Türkei — Beschaffung eines neuen U‑Bootrettungsschiffes

Eine Flotte beste­ht nicht nur aus Kampf­schif­f­en – auch wenn diese sich­er das meiste öffentliche Inter­esse find­en. Zu ihrem effek­tiv­en und sicheren Betrieb sind auch zahlre­iche Hil­fs- und Unter­stützung­sein­heit­en zwin­gend notwendig.

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MOSHIP (Grafik: Rolls Royce)
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Vor zwei Jahren begann die türkische Rüs­tungs­be­hörde mit örtlichen Werften erste Ver­hand­lun­gen über die Beschaf­fung eines neuen U‑Bootrettungsschiffes. Das einzige aktive der­ar­tige Schiff, die gebraucht von der US Navy über­nommene AKIN (ex ASR-10 GREENLET), stammt noch aus der Zeit des 2. Weltkrieges, und angesichts des Aus­baus der türkischen U‑Bootflottille ist sein Ersatz durch einen mod­er­nen, leis­tungs­fähi­gen Neubau lange über­fäl­lig.

Im Okto­ber 2011 waren die Ver­hand­lun­gen abgeschlossen, und Istan­bul Ship­yards erhielt (mit Rolls Royce als Sub­un­ternehmer) den Auf­trag, auf sein­er Werft in Tuzla ein 91‑m Sub­ma­rine Res­cue Moth­er Ship — kurz: MOSHIP — zu bauen, das bis See­gang 6 uneingeschränkt operieren kann.

Hochau­flösende, mod­ern­ste Sonarg­eräte erlauben effek­tive Suche nach einem havari­erten U‑Boot, und ein voll automa­tisiertes Dynam­ic Posi­tion­ing Sys­tem hält das Schiff dann bei ein­er Bergung­sop­er­a­tion exakt in Posi­tion. Über einen 35‑t Kran am Heck wird ein bis zu 600m tief ein­set­zbares U‑Bootrettungssystem in die Tiefe gelassen, das an (NATO-) stan­dar­d­isierte U‑Bootluken andock­en und Besatzun­gen übernehmen kann. Ein­mal an der Ober­fläche, kön­nen bis zu 32 Evakuierte über eine weit­eres Andocksys­tem ohne jeglichen Druck­ver­lust in eine Dop­pel­druck­kam­mer umsteigen und in dieser (mit bis zu 5 Bar Über­druck) zur weit­eren Behand­lung an Land gebracht wer­den. Natür­lich befind­et sich auch an Bord selb­st ein kleines, aber leis­tungs­fähiges Hos­pi­tal. Ein Land­edeck für einen mit­tleren Hub­schrauber ermöglicht schließlich auch den Luft­trans­port geretteter Per­so­n­en.

Natür­lich soll das MOSHIP nicht nur weit­ge­hend untätig im Hafen liegen und dort auf den Ein­satz in einem – hof­fentlich nie kom­menden – Not­fall warten oder gele­gentliche Übun­gen absolvieren. Im rou­tinemäßi­gen Flot­ten­be­trieb soll es auch für jede Art von Unter­wasser­auf­gaben einge­set­zt wer­den: von der Unter­stützung von Tauch­ern bei Unter­wasser­ar­beit­en bis hin zur Meeres­bo­den­ver­mes­sung. Zusam­men mit dem MOSHIP wur­den bei Istan­bul Ship­yards übri­gens auch noch zwei eben­falls für Unter­wasser­auf­gaben opti­mierte, neuen SAR-Schif­fe/Schlep­per bestellt.

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