Bab el Man­deb ver­suchte sich eine Gruppe Pirat­en mit vier Skiffs nacheinan­der erfol­g­los an gle­ich vier Han­delss­chif­f­en. In der Nähe von Aden kon­nte ein weit­eres, auf dem inter­na­tion­al gesicherten Seev­erkehr­sweg (IRTC) fahren­des Han­delss­chiff einem angreifend­en Skiff auswe­ichen. Hier brachte ein nicht näher genan­ntes Kriegss­chiff am 6. Jan­u­ar die Dhow AL-QASHMI auf. Das offen­bar als Mut­ter­schiff genutzte Fahrzeug wurde “neu­tral­isiert”. Details dazu lagen bei Redak­tion­ss­chluss noch nicht vor.

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KIDD stoppt und befre­it iranis­che Dhau (Foto: US Navy)

Eben­falls am 4. Jan­u­ar wurde südlich von Mukalla (Jemen) der Mas­sen­gut­frachter DELFA von vier Pirat­en mit einem Skiff ange­grif­f­en und beschossen. Ein eingeschifftes bewaffnetes Sicher­heit­steam warnte zunächst mit Sig­nal­mu­ni­tion, was die Ver­brech­er zunächst noch ignori­erten. Als die Schüsse der Pirat­en dann aber direkt erwidert wur­den, brachen diese den Angriff sofort ab.

Im Golf von Oman griff am 4. Jan­u­ar ein mit sechs Pirat­en beset­ztes Skiff einen Frachter an, der mit Auswe­ich­manövern eine Kape­rung ver­mei­den kon­nte. Der in der Region operierende US Zer­stör­er KIDD (gehört zur Car­ri­er Strike Group um den Flugzeugträger JOHN C. STENNIS) nahm Kurs auf das Seege­bi­et. Sein Bor­d­hub­schrauber ent­deck­te die iranis­che Dhau AL MOLAI, die zwar Net­ze aus­ge­wor­fen hat­te und sich so als harm­los­er Fis­ch­er präsen­tierte, mit einem geschleppten Skiff aber Ver­dacht weck­te. Als von der Dhau dann auch noch ein Notruf aus­ging, schick­te die KIDD ein Board­ingteam, das wider­stand­s­los an Bord gehen kon­nte. Dort stellte sich her­aus, dass soma­lis­che Pirat­en etwa sechs Wochen zuvor das iranis­che Fis­chereifahrzeug gekapert und seit­dem als Mut­ter­schiff genutzt hat­ten.

Die als Geiseln gehal­te­nen 13 iranis­chen Fis­ch­er wur­den mit Wass­er und Lebens­mit­teln ver­sorgt, erhiel­ten medi­zinis­che Hil­fe und wur­den dann mit aus­re­ichend Kraft­stoff in Rich­tung Heimat ent­lassen. Die 15 soma­lis­chen Pirat­en wur­den bis zur Entschei­dung über eine mögliche Strafver­fol­gung auf den Flugzeugträger JOHN C. STENNIS gebracht. Da allerd­ings nicht zu erwarten ist, dass der Iran in den USA um ihre Aus­liefer­ung ersucht, dürften sie schon sehr bald wieder frei gelassen wer­den.

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