Singapur – U-Boot der ARCHER-Klasse fährt wieder zur See


Bei der schwedischen Kockums ist nun auch das zweite für die Marine Singapurs (RSN) umgebaute, ehemals schwedische U-Boot der ARCHER-Klasse (VÄSTERGÖTLAND-Klasse) wieder zu Wasser.

Marineforum - SWORDSMAN geht zu Wasser (Foto: MoD Singapore)
SWORDSMAN geht zu Wasser
Bildquelle: MoD Singapore

Am 20. Oktober wurde die frühere HÄLSINGLAND in Karlskrona feierlich auf den neuen Namen SWORDSMAN getauft. Schwesterboot ARCHER (die frühere VÄSTERGÖTLAND) war bereits im Juni 2009 wieder in ihr Element zurück gekehrt (ARCHER sollte nach damaliger Planung in 2010 nach Singapur überführt werden; diesbezügliche Medienmeldungen blieben allerdings bisher aus). Singapur orientiert sich bei seiner U-Bootbeschaffung seit geraumer Zeit nach Schweden.

Schon 1995 hatte sich die RSN mit der schwedischen Marine auf die Übernahme von insgesamt fünf gebrauchten, noch aus den 60er Jahren stammenden U-Booten der SJÖORMEN-Klasse (Typ A12) verständigt. Vier dieser Boote dienen inzwischen als CHALLENGER-Klasse in Singapur; das fünfte Boot wird als schwimmendes Ersatzteillager genutzt. Die Boote der CHALLENGER-Klasse ermöglichten der RSN die Aufstellung einer erste eigene U-Bootkomponente, aber sie sind natürlich technisch veraltet.

Als die schwedische Marine 2006 zwei deutlich modernere U-Boote ausmusterte, zögerte man denn auch nicht, die sich bietende Gelegenheit sofort wahrzunehmen. VÄSTERGÖTLAND und HÄLSINGLAND gehören zum Typ A-17. Die Boote hatten bei ihrer Außerdienststellung zwar noch einen konventionellen diesel-elektrischen Antrieb, aber die schwedische Marine hatte kurz zuvor zwei weitere Boote dieser Klasse zum Typ A-17M modifiziert und dabei mit außenluftunabhängigem Stirling Antrieb ausgerüstet. Eine entsprechende Umrüstung (mit zusätzlicher aufwändiger Vorbereitung auf die neuen, tropischen Operationsgebiete) wurde nun auch für die zwei an Singapur abzugebenden U-Boote vereinbart. Wenn sie nach Abschluss von Ausrüstung, Erprobung und komplexer Besatzungsausbildung operativ einsatzklar nach Südostasien verlegen, kann sich die RSN nicht nur von den betagten CHALLENGER trennen, sondern erhält mit dem außenluftunabhängigen Antrieb der ARCHER-Klasse auch zusätzliche operative Optionen.

In Kooperation mit „MarineForum – Zeitschrift für maritime Fragen

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