Update Piraterie – Monsun sorgt für Atempause bei Kaperungen


Der sich allmählich ausbreitende Monsun beschert der Handelsschifffahrt am Horn von Afrika und im Indik eine Atempause. Zur Zeit – und wohl auch in der kommenden Woche – finden Piraten nur noch im Golf von Aden, im Bereich der Meerenge des Bab el Mandeb und des südlichen Roten Meeres, sowie in einem kleineren Gebiet direkt vor der somalischen Küste Wetterbedingungen, die Kaperfahrten mit kleinen Skiffs erlauben. So wurden denn auch nur wenige Überfälle gemeldet, die glücklicherweise alle erfolglos blieben. Seit dem 22. Mai hat es offenbar keine versuchten Kaperungen mehr gegeben.

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Karte: gcaptain.com

Zwei Kaperversuche gab es schon am letzten Wochenende im Südausgang des Roten Meeres. Zunächst versuchten Piraten mit zwei Skiffs den Massengutfrachter CAPE SPENCER zu entern, scheiterten aber an aggressiven Ausweichmanövern. Ein späterer Angriff auf den Chemikalientanker GOLDEN YOSA wurde sofort abgebrochen, als ein eingeschifftes bewaffnetes Sicherheitsteam die Schüsse der Piraten erwiderte.

Aus dem gesamten Arabischen Meer wird nur ein einziger versuchter Überfall gemeldet. Am 22. Mai griffen Piraten mit einem Skiff etwa 470 sm nordöstlich von Socotra den Massengutfrachter FORTUNE CLOVER an, Seegang und abrupte Ausweichmanöver ihres Opfers hinderten sie allerdings am Einhaken einer Enterleiter. Frustriert beschossen sie noch den Frachter (leichte Beschädigungen), brachen dann aber ihr Vorhaben ab und kehrten auf ihr Mutterschiff zurück.

Kurzmeldungen

Am 26. Mai ließen somalische Piraten nach Zahlung von 2,5 Millionen US-Dollar Lösegeld den im Januar im Arabischen Meer gekaperten syrischen Massengutfrachter KHALED MUHIEDDINE K ziehen.

China hat den Staaten der ASEAN Gemeinschaft angeboten, Handelsschiffskonvois künftig gemeinsam mit Kriegsschiffen durch den Golf von Aden zu geleiten.

Minister der Europäischen Union haben sich am 23. Mai auf ein „schärferes“ Vorgehen gegen somalische Piraten verständigt. Deren „Bewegungsfreiheit soll so weit irgend möglich eingeschränkt“ werden – „auch an Land“. Was genau damit gemeint ist, und wann bzw. in welcher Form die Beschlüsse umgesetzt werden sollen, bleibt vorerst offen. Darüber hinaus will man sich nun vermehrt darauf konzentrieren, die hinter den Piraten stehenden Netzwerke organisierter Kriminalität finanziell auszutrocknen.

Aktuelle Entwicklungen bei Einsatzkräften

Mehrere Kriegsschiffe haben mit Einlaufen in die Heimathäfen ihre mehrmonatigen Einsätze am Horn von Afrika beendet. So kehrte eine Einsatzgruppe der russischen Pazifikflotte mit dem UDALOY-Zerstörer ADMIRAL VINOGRADOV, dem Tanker PECHENGA und einem Bergeschlepper am 22. Mai nach Wladiwostok zurück.

Marineforum - POHJANMAA (Foto: Michael Nitz)
POHJANMAA
Bildquelle: Michael Nitz

Am 23. Mai endete für den finnischen Minenleger POHJANMAA der innenpolitisch viel beachtete erste Auslandseinsatz (Unterstützung der EU Operation Atalanta) eines finnischen Kriegsschiffes, und am 27. Mai wurde der südkoreanische Zerstörer CHOI YOUNG nach sechsmonatiger Abwesenheit in seinem Heimathafen Pusan begrüßt.

In Kooperation mit „MarineForum – Zeitschrift für maritime Fragen

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