Spanien – Marineplanung „Plan Alta Mar“


Vor der Nordwestküste Spaniens hat die Fregatte CRISTOBAL COLON, das fünfte Schiff der ALVARO DE BAZAN-Klasse (Typ F-100), mit ersten Werfterprobungen begonnen.

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CRISTOBAL COLON zu erster Probefahrt (Foto: Navantia)

Im Rahmen der bis auf 1989 zurück gehenden langfristigen Marineplanung „Plan Alta Mar“ sollten zunächst nur vier Fregatten dieses Typs beschafft werden. Nach diversen Verzögerungen und starken Kostenüberschreitungen war Mitte der 90er Jahre sogar erwogen worden, das Vorhaben auf zwei Einheiten zu kürzen. Letztendlich konnten dann aber tatsächlich alle vier Schiffe in Auftrag gegeben und auch gebaut werden.

Typschiff ALVARO DE BAZAN ist seit 2002 in Dienst, die letzte der vier Einheiten MENDEZ NUNEZ kam 2006 zur Flotte. Noch während diese vierte Fregatte im Bau war, beschleunigten sich Diskussionen um Anschlussaufträge, wobei die spanische Marine sich mit dem Wunsch nach zwei weiteren Schiffen allerdings nicht durchsetzen konnte. Immerhin wurde ihr dann aber ein fünftes Schiff der F-100-Klasse zugestanden. Ausschlaggebend dürfte dabei auch das Ziel gewesen sein, beim Hersteller Navantia (frühere staatliche Izar/Bazan) durch den Anschlussauftrag Beschäftigung zu sichern.

Für die Marine war wesentlich, dass das neue Schiff half, die mit der Ausmusterung der in den 70er Jahren gebauten Fregatten der BALEARES-Klasse (Variante des US-Typs KNOX) entstehende Lücke zu schließen. Bei der F-100 handelt es sich ursprünglich um ein gemeinsames deutsch-niederländisch-spanisches Design (in Deutschland Fregatte 124). Im Gegensatz zu den deutschen und niederländischen Fregatten sind die spanischen Schiffe allerdings mit dem US-Gefechtsführungssystem Aegis und dem dazugehörigen AN/SPY-1D Phased Array Radar ausgerüstet. Ein Upgrade könnte sie zur Abwehr ballistischer Flugkörper befähigen und der spanischen Marine so eine Teilhabe an der im Aufbau befindlichen europäischen Raketenabwehr geben.

F-105 CRISTOBAL COLON soll noch in diesem Sommer an die spanische Marine geliefert werden.

In Kooperation mit „MarineForum – Zeitschrift für maritime Fragen

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