Tauchen, springen, sprengen — Deutsche Minentaucher zu Gast in finnischen Tiefen

Glücks­burg (ots) — Finn­land — Die größte Marineübung im Ost­seer­aum, “North­ern Coasts 2010”, wird dieses Jahr zum ersten Mal von Finn­land als Gast­ge­ber­land aus­ge­tra­gen. Das Manöver, das noch bis zum 24. Sep­tem­ber läuft, bindet deutsche Minen­tauch­er in unter­schiedlich­ste Übun­gen ein und bietet Her­aus­forderun­gen in einem inter­na­tionalen Umfeld.

Zwei Soldaten werden an Bord des finnischen NH90-Hubschraubers gewincht
Zwei Sol­dat­en wer­den an Bord des finnis­chen NH90-Hub­schraubers gewincht
Bildquelle: Sven Kön­necke, Deutsche Marine

Präzise Abstim­mungen unter den Spezial­is­ten

Zu den zahlre­ichen Übun­gen der deutschen Minen­tauch­er in Finn­land gehörte am ver­gan­genen Sam­stag auch eine so genan­nte “Winch-Übung”. Das bedeutet, dass die Tauch­er erst aus einem fliegen­den Hub­schrauber in das Wass­er sprangen, um hin­ter­her mit ein­er Seil­winde wieder hin­aufge­zo­gen zu wer­den.

Das beson­dere bei dieser Übung war, dass der Hub­schrauber durch die finnis­che Marine gestellt wurde. “Es müssen eine Menge Dinge besprochen wer­den und alle Beteiligten müssen sich genau abstim­men. Das ist im Rah­men der Zusam­me­nar­beit mit anderen Län­dern nicht immer ein­fach, weil jedes Land doch etwas andere Ver­fahren anwen­det und man sich erst aufeinan­der ein­stellen muss”, sagte Fre­gat­tenkapitän Arne Krüger von den “Spezial­isierten Ein­satzkräften der Marine” (SEK M) aus Eck­ern­förde.

Eine sichere und gewinnbrin­gende Übung

Tat­säch­lich dauerte es beim ersten Anflug rel­a­tiv lange, bis der finnis­che Pilot des Hub­schraubers vom Typ NH90 die augen­schein­lich richtige Höhe gefun­den hat­te, damit die Tauch­er sprin­gen kon­nten. “Wir haben ihm nach den ersten vor­sichti­gen Anflugver­suchen gesagt, er solle etwas höher gehen. Wir sind es gewohnt aus cir­ca zehn Metern Flughöhe abzus­prin­gen”, berichtete ein­er der bei­den beteiligten deutschen Minen­tauch­er nach der Übung und fügte hinzu: “Die finnis­che Crew wollte das zuerst nicht glauben und schüt­telte die Köpfe. Als ich dann zum Kopf­sprung anset­zte anstatt des üblichen Fußsprunges, haben sie mich wohl für ver­rückt erk­lärt.”

Die fol­gen­den der ins­ge­samt fünf Anflüge ver­liefen dann zunehmend schneller und koor­diniert­er. Es dauerte lediglich wenige Minuten, bis die Tauch­er nach dem aufwinchen jew­eils wieder wohlbe­hal­ten an Bord des NH90 waren. “Man kon­nte bei der heuti­gen Übung ganz deut­lich die Train­ings­fortschritte beobacht­en. Nach anfänglichen Unsicher­heit­en lief es am Ende so, als wür­den alle Beteiligten schon seit Jahren zusam­men arbeit­en”, zog Fre­gat­tenkapitän Krüger als Faz­it und betonte abschließend: “Der Pilot hat es genau richtig gemacht, indem er anfangs eine niedrige Absprunghöhe anbot. Die Sicher­heit der Sol­dat­en geht allen anderen Din­gen voran. Ich bin sehr zufrieden. Dies war eine sichere und gewinnbrin­gende Übung für alle Beteiligten.”

Ansprech­part­ner für “North­ern Coasts 2010”:

Kapitän­leut­nant Sven Kön­necke, Tel.: 0151–146260-39, E-Mail: SvenKoennecke@marine.de

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